Faye Kellerman / Arglist

Faye Kellerman: ArglistInhalt:
Genoa Greeves ist steinreich und beruflich erfolgreich. Beides wäre sie nie geworden, wäre sie in der Schule nicht von ihrem Lehrer unterstützt und gefördert worden. Tragischerweise wurde dieser vor 15 Jahren grausam ermordet und Genoa hat seinen Tod nie überwunden. Als nun ein Musikproduzent auf ähnliche Weise wie damals der Lehrer ermordet wird, ergreift Genoa die Chance und bietet dem Los Angeles Police Department eine millionenschwere Geldspende an, vorausgesetzt, der alte Fall wird noch einmal aufgenommen und der Mörder gefasst.
Peter Decker soll den Fall neu aufrollen und glaubt zunächst nicht an einen Zusammenhang der Morde, bis sich der damalige Ermittler überraschend das Leben nimmt- unmittelbar, nachdem Decker ihn zu dem alten Mordfall befragt hatte…

Meinung:
Ich habe dieses Buch direkt nach Uta Treders „Alchemistin“ gelesen. Mein Hirn wollte Entspannung und ich dachte, mit einem Krimi kann ich da nicht viel falsch machen. Dieses Buch hat dann doch etwas mehr Entspannung geliefert als ich gehofft hatte.

Zunächst einmal hatte ich wieder so viel Glück wie bei Beate Baums „Ruchlos“, ich habe nämlich einen Band aus einer Serie erwischt. Das konnte ich nicht wissen, da „Arglist“ ein Geschenk war und ich es mir nicht selbst gekauft habe, ansonsten wäre ich wohl über diese nicht ganz unwesentliche Tatsache gestolpert.
Kellerman schreibt offenbar seit nun schon Jahrzehnten Krimis rund um Peter Decker und seine Frau Rina und gestandene Fans kennen die beiden demnach in- und auswendig.
Nun ist es nicht so, dass man das Buch nicht lesen kann, wenn man die anderen Bände nicht kennt, aber ich persönlich mag einfach nicht mittendrin in eine Serie einsteigen, denn dann gibt es immer Andeutungen betreffend früherer Fälle, Geschehnisse, Entwicklungen und ich sitze ahnungslos da und weiß nicht, wovon die Rede ist. Das mag ich nicht besonders. Aber nun gut.

Wie ich den Rezensionen auf anderen Buchseiten entnehmen kann, ist dies wohl auch noch Kellermans schlechtester Roman. Noch so ein Volltreffer, der mich allerdings hoffen lässt und ich möchte nicht ausschließen, vielleicht noch ein anderes Buch aus der Decker-Reihe zu lesen, denn ich würde nun schon gerne wissen, wie Faye Kellerman so richtig gut schreibt.
Bei diesem Buch ist mir das eindeutig verwehrt worden. Es ist nun mit Abstand nicht das schlechteste, was ich je gelesen habe. Es war ganz ok und barst wenigstens nicht vor Rechtschreibfehlern😉. Aber es war jetzt auch nicht der Brüller, nicht wahnsinnig packend und unglaublich kreativ.

Der Spannungsbogen baut sich parallel zur Handlung sehr langsam auf. Man lernt erst einmal einige Leute kennen, die Umstände, erfährt eine ganze Menge über Deckers jüdisches Familienleben und seine Frau Rina, die offenbar fantastisch kochen kann (ja, einige Male hab ich bei den Menubeschreibungen Magenknurren bekommen :-D). So weit, so gut.
Das mit der sich langsam aufbauenden Spannung könnte ich verschmerzen, aber was mich wirklich genervt hat, war die Fülle an auftretenden Personen. Ich musste einige Male zurückblättern, weil ich nicht mehr wusste, wer wer ist und wieso der nun was tut. Das hat der Spannung keinen positiven Schub geleistet.
Die Handlung an sich war solide aufgebaut und bot eine nicht uninteressante Entwicklung, obwohl mir schon recht früh klar war, wer der Mörder ist. Einige der Charaktere waren für meinen Geschmack sehr interessant geschildert und das hat dem Buch letztlich dann doch die Bewertung gerettet.
Weniger erfreulich war dann wieder das Ende, das irgendwie im Zeitraffer daher kam – zuerst dachte ich, meinem Buch würden einige Seiten fehlen, aber nein, das sollte so.
Ob das nun ein stilistisches Mittel darstellen sollte oder ob der Autorin am Ende die Lust an der eigenen Geschichte vergangen ist: Man weiß es nicht.

Der erste Satz:

Vor fünfundzwanzig Jahren belächelte man sie als Nerds.

 

Bewertung:
Ich habe das Buch zu Ende gelesen und es war nicht durchgehend langweilig, langatmig und öde. Zuerst wollte ich noch zwei Sterne geben, weil ich prinzipiell denke, dass die Autorin ihr Handwerk beherrscht, aber das Buch war dann einfach doch zu lahm und verdient nur einen Stern.

 

Titel: Arglist
Originaltitel: The Mercedes Coffin
Autorin: Faye Kellerman
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erscheinungsjahr: 2009
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3442738939

8 Gedanken zu „Faye Kellerman / Arglist

  1. Winterkatze

    Meine erste Reaktion war: „Faye Kellerman schreibt immer noch?“. Ich habe vor über zwanzig Jahren ihre ersten drei Krimis gelesen, aber sie haben mich nicht so gepackt, dass ich die Autorin weiter verfolgen musste.

    Du hattest bei der Wahl dieses Bandes ja wirklich mehrfach Pech. Kein Wunder, dass du damit nicht so glücklich warst – ich drück dir mal die Daumen, dass deine nächste Lektüre etwas erfreulicher wird!🙂

    Antwort
    1. Grete_o_Grete Autor

      Nein nein nein! Es ist NICHT das schlechteste Buch, dass ich je gelesen hab!

      Es ist nun mit Abstand nicht das schlechteste, was ich je gelesen habe.

      😉 Sonst würden die 2 Sterne ja auch keinen Sinn machen.

      Antwort
  2. Hasenwiesel

    Nee, das schlechteste Buch habe auch ich gelesen.. Kann ich dir aber gerne leihen, damit du es auch mal „genießen“ darfst…

    Aber gut zu wissen, dass das Buch hier nicht der Knaller ist- ich bin doch so ein Krimi-Junkie (wider besseren Wissens übrigens)…🙂
    Ich kauf ein anderes!

    Antwort
  3. Pingback: Der 100. Kommentar – and the winner is… « Buchjunkie

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