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Danijela Pilic / Yoga Bitch

Wer “in” ist, macht Yoga. Ob nun Stars wie Madonna oder die stylishe Großstadtfrau aus Berlin. Wobei “Yoga machen” es nicht ganz trifft; manche Frauen leben Yoga. Nicht in der ursprünglichen Weise, sondern eher im durchaus weltlichen Stil, der vor allem darauf abzielt, einen knackigen Hintern und straffe Kurven zu bekommen. Dazu gehören nicht einfach nur die Asanas, sondern auch die Wahl des richtigen Lehrers, des richtigen Studios, der richtigen Klamotten, des richtigen Essens. Und wenn frau nicht aufpasst, erweitert sich das Ganze schnell hin zur Wahl des richtigen Schönheitsdoktors und sie selbst wird zur Yoga Bitch …

Yoga Bitch, die: (ugs.)
Frau über 30 auf der Suche nach ihrem perfekten Selbst. Dafür ist sie bereit, nie wieder Kohlenhydrate zu essen, chemische Peelings und Radiofrequenztherapie durchführen zu lassen und fünfmal die Woche ins Yoga zu gehen, um fit auszusehen und nebenbei noch die Erleuchtung zu erlangen.

Danijela Pivic beschreibt in dem Buch ihre eigenen Erfahrungen und die ihres Freundinnenkreises mit dem Yoga-Lifestyle. Das ist manchmal recht erheiternd, an vielen Stellen macht es jedoch nachdenklich. Der spirituelle Aspekt bleibt nahezu vollkommen auf der Strecke, dafür konzentriert sich das Buch viel mehr auf den ICH-Kult, den immer mehr Frauen in den thirtysomethings betreiben. Frau muss gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen, Erfolg im Beruf haben, Partner, Familienplanung, gutes Aussehen, gutes Auftreten und das -bitte schön- auch noch komplett im Reinen mit sich selbst, ausgeglichen und entspannt. Das stellt für die Frauen, die sich darauf einlassen, eine Überforderung dar – es ist doch auch schlichtweg übermenschlich, all diesen Dingen gerecht zu werden. Die Frage ist: Wollen wir das?

Danijela Pivic möchte das im Buch zunächst nicht. Dann leckt sie Blut und begibt sich in den Hype rund um die Selbstoptimierung, will nicht nur die überflüssigen Pfunde killen, sondern sich selbst auf das bestmögliche Maß trimmen, angefangen beim idealen Hintern über die Zahnkorrektur bis hin zur Botoxbehandlung, nur um am Ende festzustellen, dass der einzige Weg zum Glück die Zufriedenheit ist.

Ursprünglich hatte ich mir das Buch in der Annahme gekauft, es ginge wirklich intensiv um Yoga und war dann doch einigermaßen überrascht vom breiten Spektrum der “Yoga Bitch” und der Abwesenheit der eigentlichen Yoga-Philosophien.
Manche Kapitel haben mir gut, manche weniger gut gefallen.
Alles in allem berichtet das Buch doch eher von Frauen, die es sich leisten können, mal eben 200 Euro für Yoga-Hosen auszugeben und bei denen Optik und Status im Vordergrund stehen. Da zähle ich mich nicht unbedingt zu, von daher war einiges doch sehr befremdlich für mich.
Das wirklich Erschreckende war dann allerdings, dass ich mich immer wieder selbst dabei ertappt habe, bei Selbstoptimierungsschilderungen zu nicken oder für mich zu denken “Stimmt, es reicht nicht wie ich bin, ich muss besser sein”. Glücklich all jene Frauen, die von diesen Gedanken frei sind!
Ich begann unweigerlich, einige meiner Verhaltensweisen zu hinterfragen, auch wenn ich weit von dem entfernt bin, was die Autorin in ihrem Buch schildert und mich auch nicht zu dem beschriebenen Typ Frau zähle, der dem aktuellen Schönheitsideal hinterherhechelt und für die Optik auch immense Schulden in Kauf nimmt.

