Anonymus / Das Buch ohne Staben

Inhalt:
Bourbonkid, der berühmt-berüchtigte Massenmörder, den man schon in „Das Buch ohne Namen“ kennenlernen durfte, ist das Massenmorden allmählich leid. 18 Jahre sind genug. Ganz so einfach ist das aber nicht, wenn ein wahnsinniger Killer in den Ruhestand möchte. Da ist zum einen Peto, der Mönch, dessen gesamter Orden vom Bourbonkid niedergemetzelt wurde und der wissen möchte, wieso. Auch Dante und Kacy, die bereits früher auf den Bourbonkid getroffen sind und -was wirklich selten ist- dieses Zusammentreffen überlebt haben, sind wieder mit von der Partie. Und auch Sanchez, der Besitzer der berüchtigsten Bar von ganz Santa Mondega, der immer noch der wunderschönen Jessica nachsteigt und leider nicht verstehen will, dass diese Frau alles andere als gut für ihn ist, darf natürlich nicht fehlen… Dazu noch ein Haufen Vampire und sonstige Unterweltkreaturen, die allesamt die Herrschaft über Santa Mondega und das wertvolle „Auge des Mondes“ erlangen möchten –  und das blutrünstige Chaos ist perfekt.

Meinung:
Puh.
Also gleich vorweg: Wer „Das Buch ohne Namen“ nicht gelesen hat, der braucht „Das Buch ohne Staben“ nicht lesen, denn er wird herzlich wenig verstehen und schon gar nicht den herrlichen tarantinoesken Humor. Auch sensible Seelchen und Schöngeister werden wahrscheinlich nicht wirklich glücklich mit diesem Buch.
Allen anderen, denen der erste Band gefallen hat, sei auch dieses Buch herzlichst empfohlen.

Man erfährt einiges über die Hintergründe:
Wie konnte Bourbonkid so werden und wer ist er eigentlich?
Wer ist Jessica und wieso lebt die Frau IMMER NOCH?
Und wieso sind denn nun eigentlich alle so verdammt scharf auf das Auge des Mondes?

Dazu die bereits aus dem ersten Buch bekannte Action, jede Menge Gemetzel und Blut und derbe Sprüche – hach, herrlich!😀
Zwischendurch brauche ich einfach mal solche Bücher, genauso wie ich zwischendurch liebend gerne mal einen Tarantino- oder Rodriguez-Streifen ansehe – und dieses Buch ist quasi ein solcher Film fürs Kopfkino. Da kann man so richtig schön abspannen und auch mal über (im Normalfall wirklich schlechte) Kalauer lachen wie diesen von S. 398:

„Was um alles in der Welt ist das für ein Gestank?“
„Ich hab mir in die Hosen geschissen, Vater.“
„In meinem Beichtstuhl?“
„Ja, Vater.“
Heilige Scheiße!“

Viele Kritiker sagen ja, das Buch und sein Vorgänger seien unsäglich schlecht, furchtbarer Stil, furchtbare Grammatik etc. pp., weswegen der Autor aus Scham auch nicht seinen Namen drunter gesetzt hätte. Ich weiß nicht, in wie vielen Rezensionen ich diesen Vorwurf gelesen habe und so musste ich erst Recht schallend lachen, als dann auf S. 137 folgendes kam:

„Das Buch ohne Namen ist im Grunde genommen ein Durcheinander verschiedener Geschichten und angeblicher Tatsachen, alles in einem einzigen Band zusammengewürfelt. Es ergibt kaum einen Sinn, größtenteils jedenfalls. Grammatik und Stil sind grauenhaft, die Rechtschreibung ebenfalls, und der Autor ist eindeutig ein Volltrottel, was möglicherweise erklärt, wieso er nicht seinen Namen in das Buch geschrieben hat.“

Da hat offenbar jemand fleißig seine Kritiken gelesen…😉.

Das Cover finde ich wirklich schön, aber wenig gelungen finde ich den deutschen Titel.
Was soll das?
Ok, in Zusammenhang mit der Werbeaktion von Bastei Lübbe und dem zuvor verschickten buchstabenlosen Buch ist es witzig, aber der Titel hat wirklich nichts mit dem Inhalt zu tun und meiner Meinung nach wäre man besser beraten gewesen, den Originaltitel beizubehalten.

Der erste Satz:

Joel Rockwell konnte sich nicht erinnern, jemals zuvor so nervös gewesen zu sein.

Bewertung:
Der Stil ist nicht hohe Literatur, aber das erwartet bei so einem Buch (vor allem nach dem ersten Band) ja wohl auch niemand (mehr). Den Schluss des Buches, der vielen wohl nicht so gut gefallen hat, fand ich absolut großartig! Die Geschichte ist hanebüchen, aber hat mich wieder hervorragend unterhalten – und manchmal erwarte ich von einem Buch auch nicht mehr als genau das! Deswegen vergebe ich wieder ganz ohne schlechtes Gewissen vier Sterne.

Titel: Das Buch ohne Staben
Originaltitel: The Eye of the Moon
Autor: Anonymous
Taschenbuch: 446 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3785760314

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