Esmahan Aykol / Hotel Bosporus


Kurzbeschreibung/ Klappentext:
Deutsche trinken Bier.
Und Türken essen Kebap.
Kati Hirschel kämpft jeden Tag gegen solche Klischees.
Seit 13 Jahren betreibt sie in Istanbul ihren Krimibuchladen, und noch immer fallen die Türken in Ohnmacht, wenn sie lacht – Deutsche lachen nicht.
Kati Hirschel lässt sich aber nicht festnageln.
Kein Wunder, wächst sie auch über ihre Rolle als Krimibuchhändlerin hinaus und wird zu einer charmanten Detektivin.
Hotel Bosporus ist ein Roman, in dem deutsch-türkische Vorurteile mit voller Wucht aufeinanderprallen und mit Leichtigkeit und Humor vom Tisch gefegt werden; ein Roman, in dem es um internationale Verbrechen, aber auch grenzüberschreitende Freundschaft geht.

Quelle: Amazon

Meinung:
Auf die Autorin und ihre Kati-Hirschel-Reihe aufmerksam gemacht hat mich Manu von Lesefieber.ch, die mir netterweise auch das 3. Buch aus der Reihe geschenkt hat.
Um so schwerer fällt es mir, nach diesem Buch erstmal zu sagen: Kati Hirschel und ich sind bis jetzt keine Freunde geworden.

In einer Rezension bei Amazon schrieb eine Rezensentin, dass man das Buch besser nicht zur Hand nehmen solle, wenn man einen klassischen Krimi erwartet. Dem möchte ich mich anschließen.
Die Handlung ist zwar nicht uninteressant, aber Spannung sucht man vergebens.
Darum geht es vermutlich auch weniger, sondern um die kulturellen Unterschiede zwischen der Türkei und Deutschland, um die Atmosphäre in Istanbul und das Leben dort. Jener Teil scheint mir auch recht gut gelungen, ich bekam beim Lesen ein Bild von der Stadt. Aber als einen Krimi würde ich das Buch auch nicht unbedingt bezeichnen wollen.

Eine andere Rezensentin schrieb, dass sie sich frage, was Berlin der Autorin angetan habe, dass sie so ein Bild von der Stadt entwirft.
Auch in dem Punkt möchte ich mich anschließen.
Ich habe fast ein Jahrzehnt in Berlin gelebt und behaupte einfach mal, das Leben dort einigermaßen gut zu kennen.
Auch die Autorin, so steht es zumindest in ihrer Biographie, lebt zumindest teilweise in Berlin.
Bei mir kam beim Lesen die Frage auf, ob es sich dabei um ein anderes Berlin handelt, denn in meinem Berlin laufen nicht nur “hässliche Enten” herum, sind die Menschen nicht allesamt ungepflegt und sind auch nicht die einzigen attraktiven Wesen der Stadt die Türkinnen der 3. Generation. In meinem Berlin gibt es verdammt viele Kosmetikstudios und die werden sicherlich nicht nur von Türkinnen aufgesucht ;-). Ich will Berlin jetzt gar nicht in den Himmel loben, die Stadt hat viele Macken und Probleme, aber was in “Hotel Bosporus” vermittelt wird, entspricht einfach nicht meinem Berlin-Bild und stellt die Stadt in ein schlechtes Licht.
Im Buch sind noch weitere wenig schmeichelhafte Aussagen über Deutsche zu finden, die sicherlich ein guter Maßstab für die Außenansicht auf Deutschland sind (man könnte es auch Vorurteile nennen), die man aber, wenn sie einer deutschen Protagonistin in den Mund gelegt werden, doch eher mit einer hochgezogenen Augenbraue liest. Das ging zumindest mir so.

Eine türkische Rezensentin schreibt, Esmahan Aykol wolle provozieren, tue dabei aber gleichzeitig dem türkischen und dem deutschen Volk Unrecht.
Ich weiß nicht, ob ich es so krass ausdrücken würde, zumal ich die türkische Sichtweise nicht beurteilen kann.
Aus diesem Grund habe ich das Buch einer Freundin von mir geschickt, einer in Berlin lebenden Türkin, und bin schon sehr gespannt auf ihre Meinung (die ich dann sicherlich auch hier im Blog ergänzen werde).
Ob das Buch provokativ sein soll… auch da bin ich unentschlossen.
Für mich reihen sich stereotype Charaktere und Geschehen aneinander und ich bin einfach nicht sicher, ob das Provokation sein soll oder die Meinung der Autorin.
Ihre Schreibe gefällt mir, doch mit dem Inhalt hadere ich.
Diesbezüglich lässt mich das Buch sehr verwirrt zurück und ich sehe mich praktisch gezwungen, auch die nächsten beiden Kati-Hirschel-Romane (die ich eh hier liegen habe) zu lesen, um ein eindeutigeres Bild zu bekommen.

Der erste Satz:

Wie eine Irre fahre ich in der Gegend herum.

Bewertung:
Die Schreibe ist gut, der Inhalt wirft bei mir Fragen auf, einen Spannungsbogen habe ich vergeblich gesucht. Deswegen nur zwei Sterne.

Titel: Hotel Bosporus
Originaltitel: Kitapci Dükkani
Autorin: Esmahan Aykol
Taschenbuch: 287 Seiten
Verlag: Diogenes
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3257234435

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