Besonders gut gefallen haben mir die immer wieder eingestreuten Fakten und die “Aufklärungskästchen” (so nenne ich sie einfach mal), in denen beispielsweise Unterschiede zwischen Couch Potatoes und Fitness Freaks und die Eigenarten des “Lebenswandel-Schizos” erklärt werden oder Auflistungen zum Thema “sie sagen – sie meinen” zu finden sind.

Leider wirkte der Text auf mich an vielen Stellen zu sehr distanziert, zu sachlich für eine Erlebnisschilderung.
Alles in allem ist das Buch jedoch recht unterhaltsam, hält so manchen AHA-Effekt parat und regt auch zum reflektieren und nachdenken über das eigene Leben, das persönliche Schönheitsideal und eigene Verhaltensweisen an.

Bewertung:
Drei Sterne.

Titel: Yoga Bitch
Autorin: Danijela Pivic
Taschenbuch: 250 Seiten
Verlag: mvg Verlag (15. November 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3868822038

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Offizielle Beschwerde!

Ich bin sauer!

Ja, ich. Aus Gründen der Anonymität verschweige ich meinen Namen, nennen Sie mich einfach die Untigerin, genauso  fühle ich mich nämlich gerade: untigerig.

Da lese ich ein ums andere Buch und bin auch noch so gnädig, mich mit diesem Knipsdings für diesen Blog ablichten zu lassen.

Aber interessiert das jemanden? Werde ich wahrgenommen? Nein!

Wahrgenommen wird dagegen die blöde Kuh – ich weigere mich, sie Schwester zu nennen.

Diese hellfellige dumme Nuss, die sich immer so ganz und gar unkätzisch verhält (und ich schwöre, sie tut nur so als würde sie lesen!), schämen muss man sich für die!

Aber gucken Sie doch selbst:

Da! DA! Sehen Sie das? Die hält sich für Salat und findet es im Kochtopf kuschelig, unkätzisch ist das, eine Schande für die Felidae!

Und dennoch ist sie es, in den sich Kater Tommy verguckt hat und der auf Thriller Online gehuldigt wird!

Ich beschwere mich hiermit offiziell und drohe den Lesestreik an, ich will Beachtung!

Alles klar?

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Frühlingsbegleitliteratur

An dieser Stelle mal keine Rezension. Stattdessen möchte ich euch gerne einige Bücher vorstellen, die mich durch Frühling, Sommer und Herbst begleiten :-) .

Wir sind gerne in der Natur unterwegs und interessieren uns für Tiere und Pflanzen. Klar, dass da entsprechende Nachschlagewerke mit dabei sein müssen, man entdeckt ja immer irgendetwas, was man noch nicht kennt ;-) . Für diese Bücher haben wir uns entschieden, weil sie über einen ordentlichen (wenn auch bei weitem nicht vollständigen) Inhalt verfügen, vor allem aber auch, weil sie fast alle Hosentaschenformat haben und so wirklich auf jedem Ausflug dabei sein können.

 

Habt ihr auch solche Begleitbücher oder könnt ihr welche empfehlen?

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Jean-Christophe Grangé / Das Herz der Hölle

Sie sind am Leben, aber sie waren tot. Und dafür nehmen sie Rache.

Mathieu Durey und Luc Soubeyras sind seit ihrer Schulzeit die besten Freunde. Beide sind sie strenggläubige Christen und beide haben sie sich gegen das Leben als Priester und für das Leben als Polizist entschieden – um das Übel der Gesellschaft an der Wurzel packen zu können, anstatt nur darüber zu reden.
Dass nun ausgerechnet Luc einen Selbstmordversuch unternommen haben soll, der unerschütterlich gläubige Luc, das kann Mathieu beim besten Willen nicht glauben. Also beginnt er seine eigenen Nachforschungen. Diese führen ihn raus aus Paris und ins Jura, in die Schweiz und schließlich auch nach Rom und Polen.
Mathieu folgt Lucs letztem Fall und damit einer Spur grauenhafter Morde, die nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, bis auf eine Gemeinsamkeit: Alle Mörder waren schon einmal tot und wurden ins Leben zurück geholt. Sie sind die “Lichtlosen” und sie scheinen aus irgendeinem Grund in direktem Zusammenhang mit Lucs Selbstmordversuch zu stehen.
Doch nicht nur Mathieu hat Interesse an den “Lichtlosen”, auch der Vatikan und eine Geheimorganisation sind hinter ihnen her. Schlimmer jedoch: Irgendjemand ist auch hinter Mathieu her …

