Artikel getaggt mit 3.5 Sterne

Ian Beck / Pastworld

Inhalt:
Tauchen Sie ein in die nebelverhangene Atmosphäre des Alten Londons! Erleben Sie den Nervenkitzel eines authentischen Mordschauplatzes! Staunen Sie über die Tricks entzückender Straßenbengel, die sie um einen Penny anschnorren! Pastworld – Das Abenteuer wartet!

Caleb Brown reist im Jahr 2048 mit seinem Vater nach “Pastworld”, dem erfolgreichsten Themenpark der Welt. Hier ist das alte viktorianische London noch lebendig und nichts erinnert an die Gegenwart. Es gelten die viktorianischen Gesetze und das wird für Caleb zum Verhängnis, denn ehe er sich versieht, steht er unter Mordverdacht und das ist in Pastworld kein Kavaliersdelikt. Auf der Flucht begegnet er Eve, die ihm seltsam ähnlich ist und bis vor Kurzem nichts von der Existenz der Außenwelt wusste. Und dann ist da noch das Phantom, das irgendwie an Jack the Ripper erinnert und es aus unerfindlichen Gründen auf Eve und Caleb abgesehen hat…

Meinung:
Die Buckland Corporation macht aus dem Londoner Altstadtkern einen Themenpark, in dem ein anderes Zeitalter lebendig ist. Wohlhabende Touristen aus dem Jahr 2048 können so eine kleine Zeitreise antreten, das Leben in einem anderen Jahrhundert erleben. In Pastworld heißen diese Leute bezeichnenderweise “Gaffer”. Treffend, wie ich finde. Die Gaffer buchen “Mordtouren”, um an authentischen Schauplätzen echte Mordopfer zu sehen, sie buchen Hinrichtungen oder gucken sich im Gefängnis die bösen viktorianischen Verbrecher an, um sich über sie lustig zu machen; wenn sie könnten, würden sie wohl noch viel weiter gehen in ihrer Sensationsgier. In ihrer Zeit (vermute ich jetzt mal) stehen die Gaffer bestimmt auch glotzend an der Autobahn, um bei Unfällen zuzusehen oder schreiten nicht ein, wenn in der Fußgängerzone jemand zusammengeschlagen wird… Ian Beck hat hier einen schönen Weg gefunden, die Sensationslüsternheit unserer Gesellschaft zu spiegeln. Man bezahlt und steigt vorübergehend aus, begibt sich an einen anderen Ort und benimmt sich dann oft genug nicht wirklich sympathisch, wie die Gaffer im Buch.Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und sind der Verknüpfungspunkt zwischen Pastworld und der Außenwelt. Um sie, die Gaffer, zu befriedigen, scheut die Buckland Corporation vor nichts zurück.

Das empfohlene Lesealter für dieses Buch ist 12-13 Jahre.
Man hat da eine spannende Geschichte, fast schon eine Zeitreisegeschichte mit einem bisschen Fantasy und viel Grusel, ich kann mir schon gut vorstellen, dass das Buch Jugendlichen gefällt. Aus Erwachsenensicht liest man es aber sicher ganz anders und wahrscheinlich hat mir das Buch genau deswegen auch gut gefallen. Ian Beck hat es geschafft, eine Geschichte zu schreiben, die eben nicht nur ein Jugendbuch ist, sondern die auch Erwachsene zu fesseln vermag und aus der man mehr herauslesen kann, als die reine, aufs Papier gebannte Geschichte selbst.
Die Sprache ist klar und präzise, manchmal allerdings etwas distanziert und das hat es an einigen Stellen nicht so leicht gemacht, mitzufiebern oder eine Verbindung zu den Hauptfiguren aufzubauen; diese sind mir bis ans Ende der Geschichte in gewisser Weise fremd geblieben.

Besonders schön finde ich das Cover: ein sehr schönes, zur Geschichte passendes Bild, holografische Schrift und an den Rändern “auf alt gemacht”; einfach ein Buch, das man sich gerne ins Regal stellt und das bei mir bei jedem Anblick Freude aufkommen lässt. Es gibt so viele grauenhafte Cover auf dem Buchmarkt, dieses sticht einfach heraus.

Der erste Satz:

Beim Erzählen dieser Geschichte möchte ich keinerlei Vorwissen aufseiten der Leser voraussetzen.

Bewertung:
Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und dafür gibt es 3,5 Sterne :-) . Und bei dem Ende kann man ja nur auf eine Fortsetzung hoffen ;-) .

