Archiv für die Kategorie Humor
Lothar Koopman/ Mission Marathon. Wie ich kein Superläufer wurde.
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Biographie/ Autobiographie, Gelesen, Humor, Ratgeber am 5. August 2011
Klappentext:
Lothar Koopmann, einst korpulentes Kind einer rheinischen Arbeiterfamilie, wird in späten Jahren sportlich: Mit seiner angetrauten Ehefrau Christa schließt sich der gelegentliche Jogger einem Lauftreff an und schnauft erhitzt auf immer längeren Strecken durch Feld, Wald und Flur. Er verwirklicht schließlich den großen Traum, Marathon zu laufen. Seine vergnüglichen Erinnerungen sind durchsetzt mit vielen kuriosen Ereignissen und heiteren Begegnungen am Rande der Wege und erzählen mit einem geistreichen Augenzwinkern von der Lust am Laufen und der Last des Trainings. Der Essener Karikaturist Thomas Plaßmann setzte die „Mission Marathon“ in humorvolle Zeichnungen um, die den Weg des Autors bis zum Ziel begleiten.
Meinung:
Ich lese sehr gerne Erlebnisberichte von Läufern, denn diese halten oft Inspiration und Anregung parat oder man findet sich mit seinen eigenen Lauferfahrungen in ihnen wieder.
Bei diesem Buch habe ich leider weder eigene Erfahrungen wiedererkennen können noch hat es mich inspiriert; es hat mich ehrlich gesagt nicht einmal besonders gut unterhalten.
Es ist zu gewollt lustig, das beginnt schon mit den diversen Einleitungen (Widmung, Danksagung, Grußwort, Vorlauf und Anlauf), die man zu Beginn des Buches findet und das setzt sich leider durchs gesamte Buch hinweg fort. Was bei Achim Achilles lockerflockig und witzig wirkt, wirkt hier leider sehr gezwungen, aufgesetzt, zu gewollt, die Sätze zu überladen. Der Leser soll offenbar unbedingt lachen – hat bei mir so ganz und gar nicht geklappt.
Aber, um auch etwas Positives festzuhalten: Die Karikaturen sind tatsächlich sehr gut.
Bewertung:
Ein Stern.

Titel: Mission Marathon. Wie ich kein Superläufer wurde.
Autor: Lothar Koopmann.
Broschiert: 251 Seiten
Verlag: Sportwelt Verlag
ISBN-13: 978-3941297043
[Hörbuch] Moritz Netenjakob/ Macho Man
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gehört, Humor am 5. August 2011
Es war klar, dass sich das Hörbuch, welches ich unmittelbar nach “Ich mach dir Betonschuhe” hören würde, an einer unglaublich hohen Lachmesslatte messen lassen muss.
Meine Wahl fiel auf “Macho Man” und was soll ich sagen – die Lachmesslatte wurde nicht nur übersprungen, sie wurde noch um einiges höher gelegt.
Worum gehts?
Von den 68ern erzogen, lebte er dreißig Jahre als Weichei. Jetzt verliebt er sich in eine Türkin. Aber wie überlebt ein Frauenversteher in einer Welt voller Machos?
Quelle
Moritz Netenjakob liest sein Buch selbst und ich hab mich auf Anhieb in die Stimme verliebt
.
Dazu dann noch diese herrliche Geschichte, die großartigen Passagen, in denen Protagonist Daniel und sein bester Freund in Udo-Lindenberg-Sprech verfallen, die türkische Großfamilie und all die kleinen und großen Fettnäpfchen – großartig!
Wieder mal ein Buch, das keinesfalls als Einschlafhilfe geeignet ist, denn ob man will oder nicht, man muss einfach unweigerlich lachen angesichts all der kuriosen Erlebnisse des armen Daniel und vor allem angesichts der fantastischen Interpretation des Vorlesers/ Autoren.
Ich war angesichts der vielen begeisterten Rezensionen wirklich skeptisch, aber dieses Hörbuch hat gehalten, was die Begeisterungsstürme versprochen haben, ich hatte zwei äußerst durchwachte, lachanfallunterdrückende Nächte
.
Es gibt einfach Bücher, deren Hörbuchversionen die Printausgaben bei weitem übertreffen und ich möchte mal behaupten, “Macho Man” gehört dazu.
Fünf Sterne.