Jean-Christophe Grangé, Autor von “Die purpurnen Flüsse” und “Das Imperium der Wölfe” hat mit “Das Herz der Hölle” einen grandiosen Thriller abgeliefert, der dem Leser zeitweise den Atem raubt.
Voller Spannung hetzt man mit Mathieu durch Europa (und übrigens auch vor meiner Haustür entlang ;-) ), verfolgt die Spur der Verdächtigen, wittert Verschwörungen und kirchliche Geheimnisse, erkennt menschliche Abgründe, verdächtigt mal diesen, mal jenen – um am Ende dann doch vollkommen von der Auflösung des Falles überrascht zu werden. Ich war zumindest überrascht. Meistens hat man ja doch eine gewisse Ahnung, oft genug schon zu Beginn des Buches, hier jedoch wurde mir erst kurz vor Ende klar, auf wen es als “Bösewicht” hinauslaufen muss und genau den Aspekt habe ich sehr genossen.
Der Spannungsbogen ist nahezu perfekt aufgebaut, überflüssige Passagen oder gar Hänger sind meines Erachtens schlichtweg nicht vorhanden.

Der erste Satz:

“Zwischen Leben und Tod.”

Bewertung:
Fünf Sterne. SO muss ein Thriller sein.

Autor: Jean-Christophe Grangé
Titel: Das Herz der Hölle
Originaltitel: Le Serment des Limbes
Gebundene Ausgabe: 784 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3431037371
Originaltitel: Le Serment des Limbes

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Johan Theorin / Blutstein

Die schwedische Insel Öland ist ein Ort voller Geheimnisse. Legenden aus alten Zeiten werden dort nicht nur nicht vergessen, nein, sie sind noch am Leben.

Blutstein, so nennen die Inseleinwohner die blutrot leuchtende Gesteinsschicht, die im Steinbruch von Stenvik bis zum heutigen Tag gut zu sehen ist. Verfärbt vom Blut aus den Schlachten zwischen Trollen und Elfen, so glauben sie.

An Elfen und ihre magischen Kräfte glaubt auch Vendela, die mit ihrem Mann, einem sehr von sich eingenommenen, unsensiblen Schriftsteller, auf die Insel ihrer Kindheit zurückkehrt. Immer wieder zieht es sie zum Elfenstein, einem großen Felsblock in der Alvar, auf dem sie als junges Mädchen Schmuck und Geld geopfert hat, um ihre Wünsche Realität werden zu lassen.

Auch Per würde gerne manche Wünsche Realität werden lassen. Zum Beispiel den Wunsch, dass seine kleine Tochter gesund wird. Oder dass er nicht mit dem verhassten Vater Jerry, einem ehemaligen Pornoproduzenten, der nun an Demenz leidet, in Verbindung gebracht wird. Doch leichter gesagt als getan. Jerry ist nicht nur verwirrt, er hat auch ernstzunehmende Feinde. Als Jerrys Arbeitshaus gemeinsam mit Jerrys Kompagnon in Flammen aufgeht, muss Per notgedrungen seinen Vater zu sich nach Öland holen. Dort hat Per das Haus eines Verwandten geerbt und lebt nun am Steinbruch, direkt neben Vendela und nicht weit entfernt von Gerlof.

