Archiv für den Monat Februar 2011

Johan Theorin / Blutstein

Die schwedische Insel Öland ist ein Ort voller Geheimnisse. Legenden aus alten Zeiten werden dort nicht nur nicht vergessen, nein, sie sind noch am Leben.

Blutstein, so nennen die Inseleinwohner die blutrot leuchtende Gesteinsschicht, die im Steinbruch von Stenvik bis zum heutigen Tag gut zu sehen ist. Verfärbt vom Blut aus den Schlachten zwischen Trollen und Elfen, so glauben sie.

An Elfen und ihre magischen Kräfte glaubt auch Vendela, die mit ihrem Mann, einem sehr von sich eingenommenen, unsensiblen Schriftsteller, auf die Insel ihrer Kindheit zurückkehrt. Immer wieder zieht es sie zum Elfenstein, einem großen Felsblock in der Alvar, auf dem sie als junges Mädchen Schmuck und Geld geopfert hat, um ihre Wünsche Realität werden zu lassen.

Auch Per würde gerne manche Wünsche Realität werden lassen. Zum Beispiel den Wunsch, dass seine kleine Tochter gesund wird. Oder dass er nicht mit dem verhassten Vater Jerry, einem ehemaligen Pornoproduzenten, der nun an Demenz leidet, in Verbindung gebracht wird. Doch leichter gesagt als getan. Jerry ist nicht nur verwirrt, er hat auch ernstzunehmende Feinde. Als Jerrys Arbeitshaus gemeinsam mit Jerrys Kompagnon in Flammen aufgeht, muss Per notgedrungen seinen Vater zu sich nach Öland holen. Dort hat Per das Haus eines Verwandten geerbt und lebt nun am Steinbruch, direkt neben Vendela und nicht weit entfernt von Gerlof.

Gerlof ist ein Alteingesessener Öländer und ehemaligem Schiffer mit einem Hang zur kriminalistischen Schnüffelei. Nun, im hohen Alter, will er eigentlich nur noch seine Ruhe und überzeugt Pfleger und Verwandte davon, seine letzten Tage nicht im Altenheim, sondern in seinem Haus in Stenvik verbringen zu dürfen. Meist sitzt er im Garten und liest die geheimen Tagebücher seiner geliebten, längst verstorbenen Frau. In ihren Tagebüchern schreibt sie von Trollen und Elfen, von ihrer Einsamkeit, dem Zusammentreffen mit einem seltsamen Jungen und anderen Sonderbarkeiten.
Für sich genommen bloße Erinnerungen, doch als Gerlof seine neuen Nachbarn kennenlernt, sieht er sie mit einem Mal in ganz anderem Kontext …

 

In seinem dritten Roman hat Johan Theorin erneut die Insel Öland in den Mittelpunkt gestellt. Die Figur Gerlof kennen aufmerksame Leser bereits aus „Öland“ und „Nebelsturm“, in letzterem hat man auch erfahren, wie Pers Verwandter, der ihm das Haus vererbt hat, ums Leben gekommen ist.
Alles greift ineinander und nimmt Bezug zu den zwei vorangehenden Büchern; und dennoch ist es nicht zwingend notwendig, diese gelesen zu haben, um von der Stimmung und Atmosphäre von „Blutstein“ mitgerissen zu werden. „Blutstein“ gehört zwar zur Öland-Reihe (aktuell sind hierfür wohl insgesamt vier Bände vorgesehen, es soll also mindestens noch einer folgen), ist aber ebenso ein eigenständiger Roman.

Mehrere Handlungsstränge verlaufen parallel und fließen am Ende zu einem gemeinsamen Kontext zusammen.
Einschübe aus der Vergangenheit schildern Vendelas Kindheitserlebnisse, die zum Verständnis sämtlicher Figuren und Geschehnisse beitragen.
Die Charaktere sind detailliert gezeichnet, jede Figur hat ihre Stärken und ihre Schwächen, ein gut-oder-böse-Klischee sucht man glücklicherweise vergebens, denn die Figuren sind so vielschichtig wie die Gesteinsschichten im Steinbruch von Stenvik.

