Archiv für die Kategorie Kinder-/ Jugendbuch
[Gastrezension] Elisabeth Zöller / Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Biographie/ Autobiographie, Gastrezension, Gelesen, Historisches, Kinder-/ Jugendbuch am 17. Februar 2012
Yvonne wollte gerne Bekanntschaft mit Anton machen und so hat sie sich nach meinem Beitrag zum 27. Januar, in dem Bücher zum Thema Nationalsozialismus ein Zuhause suchten, bei mir gemeldet. Anton ist inzwischen wohlbehalten bei ihr angekommen und hier folgt nun ihr Leseeindruck. Herzlichen Dank, liebe Yvonne!
*** *** ***
Das Buch erzählt die Geschichte von Anton. Anton ist ein sehr liebenswerter Junge, der mir sofort ans Herz gewachsen ist.
Er ist unglaublich gut in Mathematik, aber leider hilft ihm das in der Zeit, in der er aufgewachsen ist nicht viel – es ist die Zeit des Nationalsozialismus.
Anton ist durch einen Unfall behindert. Er stottert, kann seinen rechten Arm nicht richtig bewegen und spricht von sich selbst in der dritten Person.
Trotz seiner Einschränkungen ist Anton ein sehr aufgewecktes Kind mit vielen Fragen und Gedanken.
Das Buch ist ein Jugendbuch und in einer sehr flüssigen Sprache geschrieben, sodass es sich gut lesen lässt.
Ich bin sofort in die Geschichte eingetaucht und habe im Kopf neben Anton auf dem Schulhof gestanden und die Gemeinheiten der anderen Kinder ertragen. Das fand ich auch eigentlich das Schlimmste. Sicherlich hat der mit einer normalen Allgemeinbildung versehene Mensch von heute eine Vorstellung davon, wie schlimm die im Dritten Reich verübten Gräueltaten waren. Aber so hautnah aus der Sicht eines Kindes zu lesen, wie sehr auch die ganz kleinen Kinder schon von der Ideologie geprägt waren und wie grausam sich erwachsene Menschen gegenüber Kindern verhalten haben, hat mich doch sehr mitgenommen.
Etwas schade fand ich, dass man so wenig darüber erfährt, wie die anderen Kinder der Familie damit umgegangen sind ,einen behinderten Bruder zu haben.
Ich denke mal, dass auch sie wahrscheinlich deswegen Anfeindungen ausgesetzt waren.
Darüber hätte ich, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Antons Schwester Marie noch lebt und direkt hätte erzählen können, doch gerne mehr erfahren.
Beim Lesen dieses Buches macht man sich deutlich, dass es niemals wieder so weit kommen darf und wir alle dafür einstehen müssen.
Sehr berührt hat mich folgender Dialog von Seite 27:
Marie seufzt. Kleine Brüder konnten einem fast die Seele aus dem Leib fragen. Und Anton erst recht.
Da erklärte Mama: “Wer fragt, lebt.”
“Und wenn er mal nicht mehr fragt?”, fragte Marie.
“Dann ist er tot”, sagte Mama.
Nach einer Weile sagte Anton: “Jetzt weiß Anton, warum Gott nicht alle Fragen beantwortet.”
“Und warum?”, fragten Marie und Mama.
“Weil er will, dass die Menschen leben.”
Mein Fazit: Lesenswert! Aufrüttelnd!
Autorin: Elisabeth Zöller
Titel: Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens
Taschenbuch: 223 Seiten
Verlag: Fischer
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596805167
Jane Eagland / Mein Herz so wild
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gelesen, Historisches, Kinder-/ Jugendbuch, Roman am 29. Dezember 2010
Inhalt:
Ein junges Mädchen wird um 1870 herum in die englische Irrenanstalt Wildthorn Hall eingeliefert. Auf ihren Einlieferungspapieren steht der Name Lucy Childs, doch sie selbst behauptet, Louisa Cosgrove zu sein und sich zu Unrecht in der Klinik zu befinden. Niemand glaubt ihr und so muss sie sich in den Anstaltsalltag einfügen, der brutale Wärterinnen und unzumutbare Zustände bereit hält. Doch ist sie wirklich nervenkrank oder handelt es sich vielleicht um eine Verschwörung? Vielleicht, weil sie einfach nicht so sein will, wie eine Frau sein soll …?