“Macho Man” gibt es als Hörbuch auch bei AUDIBLE.
Wer eine kleine Lauschprobe nehmen möchte, der klicke sich direkt auf die Website von Moritz Netenjakob.
Titel: Macho Man
Autor: Moritz Netenjakob
Audio CD
Verlag: Argon Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839890714
[Hörbuch] Roberto Capitoni / Ich mach dir Betonschuhe. Wie ich einmal fast Mafioso wurde.
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gehört, Humor am 3. August 2011
Vorweg: Es gibt eigentlich keinen, wirklich keinen deutschen Comedian, der mich in irgendeiner Form vom Hocker reißen oder zu Lachtränen animieren würde. Mal ‘ne Geschichte hier und da mag witzig sein, aber Comedians an sich, also da wüsste ich jetzt wirklich keinen, der mich wirklich begeistern könnte. Und jetzt kommt auch kein Satz mit “Die einzige Ausnahme bildet …”. Nö. Allerdings muss ich ab sofort eine Einschränkung machen: Auch, wenn er mich als Comedian nicht so umhaut, das Hörbuch von Roberto Capitoni ist ein absoluter KRACHER.
Worum geht es:
Roberto ist Italiener und Schwabe zugleich. Friedlich lebt er mit Gattin und Tochter im Allgäu, als sein Onkel Luigi die Ruhe stört. Wie üblich wird Robertos Frau ignoriert, die Tochter kaum beachtet, Roberto selber dafür umso mehr in Beschlag genommen. Onkel Luigi hat natürlich ein Anliegen: Roberto soll ihn und eine ominöse riesige Kiste nach Sizilien fahren und da gibt es auch keine Diskussion. Roberto muss sich dem Familienoberhaupt fügen, schnallt die riesige geheimnisvolle Kiste auf das Dach seines winzigen Fiat Cinquecento und los gehts mit Onkel Luigi Richtung Bella Italia. Blöd nur, dass der Onkel jede Stunde Hunger hat und dann sofort und ohne Umschweife essen muss. Und seltsam, was er für unheimliche Gestalten entlang der Autobahn kennt, jeder schuldet ihm anscheinend einen Gefallen und alle haben… ja, was, Angst? Und was ist denn bloß in dieser Kiste, um die Onkel Luigi so ein Geheimnis macht?
Kleine Hörprobe gefällig? – Klick mich –
Onkel Luigi macht es dem armen Roberto nicht leicht – dem Zuhörer aber auch nicht. Meine Nachtruhe hat er zumindest nachhaltig gestört, an schlafen war gar nicht zu denken, stattdessen habe ich Tränen in mein Kopfkissen gelacht und in die Bettdecke gebissen, um nur ja nicht den Mann zu wecken.
Simon Roden spricht den Roberto, Roberto Capitoni selbst den Onkel Luigi und beide machen das so meisterhaft, dass man einfach Spaß haben muss!
Das ganze wird dann noch von einem grandiosen, sehr überraschenden Finale gekrönt, nach dem es richtig schwer fällt, Abschied von Onkel Luigi zu nehmen.
Ursprünglich hatte ich in das Buch hineingelesen und dachte noch, das sei einfach so etwas im Stile von “Maria, ihm schmeckts nicht”, das Hörbuch hat mich dann jedoch eines besseren belehrt. Gewisse Ähnlichkeiten sind wohl nicht zu leugnen, aber dennoch hat Capitoni hier etwas ganz eigenes abgeliefert und dem Hörbuch kann ich nur meine absolute Empfehlung aussprechen.
Fünf Sterne.

Titel: Ich mach dir Betonschuhe. Wie ich einmal fast Mafioso wurde.
Autor: Roberto Capitoni
Audio CD
Sprecher: Simon Roden, Roberto Capitoni
Verlag: DAV
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3898139687
Alexandra Reinwarth/ Das Glücksprojekt. Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden.
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Biographie/ Autobiographie, Gelesen, Humor, Ratgeber am 29. Juli 2011
Um es gleich vorweg zunehmen: Dieses Buch ist bislang mein Jahreshighlight 2011.
Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, wann mir jemals ein Buch so einen Spaß gebracht hat!