Die Sprache Theorins ist gewohnt präzise und knapp gehalten. Es gibt keine langen Schachtelsätze, Abschweifungen oder Schnörkel, alles ist auf das Notwendige reduziert und genau dadurch entsteht die für Theorin so typische Atmosphäre.
Es handelt sich bei „Blutstein“ nicht um einen klassischen Krimi, es geht nicht um das Aufspüren des Täters, der spielt eher eine kleine, wenn auch am Ende nahezu einschlagende Nebenrolle.
Es geht um die Psychologie des Geschehens, um die Atmosphäre, es geht um Mythen, Legenden und einen Hauch Fantasy.

Johan Theorin ist für mich einer der überzeugendsten Autoren der letzten Jahre und ich freue enorm, dass auch sein dritter Roman an die Magie der beiden Vorgänger anknüpfen kann.

Der erste Satz:

Per Mörner hatte schwere Verbrennungen an seiner linken Hand, mehrere gebrochene Rippen und konnte nur noch verschwommene Umrisse erkennen.

Bewertung:
Volle Punktzahl: fünf Sterne.

 

Autor: Johan Theorin
Titel: Blutstein
Originaltitel: Blodläge
Gebundene Ausgabe: 445 Seiten
Verlag: Piper
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3492054188

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Tana French / Totengleich

Mord, Identätsdiebstahl und jede Menge Geheimnisse, damit wartet Tana French in ihrem zweiten Roman auf und wie schon bei ihrem Erstling versteht sie es, den Leser in ihren Bann zu ziehen.

Cassie Maddox, eine junge Polizistin, hat ein hartes Jahr hinter sich und ist aus guten Gründen vom Morddezernat in das Dezernat für häusliche Gewalt gewechselt.
Als sie zum Schauplatz eines Mordes gerufen wird, kann das nichts Gutes bedeuten – und tut es auch nicht: Das Mordopfer sieht nicht nur aus wie ihr Spiegelbild, sondern es hat sich eine Identität angeeignet, die Cassie selbst vor Jahren im Rahmen eines Undercover-Einsatzes erfunden hat.
Niemand weiß, wer die Tote wirklich ist, geschweige denn, warum sie ermordet wurde oder was sie dazu gebracht hat, eine falsche Identität anzunehmen und sich einer Gruppe von Außenseitern anzuschließen, mit denen sie in seltsamer Konstellation in der Einöde gelebt hat.
Cassies ehemaliger Chef entwickelt eine absurd anmutende Idee: Da bislang niemand vom Tod der Frau weiß, soll Cassie sich als die Tote ausgeben und wieder undercover gehen …

Nach „Grabesgrün“ konnte mich Tana French auch mit ihrem zweiten Roman davon überzeugen, dass sie eine Meisterin unter den Krimi-Autorinnen ist.

Mit „Totengleich“ knüpft sie dabei an die Handlung ihres ersten Romans an und erzählt die Geschichte von Cassie Maddox, die in „Grabesgrün“ eine der wichtigen Nebenfiguren darstellte.
Das Buch lässt sich jedoch auch problemlos ohne Kenntnis des Vorgängers lesen, da Tana French alle wesentlichen Geschehnisse, die zum Verständnis der Cassie Maddox beitragen, in die Handlung einfließen lässt.

Die Figuren sind fein gezeichnet, bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und die Autorin versteht es, alle Wesenszüge, sowohl die sympathischen als auch die unsympathischen, glaubhaft zu vermitteln. Besonders der Aspekt, dass wirklich jede Figur und dem Buch über angenehme und unangenehme Charakterzüge verfügt, hat mir sehr gut gefallen, man findet hier also kein klischeehaftes Schwarz-Weiss-Schema mit den Guten auf der einen und den Bösen auf der anderen Seite. Durch geschickt ausgearbeitete Handlungsstränge gelingt es der Autorin, eine Atmosphäre der Spannung zu erzeugen, manchmal sogar mit Gänsehautbonus.