Meinung:
Zu Beginn des Buches weiß man nicht:
Handelt es sich nun um Lucy oder um Louisa? Ist die junge Frau wirklich verwirrt und zu Recht in der Anstalt oder etwa doch nicht?
Leider hält diese spannende Fragestellung nicht allzu lange an, denn schon anhand der Einschübe aus der Vergangenheit erkennt man bald, um wen es sich bei der jungen Frau handelt und es lässt sich auch schnell die Ursache ihres Dilemmas erahnen.
Die Geschichte plätschert vor sich hin. Die Stellen, die eigentlich als Spannungsgipfel hätten enden sollen, kamen so kaum zur Geltung, die Erzählweise wirkte auf mich recht eintönig.
Im Interesse all jener, die das Buch noch lesen möchten, setze ich heute erstmals einen Spoiler, denn es ist mir ausnahmsweise nicht möglich, meine Meinung zu formulieren, ohne auf die Handlung einzugehen. Wer also weiter lesen möchte, braucht nur den folgenden weißen Abschnitt markieren und schon wird der Text lesbar
.
Mir fiel es insgesamt sehr schwer, mich auf diese Geschichte einzulassen.
Zum einen lag das an der Erzählweise; ich bin kein Fan von Präsensschilderungen.
Zum anderen aber wurde ich auch inhaltlich nicht warm mit diesem Buch. Möglicherweise liegt das auch daran, dass mein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt die Psychiatriegeschichte ist und das, was ich über Nervenheilanstalten im 19. Jahrhundert weiß, mit diesem Buch nur mäßig konform geht. Grade unter dem Aspekt, dass sich das Buch an jugendliche LeserInnen wendet, werde ich mit der Schilderung der Geschehnisse in der Anstalt nicht glücklich.
Die Hauptfigur ist für mich in jeder Hinsicht “too much”:
Sie ist klug, sie ist emanzipiert, sie ist entschlossen. So weit so gut. Doch diese ganze Anstaltsschilderung (de wirklich so ziemlich jedes Psychiatrieklischee bedient, das sich bis heute in den Köpfen der Menschen gehalten hat…), die Tatsache, dass sich die Protagonistin immer wieder von allen anderen abhebt, immer wieder besonderer als besonders ist, sich mit Gewalt befreit und schlussendlich sämtliche Konventionen sprengt, indem sie nicht nur Medizin studiert, sondern auch noch die gleichgeschlechtliche Liebe auslebt, das war mir einfach zu viel und dadurch wirkte das Buch auf mich sehr unrealistisch. Etwas weniger dick aufgetragen, ein paar weniger bediente Klischees oder auf weniger Punkte fokussiert, wäre die Geschichte runder und zu Herzen gehender geworden. Manchmal ist weniger eben wirklich mehr.
Der erste Satz:
Die Kutsche holpert in den ausgefahrenen, vom strömenden Novemberregen überfluteten Spurrinnen dahin.
Bewertung:
Von mir gibt es für “Mein Herz so wild” leider nur zwei Sterne.

Autorin: Jane Eagland
Titel: Mein Herz so wild
Originaltitel: Wildthorn
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3423248396
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Herzlichen Dank an DTV für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!
Philippe Nessmann / Absturz in den Anden
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Gelesen, Historisches, Kinder-/ Jugendbuch am 7. Dezember 2010
Stefanie von den Bücherkindern hat mir dieses Buch netterweise zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank dafür (nicht nur in meinem Namen
)!
Henri Guillaumet ist 14 Jahre alt, als er seine Berufung findet: das Fliegen.
Im Jahr 1916 ist das alles andere als gewöhnlich, Flugzeuge gibt es noch nicht allzu lange und der Weg zum Piloten ist hart und kostet viele Anwärter das Leben. Doch Guillaumet schafft es und erfüllt sich seinen Traum, wird zunächst Flieger bei der Armee, später dann bei der neugegründeten Luftpost. Diese bringt ihn schließlich nach Südamerika – wo er und sein Flugzeug am 13. Juni 1930 über den Anden als vermisst gemeldet werden.