Gerlof ist ein Alteingesessener Öländer und ehemaligem Schiffer mit einem Hang zur kriminalistischen Schnüffelei. Nun, im hohen Alter, will er eigentlich nur noch seine Ruhe und überzeugt Pfleger und Verwandte davon, seine letzten Tage nicht im Altenheim, sondern in seinem Haus in Stenvik verbringen zu dürfen. Meist sitzt er im Garten und liest die geheimen Tagebücher seiner geliebten, längst verstorbenen Frau. In ihren Tagebüchern schreibt sie von Trollen und Elfen, von ihrer Einsamkeit, dem Zusammentreffen mit einem seltsamen Jungen und anderen Sonderbarkeiten.
Für sich genommen bloße Erinnerungen, doch als Gerlof seine neuen Nachbarn kennenlernt, sieht er sie mit einem Mal in ganz anderem Kontext …

 

In seinem dritten Roman hat Johan Theorin erneut die Insel Öland in den Mittelpunkt gestellt. Die Figur Gerlof kennen aufmerksame Leser bereits aus “Öland” und “Nebelsturm”, in letzterem hat man auch erfahren, wie Pers Verwandter, der ihm das Haus vererbt hat, ums Leben gekommen ist.
Alles greift ineinander und nimmt Bezug zu den zwei vorangehenden Büchern; und dennoch ist es nicht zwingend notwendig, diese gelesen zu haben, um von der Stimmung und Atmosphäre von “Blutstein” mitgerissen zu werden. “Blutstein” gehört zwar zur Öland-Reihe (aktuell sind hierfür wohl insgesamt vier Bände vorgesehen, es soll also mindestens noch einer folgen), ist aber ebenso ein eigenständiger Roman.

Mehrere Handlungsstränge verlaufen parallel und fließen am Ende zu einem gemeinsamen Kontext zusammen.
Einschübe aus der Vergangenheit schildern Vendelas Kindheitserlebnisse, die zum Verständnis sämtlicher Figuren und Geschehnisse beitragen.
Die Charaktere sind detailliert gezeichnet, jede Figur hat ihre Stärken und ihre Schwächen, ein gut-oder-böse-Klischee sucht man glücklicherweise vergebens, denn die Figuren sind so vielschichtig wie die Gesteinsschichten im Steinbruch von Stenvik.

Die Sprache Theorins ist gewohnt präzise und knapp gehalten. Es gibt keine langen Schachtelsätze, Abschweifungen oder Schnörkel, alles ist auf das Notwendige reduziert und genau dadurch entsteht die für Theorin so typische Atmosphäre.
Es handelt sich bei “Blutstein” nicht um einen klassischen Krimi, es geht nicht um das Aufspüren des Täters, der spielt eher eine kleine, wenn auch am Ende nahezu einschlagende Nebenrolle.
Es geht um die Psychologie des Geschehens, um die Atmosphäre, es geht um Mythen, Legenden und einen Hauch Fantasy.

Johan Theorin ist für mich einer der überzeugendsten Autoren der letzten Jahre und ich freue enorm, dass auch sein dritter Roman an die Magie der beiden Vorgänger anknüpfen kann.

Der erste Satz:

Per Mörner hatte schwere Verbrennungen an seiner linken Hand, mehrere gebrochene Rippen und konnte nur noch verschwommene Umrisse erkennen.

Bewertung:
Volle Punktzahl: fünf Sterne.

 

Autor: Johan Theorin
Titel: Blutstein
Originaltitel: Blodläge
Gebundene Ausgabe: 445 Seiten
Verlag: Piper
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3492054188

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Herbert Beckmann / Mark Twain unter den Linden

“I don’t believe there is anything in the whole earth that you can’t learn in Berlin except the German language.”
[Mark Twain nach seinem Aufenthalt in Berlin im Winter 1891/92]

Mark Twain liebt die deutsche Sprache und Berlin – aber die deutsche Sprache und Berlin lieben nicht unbedingt zurück. Kein Fettnäpfchen lässt der beliebte amerikanische Schriftsteller während seines Berlin-Aufenthaltes aus, düpiert die deutschen Verwandten, den Adel und obendrein auch noch den Kaiser höchstpersönlich. Zum Glück hat er seinen treuen Sekretär Harris, der sich um die daraus resultierenden Probleme kümmert…