Dennoch bekommt „Totengleich“ keine ganz so gute Bewertung von mir wie sein Vorgänger, denn zwischendurch gab es doch die eine oder andere Passage oder Schilderung, die mir etwas langatmig erschien.

Alles in allem ein solider Krimi und ich freue mich bereits darauf, in Kürze Tana Frenchs dritten Roman lesen zu können.

Der erste Satz:

Manchmal Nachts, wenn ich alleine schlafe, träume ich noch immer vom Whitethorn House.

Bewertung:
Vier Sterne.

 

Autorin: Tana French
Titel: Totengleich
Originaltitel: The Likeness
Gebundene Ausgabe: 784 Seiten
Verlag: Scherz
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3502101925

Jürg Altwegg und Roger de Weck / Sind die Schweizer die besseren Deutschen?

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern ist ein Thema, das in den letzten Monaten besonders hier in der Schweiz kontrovers diskutiert wurde und eine gewisse Spannung in sich birgt.
Dabei haben Schweizer und Deutsche ja durchaus viel gemeinsam – und sei es nur der argwöhnische Blick auf die Eigenheiten des anderen…

Immer mehr Deutsche ziehen in die Schweiz. Vielen von ihnen schlägt, offen oder verdeckt, Feindseligkeit entgegen. Den Schweizern scheint jeder Anlass recht, die Deutschen nicht zu mögen. Die Medien heizen die Stimmung an, einige Deutsche wehren sich, der Vorwurf der Arroganz steht gegen den der Fremdenfeindlichkeit. Haben die Schweizer ein Problem mit den Deutschen – oder mit sich selbst? Und wie geht es bei alledem den Schweizern in Deutschland? Jürg Altwegg und Roger de Weck, die Herausgeber der Bestseller-Anthologie „Kuhschweizer und Sauschwaben“, haben prominente Autoren gebeten, von ihren Erfahrungen zu berichten. Das ultimative Handbuch zur Deutsch-Schweizer Nachbarschaftshilfe.

Quelle: Hanser Literaturverlage

Monatelang lag dieses Buch auf meinem Nachttisch, immer wieder habe ich es zur Hand genommen, noch mal diesen Beitrag und jenes Gedicht gelesen, darüber nachgedacht. Das wird sicherlich auch so bleiben, denn es lohnt sich, die einzelnen Beiträge immer mal wieder zu lesen und sacken zu lassen.

In der Schweiz herrscht vielerorts dicke Luft zwischen Schweizern und Deutschen, dieser Konflikt hat die Landesgrenzen auch längst verlassen.
In diesem Buch findet man nun eine Sammlung von Texten und Gedichten, einige von Deutschen, andere von Schweizern und viele stellen die Frage: Haben die Schweizer wirklich ein Problem mit den Deutschen – oder doch eher mit sich selbst?

Da ist der ewige Fußballkonflikt zwischen der Schweiz und Deutschland, der die Gemüter bei jedem Länderspiel hoch kochen lässt.
Jürg Altwegg schildert unter anderem diesen Fußballkonflikt in seinem Beitrag „Keine Mauer am Rhein“ und zeichnet das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz anhand ihrer Fußballbegegnungen nach, die in direkter Relation zu den jeweiligen politischen Verhältnissen standen. Noch nie war Fußball für mich so interessant ;-). Es ist wirklich faszinierend, wie sich politische Verhältnisse im Sport widerspiegeln können.