Alexandra Reinwarth hat ein Jahr lang alles Mögliche und Unmögliche getestet, um ihr persönliches Glückslevel zu optimieren.
Nicht, dass sie zuvor übermäßig unglücklich gewesen wäre, aber eine gewisse Grundunzufriedenheit war einfach da und das Gefühl: Das muss noch besser gehen.
Mein Entschluss steht fest: Ich will aus meinem Leben das Größtmögliche herausholen. Ich will größt-glücklich-möglich sein.
Und zwar ab: Jetzt.
Und so hat sich die tapfere Heldin in die Schlacht gestürzt, hat sich mit vielen Ratgebern bewaffnet und es mit Sport und Buddhismus, mit Lach-Yoga, Wallfahrten, Kleiderschrankoptimierung, Bestellungen beim Universum oder auch Tricks aus der Psychokiste aufgenommen und sich (was längst überfällig war) ein Haustier angeschafft. Eben all die Dinge, die in den ach so populären “wie werde ich zufrieden”-Ratgebern immer so empfohlen werden (als Beispiele seien hier mal Eckart von Hirschhausens “Glück kommt selten allein” oder Marie Mannschatz’ “Buddhas Anleitung zum Glücklichsein” genannt, auf beide Bücher bezieht sich die Autorin immer wieder und sie stehen auch bei mir im Regal, aber das nur so am Rande…).
Wer jetzt einen drögen Ratgeber erwartet, liegt Kilometer, ach, Galaxien weit entfernt von der Realität!
Mit viel Humor geht die Autorin an die Sache, berichtet von Pleiten, Pech und Pannen, lässt sich auch immer wieder überraschen und überrascht auch den Leser, denn so unterhaltsam das Buch auch ist, aus jedem Kapitel kann man etwas für sich selbst mitnehmen, reflektieren, sich selbst mal einer kleinen Bestandsprüfung unterziehen. Und immer wieder lachen.
Insbesondere das Haustierkapitel hat mir einen Lachflash par excellence beschert, die Tränen liefen mir dermaßen, dass der Hausherr schon ganz besorgt ob meines Geisteszustandes war.
Ich will jetzt gar nicht weiter auf den Inhalt des Buches eingehen, das endet dann nur wie in Rezensionsversuch 1 + 2 damit, dass ich mich wieder festlese und außerdem will ich auch nicht zu viel verraten, ihr sollt nämlich selbst mit Lachmuskelkater gesegnet werden.
Bestellt hatte ich mir dieses Buch mehr oder weniger durch Zufall, ich hatte mir bereits die “Yoga Bitch” in den Warenkorb gelegt und sah dann, dass “Das Glücksprojekt” von den Käufern des Buches wärmstens empfohlen wurde.
Neugierig habe ich es also auch bestellt, aber ich hätte nie, wirklich NIE erwartet, dass es mich derart begeistern könnte. Und damit steh ich nicht allein da, Katrin von BuchSaiten ging es nicht anders als mir
und inzwischen findet man immer mehr begeisterte Rezensionen zu dem Buch.
Spart euch all die anderen Ratgeber, dieses Buch macht schon beim Lesen glücklich, versprochen!
Geht am besten sofort in den Buchladen und holt euch dieses Buch. Jetzt gleich!

Der erste Satz:
Dies ist kein Glücksratgeber.
Bewertung:
Eigentlich müsste ich für “Das Glücksprojekt” die sechs Sterne einführen
, aber ich belasse es einfach bei der Höchstnote, den fünf Sternen und betone noch einmal: Lest dieses Buch!

Titel: Das Glücksprojekt. Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden.
Autorin: Alexandra Reinwarth
Taschenbuch: 250 Seiten
Verlag: mvg Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3868822052
Jan-Uwe Fitz/ Entschuldigen Sie meine Störung. Ein Wahnsinnsroman.
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gelesen, Humor am 29. Mai 2011
Inhalt:
Man hat es ohnehin nicht leicht, wenn man unter Soziophobie leidet, schließlich ist diese Welt voll von Menschen, sie zu meiden ist recht schwierig. Wenn sich dann aber noch Paranoia, zig weitere Ängste und eine stalkende Wanderbaustelle dazu gesellen, wird es höchste Zeit für die Nervenklinik. Aber eine exklusive, bitte sehr!
Meinung:
Es ist gelb und es ist völlig wahnsinnig, das Buch vom Taubenvergraemer. Wahnsinnig durchgeknallt, wahnsinnig verwirrend, wahnsinnig komisch und irgendwie dann auch noch wahnsinnig liebenswert. Die Dialoge sind manchmal wirklich haarsträubend, wie kommt man bloß auf so etwas? ![]()
Den Einfallsreichtum des Autoren kann ich einfach nur bewundern, nicht mal nur wegen der abstrusen Handlungen, sondern auch wegen der herrlichen Wortkreationen; jeder Satz sitzt, es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen.
Solche Bücher braucht die (Literatur)Welt! Bücher, die unterhaltsam sind und dennoch in gewisser Weise den Spiegel vorhalten.
Hätte der Herr Fitz nicht schon längst mit seinen Tweets (@Vergraemer), seinem Blog und diesem Büchlein mein Herz erobert, spätestens die Danksagung an seinen Lektor hätte dafür gesorgt
.
Der erste Satz:
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, ich werde neuerdings von einer Wanderbaustelle verfolgt.
Bewertung:
Vier Sterne und bitte mehr davon!