Aus dem Klappentext:
Berlin, 1891. Der Kaiser steht stramm, um Mark Twain zu empfangen. Wissenschaftler wie Virchow und Helmholtz schmücken sich mit seinem Besuch. Und beim amerikanischen Botschafter geht er mitsamt seiner Familie ein und aus. Als Mark Twain im Herbst und Winter des Jahres 1891 in Berlin lebt, kann er sich über öffentliche Würdigungen nicht beklagen. Doch hinter der heilen Fassade spielen sich mysteriöse Dinge ab: Twains Scherze kommen nicht bei allen gut an, er wird von einer fremden Frau verfolgt, und auch die Berliner Unterwelt scheint sich auf einmal für den Schriftsteller und seine Familie zu interessieren …

Quelle: Gmeiner

Eigentlich hatte ich vor, das Buch im Rahmen der historischen Challenge zu lesen, aber da ich die entsprechende Zeit bereits durch ein anderes Buch abgedeckt hatte, musste es nun einfach so just for fun dran glauben. :-D Mit Betonung auf FUN.
Ich hab richtig viel Spaß an diesem Buch gehabt!

Da man über den Aufenthalt der Familie Twain in Berlin nicht allzu viel weiß, blieb dem Autor umso mehr Spielraum für seine Geschichte.

Erzählt ist das Geschehen aus der Sicht von Mark Twains Sekretär Harris (da dieser nicht in der Liste der historischen Personen aufgeführt ist, kann man wohl von einem erdichteten Sekretär ausgehen).
Die bekannten Fakten über die Twains in Berlin sind aufgelockert mit fiktiven Episoden,  in denen zahlreiche historische Persönlichkeiten (hier seien auszugsweise Oscar Wilde, Kaiser Wilhelm oder Theodor Mommsen genannt) und Anekdoten auftauchen.

Der Zeitgeist des Jahres 1891 ist ganz wunderbar getroffen und die Berliner Örtlichkeiten sehr bildlich beschrieben. Man sieht förmlich die dunkel gekleideten, distinguierten Herren im Billardzimmer vor sich, man spürt den aufkeimenden Antisemitismus und kann den infernalischen Krach am Potsdamer Platz erahnen.
Am meisten lebt das Buch vom Wortwitz des Autoren, der wirklich sehr gut zum Humor Mark Twains passt und beim Lesen für ein Dauergrinsen sorgt.
Von mir aus hätte das Buch auch gerne doppelt so lang sein dürfen ;-) .

Den Namen Herbert Beckmann werde ich mir auf jeden Fall gut merken und ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher des Autoren!

Der erste Satz:

“Packen Sie ihre Siebensachen, Harris.”

Bewertung:
Fünf Sterne.

 

Autor: Herbert Beckmann
Titel: Mark Twain unter den Linden
Broschiert: 276 Seiten
Verlag: Gmeiner
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839210512

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[Hörbuch] Anne Fine / Tagebuch einer Killerkatze

“Okay, okay. Hängt mich ruhig auf. Ja, ich hab den Vogel getötet. Du lieber Himmel, ich bin nun mal ein Kater! Es ist sozusagen mein Job, durch den Garten zu schleichen und süßen, schnuckligen kleinen Piepmätzen aufzulauern, die kaum von einer Hecke zur andern fliegen können. Na was soll ich machen, wenn so ein armes gefiedertes Flatterbällchen sich mir praktisch ins Maul wirft?”

Ein Killerkater namens Kuschel (laut Klappentext sollte er Tuffy heißen, ich bin einigermaßen verwirrt; aber laut Klappentext sollte ja auch der erste Satz anders lauten… ;-) ) führt eine Woche lang Tagebuch und gibt uns Einblick in das manchmal sehr beschwerliche Katzenleben. Aufdringliche Vögel, tote Hasen in der Katzenklappe, Kindertränen im Fell – nee, gar nicht einfach. Kuschels Familie ist natürlich mäßig begeistert von den killerkätzischen Aktivitäten und muss speziell in Sachen “Hoppel” schnell die Spuren verwischen….