Auch spricht Altwegg in seinem Beitrag den schweizinternen Konflikt zwischen den Welschen (den französischsprachigen Schweizern) und den Deutschschweizern an – wofür ich sehr dankbar bin.
Viele Bücher und viele mediale Beiträge unterschlagen praktisch die Existenz der Romandie. Wenn von der Schweiz geredet wird, ist die deutschsprachige Schweiz gemeint. Nicht die Romandie, nicht das Tessin, obwohl beide unbestritten ebenso fester Bestandteil der Schweiz sind.
Ich lebe in der Romandie, hier kann man nur sehr bedingt das Problem zwischen den Deutschschweizern und den Deutschen nachvollziehen (was dem Deutschschweizer die Deutschen, sind dem Romand die Franzosen – eine Hassliebe). Hier stößt es sauer auf, wenn von gewissen Politikern aus der Deutschschweiz propagiert wird: „In der Schweiz spricht man Deutsch!“.
Nein, meine lieben Politiker. In der Schweiz spricht man Deutsch, aber auch Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.
Die französischsprachigen Schweizer lernen Deutsch inzwischen meistens als Fremdsprache (wenn überhaupt). Hochdeutsch in den meisten Fällen. Und tun sich dann entsprechend schwer mit Schwiizerdütsch und sind froh, wenn man hochdeutsch mit ihnen spricht (obwohl es ihnen grundsätzlich am liebsten ist, wenn man französisch parliert, aus diesem Grund geben die wenigstens Romands zu, überhaupt die deutsche Sprache zu beherrschen – aber das ist ein anderes Thema …).
Doch fatalerweise mögen viele Deutschschweizer grad das Hochdeutsche nicht, es ist ihnen zu deutsch, das Idiom ist heilig, es ist ihre Identität, doch leider blockiert es auch die inländische Kommunikation.
Die Katze beißt sich im eigenen Land in den Schwanz.

In den einzelnen Beiträgen des Buches ist die Rede von der Liebe zu Land und Leuten, von der tief in uns allen verwurzelten Verbundenheit zur eigenen Heimat und Herkunft, von Mentalitäten und Identitätsgefühlen. Beides ist bei Schweizern und Deutschen gleichermaßen vorhanden, wird jedoch zuweilen verschieden ausgelebt.

Hatte ich anfänglich einfach nur wieder eins dieser Bücher erwartet, die Klischees bedienen und die gegenseitige Abneigung noch mehr fördern, wurde ich angenehm überrascht.
Klischees kommen nur am Rande vor und dienen meist dem Verständnis, die Beiträge sind allesamt fair, meist sogar liebevoll gegenüber dem Anderen.

Berührt hat mich der Briefwechsel zwischen Isabell und Peer Teuwsen, zwischen Mutter und Sohn, die 1971 in die Schweiz gekommen sind und sowohl Hass als auch Freundschaft kennenlernen durften, die hinterfragen, was Identität ausmacht, und das Ganze auf einer sehr persönlichen, fast schon intimen Ebene.

Ebenso berührt hat mich „Heimatort: Deutschland“ von Geri Müller, der Deutscher, Schweizer und Franzose in Personalunion ist und die Konflikte somit aus dreifacher Position heraus betrachten kann.Oder Sibylle Bergs Liebeserklärung in „Mein Schweiz-Museum“. Oder Felix. E. Müllers kritische, politische Betrachtung des „Muttermythos“.

Eigentlich könnte ich nun an dieser Stelle alle Beiträge aus dem Buch aufzählen, denn jeder hat etwas, das zum Nachdenken anregt. Ob da nun die Schweizer von ihrer Wahrnehmung der Deutschen schreiben und ihren Erfahrungen in Deutschland, oder die Deutschen von ihren Erlebnissen in der Schweiz und mit Schweizern: Es wird erklärt, erzählt und am Ende steht fest, dass wir uns alle sehr ähnlich sind.

Was wir wahrnehmen, hängt doch größtenteils davon ab, was wir wahrnehmen WOLLEN. Es ist unsere persönliche Einstellung, die zwischen Abneigung und Zuneigung entscheidet und nicht selten hängen wir genau dazwischen fest, nehmen die Vorurteile wahr, beziehen aber selbst nicht Stellung, weil wir gar nicht wissen, wo wir denn überhaupt nun genau stehen. Auch das kann seinen Reiz haben – und reizen.