Titel: Entschuldigen Sie meine Störung. Ein Wahnsinnsroman.
Autor: Jan-Uwe Fitz
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Dumont Buchverlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3832161477
Kai Splittgerber und Dorothea Huber / Brehms Tierland
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gelesen, Geschenktipp, Humor, Tierisch am 1. Mai 2011
“Mit Stolz und Genugtuung darf ich von den ersten Tieren berichten, die ich auf Tierland entdeckte. Ich nenne sie
zu Ehren meines lieben Vaterlandes: Deutsche.¹ Strandulen.¹ In Anbetracht der widrigen Umstände meiner Expedition hat mein Vaterland diese Ehre doch nicht verdient. Dies soll auch eine Lehre für die hohen Herren von der Akademie sein: Kein Tierlandtier soll Deutscher heißen, solange nicht endlich das Geld für meine zweite Expedition bereitgestellt worden ist.”

Edmund Alfred Brehm (nicht zu verwechseln mit dem wohl weit berühmteren Alfred Edmund Brehm
) ist ein verkanntes Genie.
Missverstanden, unterschätzt, bedauerlicherweise auch an einer gewissen Katzenproblematik leidend, stets um die ihm zustehende Anerkennung ringend.
Seine Tierforschungen werden, ebenso wie seine glorreichen Erfindungen, nicht ernst genommen, seine Expeditionen von der Akademie nicht finanziert, die hohen Herren von der Akademie wagen es sogar, ihn komplettweg zu ignorieren!
Also macht er sich todesmutig auf und segelt mit dem betrügerischen Halsabschneider Kapitän Pamphile, dessen fragwürdigen Mannschaft und einem Haufen suizidaler Kaninchen auf eigene Kosten auf nach Tierland (dessen Existenz von den hohen Herren der Akademie freilich verleugnet wird).
Brav notiert er jedes Erlebnis in seinem Expeditionstagebuch, skizziert jedes seltsame Tierlandtier und in seiner unendlichen Güte legt er den hohen Herren der Akademie dieses Expeditionsbuch samt Karte von Tierland vor. Welch Glück für uns schnöde, nichtswissende Leser, da auch wir so in den Genuss der Brehmschen Genialität kommen und Anteil nehmen dürfen an dieser waghalsigen Expedition!
Hier ein kleiner Eindruck:









Meinung:
Als jemand, der mit dem Dicken Schmitt-Buch und dem dDicken Schrader-Buch groß geworden ist (Ossis ab 25 Jahren aufwärts dürften wissen, wovon ich spreche
), liebe ich illustrierte und humorige Geschichten.
Mit “Brehms Tierland” hatte ich wahnsinnig viel Spaß, es war fast wie damals, als ich als Kind kichernd und glucksend über dem Dicken Schmitt gehangen habe – und das, liebe Autoren, dürft ihr als dickes, fettes Kompliment auffassen!
Eine aberwitzige Geschichte, die zu gleichen Teilen aus Text (der mittels verschiedener typographischer Schriften dargestellt wird und jede Menge erheiternde Fußnoten enthält) und Illustration besteht; eine Geschichte also, die gleichermaßen durch Wort und Bild erzählt wird und die so gespickt ist mit Anspielungen und Feinheiten, dass man sich wirklich Zeit nehmen und genießen muss.
Ein tolles Buch, das eigentlich schon eher ein Kunstwerk ist.
Bewertung:
Ganz klar, fünf Sterne.