Ich gebs ganz offen zu: als Personal einer Killerkatze sympathisiere ich mit der Familie. :-D
In Zukunft werde ich Kuschels Ausreden im Ohr haben, wenn meine Killermieze wieder ihren Beitrag zur Ausrottung der hiesigen Spitzmauspopulation leistet…

Gesprochen wird Killerkater Kuschel von Martin Semmelrogge, der wirklich die perfekte Besetzung für die Rolle ist.
Zwischen den einzelnen Tagebuchepisoden darf man der jazzigen Titelmusik aus “Pink Panther” lauschen und die passt zu diesem Kater wirklich wie die Faust aufs Auge ;-) .
Einziger Wermutstropfen: Das Hörbuch ist mit 30 Minuten viiiiiiiiiiiel zu kurz!

Bewertung:
Fünf Sterne und die Hoffnung auf eine Fortsetzung ;-) .

 

 

Autorin: Ann Fine
Sprecher: Martin Semmelrogge
Titel: Tagebuch einer Killerkatze
Verlag: HÖR Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3895848698

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Stephen King / Zwischen Nacht und Dunkel

Ein Farmer, der von dem, was er getan hat, in den Irrsinn getrieben wird.
Eine Schriftstellerin, die unbedacht eine Abkürzung wählt.
Ein Todkranker, der um eine Verlängerung bittet.
Eine Ehefrau, die glaubte, ihren Mann zu kennen.

Vier Novellen, eine Aussage:
Es kommt sowieso anders, als du es erwartest und es wird schrecklicher, als du es dir je erträumen könntest.

Stephen King zählt definitiv zu meinen Lieblingsschriftstellern.
Keiner versteht es so wie er, in den Abgründen menschlicher Ängste zu wühlen.
Noch mehr als seine Romane liebe ich seine Kurzgeschichten und “Zwischen Nacht und Dunkel” hat mich genau darin wieder bestärkt.

Selbst in seinen besten Romanen entsteht nicht solch eine grauslige, packende Stimmung wie in den Novellen und Kurzgeschichten.
Dabei verzichtet King größtenteils dankenswerter Weise auf allzu detaillierte Beschreibungen; die sind auch überhaupt nicht notwendig, das Kopfkino läuft ohnehin auf Hochtouren.
Was in den Romanen auf mehrere hundert Seiten verteilt wird, ist in den Geschichten komprimiert und wirkt umso heftiger auf den Leser.

Das Buch besteht aus vier Novellen: “1922″, “Big Driver”, “Faire Verlängerung” und “Eine gute Ehe”.
Kein langes Vorgeplänkel, einfach rein in die Geschichte; nicht zu viele Details, nicht zu viele Figuren, dafür umso mehr Atmosphäre und in jeder Geschichte eine Moral: Jeder muss für das, was er tut, einen Preis zahlen.

Ich könnte nicht sagen, welche der vier Geschichten in meinen Augen die stärkste ist, jede für sich hat ihre Vorzüge.
Müsste ich jedoch die schwächste benennen, wäre es für mich eindeutig “Big Driver”, da ich einiges in der Geschichte nicht so schlüssig fand wie in den anderen dreien.
Während ansonsten jeder Gedankengang und jede Handlung für mich gut nachvollziehbar war und das Ergebnis entsprechend passend, gefiel mir bei “Big Driver” vor allem im letzten Drittel einiges nicht so gut. Mehr will ich dazu an dieser Stelle nicht sagen, es soll schließlich jeder ganz für sich allein die Geschichten auf sich wirken lassen und ich möchte hier nicht spoilern und damit den Lesegenuss verderben ;-) .

Kleiner Kritikpunkt:
Für meinen Geschmack hätte der Infotext im Schutzumschlag etwas reduzierter sein können bzw. so formuliert, dass er nicht so viel von der Handlung der einzelnen Geschichten verrät. Das schafft automatisch schon vor dem Lesen eine gewisse Erwartungshaltung und Voreingenommenheit, die den Geschichten durchaus auch schaden kann.

Leseempfehlung? Definitiv!