 

Titel: Sind die Schweizer die besseren Deutschen?
Herausgeber: Jürg Altwegg und Roger de Weck
Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Nagel & Kimche/ Hanser Literaturverlage
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3312004577

Haruki Murakami / Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

„Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist eine Option.“

Haruki Murakami ist für seine Romane bekannt, doch er ist mehr als Schriftsteller, er ist auch ein Läufer.
Schon die Kurzbeschreibung verrät viel von seiner Lebenshaltung:
„Für seinen Grabstein wünscht er sich die Inschrift:
Haruki Murakami 1949 – 20**, Schriftsteller (und Läufer) – zumindest ist er nie gegangen.“

In „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ berichtet Murakami von seiner Motivation zum Laufen, von der engen Verbindung zwischen Laufen und Schreiben, und von seinem Leben als laufender Schriftsteller. Dies geschieht in tagebuchartigen Erzählungen, in denen er sich an dieses und jenes Erlebnis erinnert und daraus Rückschlüsse über seine Geisteshaltung und seine Einstellung zum Laufen zieht. Er berichtet von seinen Läufen in Japan, Griechenland und den USA, von den Menschen, denen er begegnet, hauptsächlich jedoch von sich selbst. Seit über 30 Jahren läuft Murakami, beinahe jedes Jahr nimmt er an einem Marathon teil und stellt sich selbst in jeder Hinsicht immer wieder auf den Prüfstand.

Wer sich Tipps zum Laufen erhofft, ist mit diesem Buch falsch beraten. Murakami gibt keine Hinweise, wie man richtig oder falsch läuft, er erzählt einfach von sich selbst. Dass dieses Buch dennoch in manchen Buchhandlungen unter „Sportratgeber“ einsortiert wird, finde ich etwas grenzwertig und kann daher verstehen, dass viele Lauffans von dem Buch enttäuscht sind – die Erwartungshaltung ist einfach eine ganz andere, wenn man das Buch als „Laufratgeber“ aus dem Regal zieht.

Viele Leser bemängeln auch einen fehlenden roten Faden. Dem kann ich mich nicht vollständig anschließen, denn der eigentliche rote Faden ist doch Murakami selbst, es sind seine (manchmal diffusen) Gedanken. Im Buch betont er immer wieder, dass ihm erst beim Schreiben klar wird, in welche Richtung es gehen soll und genau das merkt man dem Buch auch an. Da ist kein Konzept, kein chronologischer Ablauf, keine klassische Erzählweise und kein erkennbares Ziel.

Ich fand es interessant, wie Murakami über sich selbst, sein Schriftstellerdasein und seine Liebe zum Laufen berichtet und sicher ist es ein sehr persönliches Buch, das auch philosophische Ansätze enthält. Und doch wirkt es an manchen Stellen wie zusammengeschustert und man fragt sich, sind das nun Murakamis abschweifende Gedanken oder hat er einfach verschiedene Passagen zusammenaddiert, die in unterschiedlichen Phasen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind? Ab und an driftet der Autor auch vom eigentlichen Thema zu sehr ab; andererseits sind es meist auch genau die Abschnitte, in denen er Sätze schreibt, die mir noch länger im Gedächtnis bleiben werden.

Bewertung:
Nach längerer Überlegung, bei der ich zwischen drei und vier Sternen geschwankt habe, gebe ich nun drei Sterne, einfach aus dem Bauch heraus. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, aber sicher ist es nicht Murakamis Meisterwerk und auf einer anderen Ebene als seine Romane zu bewerten. Manche Dinge werden mir lange im Gedächtnis haften bleiben, aber ich fürchte, den Großteil des Buches werde ich recht schnell nur noch nebelig in Erinnerung haben – deswegen die drei Sterne.

 

Autor: Haruki Murakami
Titel: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede
Originaltitel: Hashirukoto ni tsuite katarutoki ni boku no katarukoto
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: btb Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3442739455