Herzlichen Dank an den LOEWE- Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

 

Autor: Ian Beck
Titel: Pastworld
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Loewe Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3785571569

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Linwood Barclay / Dem Tode nah

Linwood Barclay: Dem Tode nahInhalt:
Derek ist 17 Jahre alt und schwer verknallt. Um mit seiner Auserwählten ungestört Zeit verbringen zu können, nutzt er die Gunst der Stunde: Sein bester Freund Adam Langley fährt mit seinen Eltern in Urlaub, das Haus steht leer, freie Bahn für Derek. Doch während Derek noch im Keller der Langleys auf sein Schäferstündchen wartet, kehren die Langleys unerwartet zurück – und werden kurz darauf erschossen.
Derek gilt natürlich als Verdächtiger und so macht sich dessen Vater auf und stellt eigene Ermittlungen an. Dabei stellt sich heraus, dass alles anders ist als zunächst angenommen…

Meinung:
Nach dem fulminanten “Ohne ein Wort” ist Linwood Barclay auch mit “Dem Tode nah” ein wunderbarer Thriller gelungen. Zwar kommt er in meinen Augen nicht ganz an “Ohne ein Wort” heran (was vor allem an der zwischendurch immer wieder abflachenden Spannungskurve liegt), aber hebt sich immer noch deutlich von den Mainstream-Thrillern ab.
Barclay skizziert interessante Charaktere und eine fesselnde Handlung und man ahnt erst recht spät, in welche Richtung die Auflösung des Mordes geht.

Der erste Satz:

Das beste Versteck ist der Stauraum im Keller, dachte Derek.

Bewertung:
3,5 Sterne.

Titel: Dem Tode nah
Originaltitel: Too Close to Home
Autor: Linwood Barclay
Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Ullstein
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3548267449

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7 Kommentare

Bentley Little / Unheil

Klappentext:
Sie suchen Ruhe und Erholung? Dann ist das Reata der perfekte Ort für Ihren Urlaub. Unser gemütliches Resort liegt mitten in der Wüste von Arizona, ruhig und abgeschieden. Ein wahres Paradies für Familien mit Kindern! Leider hat es in letzter Zeit ein paar tödliche Unfälle gegeben. Stören Sie sich auch nicht daran, dass gelegentlich Gäste spurlos verschwinden. Für den Fall, dass Sie Blutflecken auf dem Teppich in Ihrem Zimmer entdecken, verständigen Sie bitte unser Reinigungspersonal. Und dann ist da noch dieses Ding im Pool. Sollten Sie irgendwann der letzte Gast in unserem Hotel sein, denken Sie daran: In der Wüste hört Sie niemand schreien …

Meinung:
Ich hab jetzt einfach mal wieder beim Inhalt auf den Klappentext zurückgegriffen, denn anderenfalls hätte ich doch die Befürchtung gehabt, womöglich etwas mehr vom Geschehen zu verraten als der Spannung dienlich ist ;-) . Und Spannung gibt es in diesem Buch wirklich zur Genüge!
Vorweg: Wer zartbesaitet ist, sollte die Finger von dem Buch lassen, denn einige Passagen sind wirklich brutal bis eklig und damit wirklich nur etwas für wahre Horror-Thriller-Fans ;-) .
Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder eine Nacht durchgelesen, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weiter geht und weil ich die Gänsehaut und das Gruselgefühl wirklich genossen habe. Bentley Little weiß es wirklich, einen Spannungsbogen aufzubauen und vom alltäglich-spießigen Anfang in ein haarsträubendes Ende zu führen.
Die ersten drei Viertel des Buches dominieren in meinen Augen, was vielleicht daran liegt, dass Little dort zunächst auf Grusel und Psychospielchen setzt. Allzu brutal ist es in diesem Teil des Buches noch nicht, vieles wird der Fantasie überlassen und genau das ist es, was mir die dicke Gänsehaut verschafft hat.
Das letzte Viertel lässt dann doch massiv nach, es wird recht blutig, auch eklig und der angenehme Grusel ist bei mir weg gewesen, vieles war einfach ein bisschen too much.
Schade eigentlich.

Der erste Satz:

“Wo zum Teufel ist diese Ferienanlage?”, fragte Lowell.

Bewertung:
Ohne das etwas nachlassende Ende wären es glatte vier Sterne gewesen, aber so habe ich mich jetzt für 3,5 Sterne entschieden.

An dieser Stelle noch ein Hinweis zur Videorezension von Daniel, dem Papiertouristen, die sehr mit meiner Meinung zum Buch konform geht:

Titel: Unheil
Originaltitel: The Resort
Autor: Bentley Little
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3404164059

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