Antoine Saint-Exupéry und Jean Mermoz, enge Freunde Guillaumets, begeben sich auf die verzweifelte Suche nach dem Verunglückten, doch um zu überleben, muss dieser sein Schicksal selbst in die Hand nehmen…
Phillippe Nessmann ist ein sehr gründlich recherchiertes und feinfühliges Buch über den in Frankreich noch heute hoch verehrten Henri Guillaumet und die Anfänge der Luftpost gelungen. Statt nüchtern zu berichten, lässt Nessmann die Freunde und Gefährten Guillaumets und natürlich den Flieger selbst zu Wort kommen.
Das Buch zeichnet sich durch eine lebendige, bildhafte Sprache aus, die auch für Kinder gut verständlich sein dürfte (wenn man von einigen veralteten Begriffen wie „Kinematograph“ absieht, die sicherlich elterlicher Erläuterung bedürfen).
Besonders gelungen und erwähnenswert ist die Dokumentation „Die Pioniere der Luftpost“, die in der Mitte des Buches zu finden ist und kurze Lebensläufe und Fotos der Piloten enthält sowie Abbildungen der Flugzeuge und Erläuterungen rund um das Thema Luftpost.
Von mir gibt es für dieses Buch, das sich mittlerweile in den Händen meiner Neffen befindet, die Höchstnote.

Tipp: Philippe Nessmann hat noch weitere historische Romane für Kinder und Jugendliche verfasst, die sich durch eine ebenso lebendige Sprache und hervorragende Recherche auszeichnen.
Autor: Philippe Nessmann
Titel: Absturz in den Anden
Originaltitel: A l’ assaut du ciel
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Kerle in Herder
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3451709920
empfohlenes Alter: 10 – 15 Jahre
Ian Beck / Pastworld
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Fantasy, Gelesen, Kinder-/ Jugendbuch, Spannung am 12. November 2010
Inhalt:
Tauchen Sie ein in die nebelverhangene Atmosphäre des Alten Londons! Erleben Sie den Nervenkitzel eines authentischen Mordschauplatzes! Staunen Sie über die Tricks entzückender Straßenbengel, die sie um einen Penny anschnorren! Pastworld – Das Abenteuer wartet!
Caleb Brown reist im Jahr 2048 mit seinem Vater nach “Pastworld”, dem erfolgreichsten Themenpark der Welt. Hier ist das alte viktorianische London noch lebendig und nichts erinnert an die Gegenwart. Es gelten die viktorianischen Gesetze und das wird für Caleb zum Verhängnis, denn ehe er sich versieht, steht er unter Mordverdacht und das ist in Pastworld kein Kavaliersdelikt. Auf der Flucht begegnet er Eve, die ihm seltsam ähnlich ist und bis vor Kurzem nichts von der Existenz der Außenwelt wusste. Und dann ist da noch das Phantom, das irgendwie an Jack the Ripper erinnert und es aus unerfindlichen Gründen auf Eve und Caleb abgesehen hat…
Meinung:
Die Buckland Corporation macht aus dem Londoner Altstadtkern einen Themenpark, in dem ein anderes Zeitalter lebendig ist. Wohlhabende Touristen aus dem Jahr 2048 können so eine kleine Zeitreise antreten, das Leben in einem anderen Jahrhundert erleben. In Pastworld heißen diese Leute bezeichnenderweise “Gaffer”. Treffend, wie ich finde. Die Gaffer buchen “Mordtouren”, um an authentischen Schauplätzen echte Mordopfer zu sehen, sie buchen Hinrichtungen oder gucken sich im Gefängnis die bösen viktorianischen Verbrecher an, um sich über sie lustig zu machen; wenn sie könnten, würden sie wohl noch viel weiter gehen in ihrer Sensationsgier. In ihrer Zeit (vermute ich jetzt mal) stehen die Gaffer bestimmt auch glotzend an der Autobahn, um bei Unfällen zuzusehen oder schreiten nicht ein, wenn in der Fußgängerzone jemand zusammengeschlagen wird… Ian Beck hat hier einen schönen Weg gefunden, die Sensationslüsternheit unserer Gesellschaft zu spiegeln. Man bezahlt und steigt vorübergehend aus, begibt sich an einen anderen Ort und benimmt sich dann oft genug nicht wirklich sympathisch, wie die Gaffer im Buch.Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und sind der Verknüpfungspunkt zwischen Pastworld und der Außenwelt. Um sie, die Gaffer, zu befriedigen, scheut die Buckland Corporation vor nichts zurück.