Titel: Brehms Tierland
Autoren: Kai Splittgerber (Text) und Dorothea Huber (Illustrationen)
Gebundene Ausgabe: 234 Seiten
Verlag: Edition Büchergilde
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3940111821
[Hörbuch] Gerhard Matzig / Meine Frau will einen Garten
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gehört, Humor, Roman am 7. März 2011
Kurzbeschreibung:
Von einem, der auszog, ein Haus zu bauen…
Frühmorgens um fünf liegt ein Mann schlaflos im Bett und wackelt unschlüssig mit den Zehen. Soll er, oder soll er nicht? Soll er seiner Frau Pia und seinen drei Kindern den größten Wunsch erfüllen? Ein eigenes Haus im Grünen: Das ist der Traum seiner Familie. Leider ist das aber genau das, was er nicht will, denn er liebt das Leben in der Stadt, in einer Altbauwohnung in der Nähe von Kinos und Kneipen. Schließlich überwindet er seine Widerstände und trifft eine mutige Entscheidung: Er baut selbst ein Haus. Und eigentlich wäre das ein großartiges Abenteuer – wenn es nicht von haarsträubenden Widrigkeiten, absurden Begegnungen und dem heimlichen Wunsch begleitet wäre, sich aus dem Staub zu machen. Natürlich bleibt der Mann und stellt sich seiner zehenwackelnden Schlaflosigkeit und den Kernfragen des Lebens. Zum Beispiel nach den richtigen Fliesen im Bad.
Quelle: Amazon
ER will eigentlich einfach nur in der Großstadt wohnen bleiben, schön zentral in München, immer in der Nähe von Kinos, Geschäften und der Arbeit.
SIE hingegen will ein Haus am Stadtrand, etwas Eigenes, im Grünen, unbedingt mit Garten, allein schon wegen der Kinder.
Muss man wirklich noch betonen, dass SIE sich durchsetzt?
Gerhard Matzig hat ein unterhaltsames Buch geschrieben, das wohl vielen deutschen Paaren aus der Seele sprechen dürfte, denn die Konstellation “Einer will ins Grüne, einer in die Stadt” dürfte so selten nicht sein, ebenso wie die Diskussion über die Definition des geographischen “Stadtrands”.
Der Herr Matzig wusste auch recht genau, wovon er schreibt, denn dies ist seine Geschichte, sein ganz persönliches kleines Leid vom Hausbau.
Gelesen wird das Buch von Dieter Moor, der mit dem ihm eigenen trockenen Humor der Geschichte noch das i-Tüpfelchen aufsetzt.
Ich habe mich gut amüsiert und kann das Hörbuch daher besten Gewissens weiterempfehlen.
Bewertung:
Vier Sterne und eine Menge Mitgefühl
.

Audio CD
Titel: Meine Frau will einen Garten
Autor: Gerhard Matzig
Sprecher: Dieter Moor
Verlag: Random House Audio
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3837103069
Remco Campert / Tagebuch einer Katze
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Catcontent, Gelesen, Humor, Tierisch am 2. Januar 2011
Inhalt:
Pöff heißt die Katzendame, die bei “Brille” und “Rock” lebt und die eigentlich lieber einen anständigen Katzennamen hätte und nicht ein “Armutszeugnis der Namensgebung”. Mit ihren Menschen hat Pöff es nicht einfach, manchmal stecken die sie einfach in die “Trawo”, die tragbare Wohnung, und fahren mit ihr weg und viel zu oft verwenden die schwanzlosen Zweibeiner das staubsaugende drohende Ding und stören Pöff damit in ihrer Ruhe. Dazu kommen Albträume von kichernden Mäusen und der Rote Harry, der Horror der Höfe. Aber eine Katze wie Pöff weiß natürlich, wie man mit all dem umzugehen hat.
Meinung:
Als Bediensteter in einem Katzenhaushalt hat man ja meistens haufenweise kätzischer Lektüre im Regal.
Was habe ich Tränen gelacht über “Schmitz Katze” und wie saß ich nickend wie ein Wackeldackel da bei der Lektüre von “Miau sagt mehr als tausend Worte”.
Aber von allen meinen Katzenbüchern ist mir dieses das Liebste! ♥
Das einzige, was ich daran zu kritisieren habe, ist seine Kürze!
Viel zu schnell hat man das Büchlein durchgelesen und möchte eigentlich noch viel viel mehr von und über Pöff und ihre Zweibeiner erfahren.
Man merkt, dass Remco Campert viel Erfahrung mit Katzen hat und diese wunderbaren Geschöpfe liebt und respektiert.
Mit viel Sprachgefühl, Humor und Beobachtungsgabe berichtet er aus dem Katzenalltag. In 30 kleinen Kapiteln lässt Campert seine Pöff von den kleinen und großen Dingen im Katzenleben erzählen und hat so ein Buch geschaffen, dass jedem Katzenfreund ans Herz gehen dürfte.
Die ersten Sätze:
Madonna, Thelonious, Napoleon, Justine, Kleopatra, Vincent, T.S. Eliot, Lolita, Sokrates, Zelda, Beethoven, Fellini, Venus, Malaparte, Kousbroek, Isebel, Adinda…
Da haben Sie ein paar Namen von Katzen aus den Gärten hinter dem Haus, in dem ich mit Brille und Rock wohne.
Einer wie der andere: Namen, die sich sehen lassen können, mit Sorgfalt und Liebe von den Zweibeinern ausgewählt, die zu diesen Katzen gehören.
Nennen wir ihn: Multaluli.
Nennen wir sie: Madame de Pompadour.
Zweibeiner mit Geschmack.
Ich heiße Pöff. Jawohl, Sie lesen richtig. Pöff.
Ein Name wie eine Sprachstörung.
Bewertung:
So wunderschön, dass nichts anderes als fünf Sterne in Betracht kommt.