 

Kleiner Tipp: Wer sich bei “Big Driver” etwas wundert, weil bei der Sache mit der Abkürzung irgendetwas klingelt, der werfe noch einmal einen Blick auf “Mrs. Todds Abkürzung”, veröffentlicht in den Kurzgeschichtensammlungen “Der Gesang der Toten” und “Blut”.

 

Wertung:
Vier Sterne.

 

Autor: Stephen King
Titel: Zwischen Nacht und Dunkel
Originaltitel: Full Dark, No Stars
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3453266995

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Remco Campert / Tagebuch einer Katze

Inhalt:
Pöff heißt die Katzendame, die bei “Brille” und “Rock” lebt und die eigentlich lieber einen anständigen Katzennamen hätte und nicht ein “Armutszeugnis der Namensgebung”. Mit ihren Menschen hat Pöff es nicht einfach, manchmal stecken die sie einfach in die “Trawo”, die tragbare Wohnung, und fahren mit ihr weg und viel zu oft verwenden die schwanzlosen Zweibeiner das staubsaugende drohende Ding und stören Pöff damit in ihrer Ruhe. Dazu kommen Albträume von kichernden Mäusen und der Rote Harry, der Horror der Höfe. Aber eine Katze wie Pöff weiß natürlich, wie man mit all dem umzugehen hat.

Meinung:
Als Bediensteter in einem Katzenhaushalt hat man ja meistens haufenweise kätzischer Lektüre im Regal.
Was habe ich Tränen gelacht über “Schmitz Katze” und wie saß ich nickend wie ein Wackeldackel da bei der Lektüre von “Miau sagt mehr als tausend Worte”.
Aber von allen meinen Katzenbüchern ist mir dieses das Liebste! ♥

Das einzige, was ich daran zu kritisieren habe, ist seine Kürze!
Viel zu schnell hat man das Büchlein durchgelesen und möchte eigentlich noch viel viel mehr von und über Pöff und ihre Zweibeiner erfahren.

Man merkt, dass Remco Campert viel Erfahrung mit Katzen hat und diese wunderbaren Geschöpfe liebt und respektiert.
Mit viel Sprachgefühl, Humor und Beobachtungsgabe berichtet er aus dem Katzenalltag. In 30 kleinen Kapiteln lässt Campert seine Pöff von den kleinen und großen Dingen im Katzenleben erzählen und hat so ein Buch geschaffen, dass jedem Katzenfreund ans Herz gehen dürfte.

Die ersten Sätze:

Madonna, Thelonious, Napoleon, Justine, Kleopatra, Vincent, T.S. Eliot, Lolita, Sokrates, Zelda, Beethoven, Fellini, Venus, Malaparte, Kousbroek, Isebel, Adinda…
Da haben Sie ein paar Namen von Katzen aus den Gärten hinter dem Haus, in dem ich mit Brille und Rock wohne.
Einer wie der andere: Namen, die sich sehen lassen können, mit Sorgfalt und Liebe von den Zweibeinern ausgewählt, die zu diesen Katzen gehören.

Nennen wir ihn: Multaluli.
Nennen wir sie: Madame de Pompadour.
Zweibeiner mit Geschmack.
Ich heiße Pöff. Jawohl, Sie lesen richtig. Pöff.
Ein Name wie eine Sprachstörung.

Bewertung:
So wunderschön, dass nichts anderes als fünf Sterne in Betracht kommt.

 

Autor: Remco Campert
Titel: Tagebuch einer Katze
Originaltitel: Dagboek van een poes
Gebundene Ausgabe: 75 Seiten
Verlag: Arche Verlag
Gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3716023778

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Interessante Suchanfragen – pass auf, was du dir wünschst…

Erst neulich schrieb ich bei Maren auf Bibliomanie noch, dass ich gerne auch mal kuriose Suchanfragen auf meinem Blog hätte.
Frei nach dem Motto “Pass auf, was du dir wünschst – es könnte wahr werden” sitze ich nun hier und schüttle nur den Kopf.
Warum auch immer, folgende Suchanfrage hat offenbar jemanden auf meinen Blog geführt:

“wie man katzen erwürgt lustige anleitung”

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