Das empfohlene Lesealter für dieses Buch ist 12-13 Jahre.
Man hat da eine spannende Geschichte, fast schon eine Zeitreisegeschichte mit einem bisschen Fantasy und viel Grusel, ich kann mir schon gut vorstellen, dass das Buch Jugendlichen gefällt. Aus Erwachsenensicht liest man es aber sicher ganz anders und wahrscheinlich hat mir das Buch genau deswegen auch gut gefallen. Ian Beck hat es geschafft, eine Geschichte zu schreiben, die eben nicht nur ein Jugendbuch ist, sondern die auch Erwachsene zu fesseln vermag und aus der man mehr herauslesen kann, als die reine, aufs Papier gebannte Geschichte selbst.
Die Sprache ist klar und präzise, manchmal allerdings etwas distanziert und das hat es an einigen Stellen nicht so leicht gemacht, mitzufiebern oder eine Verbindung zu den Hauptfiguren aufzubauen; diese sind mir bis ans Ende der Geschichte in gewisser Weise fremd geblieben.
Besonders schön finde ich das Cover: ein sehr schönes, zur Geschichte passendes Bild, holografische Schrift und an den Rändern “auf alt gemacht”; einfach ein Buch, das man sich gerne ins Regal stellt und das bei mir bei jedem Anblick Freude aufkommen lässt. Es gibt so viele grauenhafte Cover auf dem Buchmarkt, dieses sticht einfach heraus.
Der erste Satz:
Beim Erzählen dieser Geschichte möchte ich keinerlei Vorwissen aufseiten der Leser voraussetzen.
Bewertung:
Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und dafür gibt es 3,5 Sterne
. Und bei dem Ende kann man ja nur auf eine Fortsetzung hoffen
.

Herzlichen Dank an den LOEWE- Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
Autor: Ian Beck
Titel: Pastworld
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Loewe Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3785571569
Markus Zusak / Die Bücherdiebin
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Catcontent, Gelesen, Kinder-/ Jugendbuch, Roman am 21. August 2010

Inhalt:
Liesel ist erst neun Jahre alt, als sie zu ihren Pflegeeltern, Hans und Rosa Hubermann, nach Molching kommt. Es ist Krieg. Ihr Bruder Werner, ihre Mutter und ihr Vater sind tot.
Hans Hubermann wird Liesel zu einem liebenden Pflegevater und auch seine Frau Rosa kann ihr Herz gegenüber dem Mädchen nicht verschließen, gibt jedoch die strenge Hand.
Liesel findet in Rudi einen Freund, den besten. Und auch Max, der Jude, den die Hubermanns im Keller verstecken, wird zum Vertrauten.
Genauso wie die Bücher, die Liesel lieben und irgendwann auch stehlen lernt, als Ausgleich für all das, was sie schon verloren hat und was sie entbehren muss.
Und während all dem ist der Tod ihr ständiger Beobachter und selbst er schließt Liesel in sein Herz…
Meinung:
Normalerweise weine ich nicht bei Büchern, ich bin ja keine Heulsuse. Ok, als Teenie hab ich bei “Die Leiden des jungen Werther” Rotz und Wasser geheult, aber das waren eher die Hormone als alles andere.
Bei der Bücherdiebin -ich gebe es ganz offen zu- habe ich geweint.
Die Geschichte ist einfach nur wunderschön.
Der Tod ist ihr Erzähler, Liesel die Hauptfigur und es fällt schwer, beide nicht ins Herz zu schließen, genau wie all die anderen Hauptpersonen.
Dabei ist die Thematik eher bedrückend: ein kleines Mädchen, das so viel verloren hat, in so einer schwierigen Zeit, im Krieg.
Doch Markus Zusak gelingt es, in diesem Buch vor allem von der Liebe zu erzählen.
Der Liebe zu den Menschen, die einem am Herzen liegen, der Liebe zu den Büchern, die einem durch schwere Zeiten helfen können.
Das ganze in eine einfache Sprache verpackt, die das Buch für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen angenehm lesbar macht, ohne ins Flache abzudriften oder kitschig zu werden.