Autor: Remco Campert
Titel: Tagebuch einer Katze
Originaltitel: Dagboek van een poes
Gebundene Ausgabe: 75 Seiten
Verlag: Arche Verlag
Gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3716023778
[Hörbuch] Cordula Stratmann / Sie da oben, er da unten
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gehört, Humor am 11. November 2010
Kurzbeschreibung:
Totsein hatte sie sich immer anders vorgestellt. Das ist ja doch etwas ganz Spezielles. Und der Weg dahin: Ausgerechnet Dieter, ihr Dieter, der nie in die Puschen kommt, ist ihr nach zig Jahren Ehe so mir nichts dir nichts an die Gurgel gesprungen! Dann liegt man plötzlich erwürgt im Flur – und gerät natürlich ins Grübeln: Wie ist das überhaupt geregelt da oben im Himmel, mit dem Sein, ähm Nichtsein? – Bestens, darf Sabine nach unappetitlicher Zwischenlagerung bei der Gerichtsmedizin feststellen. Sogar so gut, dass man bald seine Rachegelüste gegenüber mörderischen Gatten vergisst. Und wen man hier so alles kennenlernt…
Da unten realisiert Dieter in der Zwischenzeit: Wer keine echten Steherqualitäten hat, der sollte die Finger vom Töten lassen! Man hat in der Zeit danach so viel Hudelei, das sollte man sich vorher wirklich ganz genau überlegen …
Zu den Klängen der “Never Comebacks” und “Forever Gones” jagt da oben währenddessen ein Fest das nächste. Nur mit der Liebe scheint es im Himmel auch nicht einfacher zu sein als auf der Erde: Da vergeigt einem Mozart schon mal persönlich die Stimmung und bei ihrem alten Schwarm Jens kommt Sabine auch nicht so richtig zum Zuge…
Quelle: Amazon
Meinung:
Cordula Stratmann kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen und fand sie dort immer sehr lustig und unterhaltsam.
Durch die Werbekampagne bin ich auch auf ihr Buch aufmerksam geworden, der Inhalt klang witzig und als ich las, dass die Autorin das Hörbuch selbst liest, habe ich es mir kurzentschlossen gekauft.
Vielleicht wäre ich mit dem klassischen Buch besser beraten gewesen.
Die Geschichte ist m Grunde ganz witzig, zwischendurch immer mal wieder etwas flach, nicht besonders anspruchsvoll, aber doch alles in allem sehr unterhaltsam. Das Ende hat mir allerdings nicht besonders gut gefallen. Noch weniger hat mir indes Frau Stratmann als Vorleserin gefallen. Im Gegensatz zu ihren Fernsehauftritten klingt sie beim Hörbuch sehr bemüht und das nimmt dem ganzen irgendwie die Lockerheit und dämpft die Geschichte doch sehr.
Bewertung:
Leider nur zwei Sterne.

Autorin: Cordula Stratmann
Titel: Sie da oben, er da unten
Typ: Audio CD
Verlag: Roof Music
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3941168435