Und so legt man das Buch irgendwann weg – traurig, weil es zu Ende ist, und doch irgendwie mit einem warmen, wohligen Gefühl im Bauch.
Dieses Buch scheidet die Geister. Vielen habe ich es empfohlen und dabei gemerkt, dass man es offenbar entweder liebt oder verabscheut; dazwischen gab es nichts, keine Grautöne. Das sieht man auch an den Rezensionen, die im Internet zu finden sind. Die einen befremdet es, dass der Tod als Erzähler einer Geschichte fungiert. Die anderen, mich (und wie man sehen kann auch meine Lesekatze) eingeschlossen, berührt es zutiefst.

Und weil ich diesen Videobeitrag einfach gelungen finde, anstatt weiterer Worte:
Und hier ein (englischer) Trailer, den ich auch sehr gelungen finde, den ich allerdings nur als Link reinsetze, weil mir sein “Standbild” ganz und gar nicht gefällt und ich so etwas nicht auf meinem Blog sehen möchte: The Book Thief Trailer
Der erste Satz:
Zuerst die Farben.
Bewertung:

Titel: Die Bücherdiebin
Originaltitel: The Book Thief
Autor: Markus Zusak
Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3764502843
Gerd Ruebenstrunk / Arthur und die vergessenen Bücher
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Fantasy, Gelesen, Kinder-/ Jugendbuch am 2. August 2010
Kurzbeschreibung (Klappentext):
Manche Bücher sind anders als andere Bücher. Manche Bücher haben magische Kräfte. Und manche Bücher können den Lauf des Schicksals beeinflussen . . . Von all diesen Geheimnissen ahnt Arthur nichts, als er in den Ferien in einem Antiquariat aushilft. Doch als plötzlich ein merkwürdiger Fremder auftaucht und den alten Buchhändler bedroht, beginnt für Arthur eine gefährliche Jagd. Gemeinsam mit Larissa, der Enkelin des Buchhändlers, muss er das geheimnisvolle Buch der Antworten finden, bevor es in die falschen Hände gerät. Ihre Suche führt die beiden über Amsterdam bis nach Bologna immer tiefer hinein in die rätselhafte Welt der vergessenen Bücher . . .
Meinung:
Arthur und ich haben ein Problem.
Nicht, dass ich ihn nicht nett, mutig und sympathisch fände!
Nein, für sein Alter ist Arthur schon ganz ok und auch seine Geschichte ist nicht unbedingt langweilig. Ok, ultraspannend fand ich die Handlung nun auch nicht und ab und an kam mir die Rahmenhandlung auch sehr fragwürdig vor (jetzt mal ehrlich, wo gibt es denn bitte solche Zugbegleiter?).
Grade, wenn man Bücher sehr liebt und in ihnen mehr sieht als eine Blattsammlung mit Buchstaben drauf, dann wird man sicher seine Freude an der Geschichte und der Magie der Bücher haben.
Mein persönliches Problem mit Arthur bestand eigentlich ab dem Zeitpunkt, an dem “Madame Slivitsky” ins Spiel kam.
Nun habe ich mich während meines Studiums recht intensiv mit der Geschichte der Theosophie befasst und wenn ich so einen Namen lese, denke ich automatisch an deren Mitbegründerin, die sich Madame Blavatsky nannte und dem Okkultismus sehr zugeneigt war. Das ist schon ein Reflex und grenzt ans zwanghafte, tut mir sehr leid, aber in der Hinsicht bin ich wie der Pawlowsche Hund: einmal eine Assoziation geweckt, kann ich sie nur schwer wieder abschalten.
Wenn man nun also mit einem gewissen Vorwissen dieses Buch liest, findet man immer wieder Schnittstellen zur Theosophie, so ist es mir zumindest gegangen.
Das hat mich ein wenig aus dem Lesefluss gebracht und immer wieder abgelenkt.
Aber: da das Buch als Jugendbuch konzipiert ist und selbst die meisten Erwachsenen wohl kaum etwas mit der Theosophie anfangen können, sind meine persönlichen Probleme mit dem Buch wohl kaum relevant ![]()
Ich habe von daher versucht, bei der Bewertung einen neutralen Blick zu bewahren und im Vergleich mit anderen (Jugend)Büchern fehlt mir beim Arthur einfach das gewisse Etwas.
Der erste Satz:
Ein käsiger Mond tauchte das winzige Pyrenäendorf inmitten der zerklüfteten Felslandschaft in ein fahles Licht, als sich zwei dunkle Gestalten aus der Tür des Dorfgasthauses stahlen.
Wertung:
Fünf Sterne gebe ich nur Büchern, die mich absolut vom Hocker reißen. Das hat Arthur leider nicht geschafft.
Vier Sterne gebe ich Büchern, die mir sehr gut gefallen haben und die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sorry Arthur, auch dazu hat es leider nicht gereicht.
Aber drei Sterne sind in meiner persönlichen Rangliste auch nicht schlecht (schlechte Bücher bekommen gnadenlose null und maximal einen Stern). Drei Sterne bedeuten also nicht, dass es sich hierbei um ein schlechtes Buch handelt, sondern meiner subjektiven Meinung nach fehlt eben einfach etwas. Aber ich werde sicherlich auch die Fortsetzung lesen und allein das beweist, dass ich Arthur wirklich nicht so schlecht fand. Aber eben auch nicht überragend.
Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch das wirklich schöne Cover und der Einband!

(Original)Titel: Arthur und die vergessenen Bücher
Autor: Gerd Ruebenstrunk
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: arsEdition
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3760736280
John Connolly / Das Buch der verlorenen Dinge
Veröffentlicht von Grete_o_Grete in Fantasy, Gelesen, Kinder-/ Jugendbuch am 27. Juli 2010
Inhalt:
David ist 12 Jahre alt, als seine Mutter krank wird und stirbt. Von ihr hat er die Liebe zu den Büchern geerbt und diese Liebe ist es, die ihn aufrecht hält, als sein Vater sich verliebt, heiratet und ein weiteres Kind bekommt. Zu allem Überfluss steht auch noch der Krieg vor der Tür und der Vater, der für die Regierung arbeitet, ist kaum noch zuhause. Mit seiner Stiefmutter und dem kleinen Bruder will David nichts zu tun haben, viel zu sehr hängt er noch an seiner Mutter. Er verkriecht sich mehr und mehr in seine geliebten Bücher, die zu ihm sprechen, Dinge raunen und lebendig sind. Und schließlich tritt der “Krumme Mann” in sein Leben, Realität und Phantasie vermischen sich und David tritt die nicht immer ungefährliche Reise in ein Land jenseits der Wirklichkeit an, in dem die Märchen lebendig sind – aber nicht immer so, wie man sie bislang kannte. Dort will er seine Mutter retten und rettet letztlich doch vor allem sich selbst…
Erster Satz:
Es war einmal – denn so sollten alle Geschichten beginnen – ein Junge, der seine Mutter verlor.
Meinung:
Zunächst war ich etwas verwundert, als ich das Buch bekam, wirkte es doch auf den 1. Blick wie ein Kinder- und Jugendbuch und das ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre. Doch ich habe mich geirrt – es war Liebe auf den ersten Satz. Dieses Buch hat mich von Anfang an verzaubert.
Ich habe mit David gelitten, als er seine Mutter verlor, habe seinen Schmerz gespürt und den unbändigen Wunsch, seine Wirklichkeit zu ändern, ich war gemeinsam mit David wütend auf den Vater und die Stiefmutter, hatte mit ihm Angst vor dem Krummen Mann und bin mit ihm auf die Reise durch die Märchen- und Traumwelt gegangen, habe mit ihm gekämpft, bin mit ihm in den Schoß der Familie zurückgekehrt und war bei ihm, als er ein letztes Mal die Augen schloss.
Die Liebe Davids zu den Geschichten hat mir aus dem Herzen gesprochen.
John Connolly kann nicht nur wunderbar mit Worten umgehen, man merkt auch in jedem Satz, wie sehr er selbst Bücher und Geschichten liebt.
Beim Lesen dieses Buches kann man vollkommen abtauchen, eintauchen in Davids Welt und findet doch immer wieder den Bezug zum eigenen Leben.
Wertung:
Absolute Höchstnote.
Unbedingt empfehlenswert!

Titel: Das Buch der verlorenen Dinge
Originaltitel: The Book of Lost Things
Autor: John Connolly
Taschenbuch: 329 Seiten
Verlag: List Tb.
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3548609225











