Archiv der Kategorie: Fantasy

Gerd Ruebenstrunk / Arthur und die vergessenen Bücher

Gerd Ruebenstrunk: Arthur und die vergessenen BücherKurzbeschreibung (Klappentext):

Manche Bücher sind anders als andere Bücher. Manche Bücher haben magische Kräfte. Und manche Bücher können den Lauf des Schicksals beeinflussen . . . Von all diesen Geheimnissen ahnt Arthur nichts, als er in den Ferien in einem Antiquariat aushilft. Doch als plötzlich ein merkwürdiger Fremder auftaucht und den alten Buchhändler bedroht, beginnt für Arthur eine gefährliche Jagd. Gemeinsam mit Larissa, der Enkelin des Buchhändlers, muss er das geheimnisvolle Buch der Antworten finden, bevor es in die falschen Hände gerät. Ihre Suche führt die beiden über Amsterdam bis nach Bologna immer tiefer hinein in die rätselhafte Welt der vergessenen Bücher . . .

Meinung:
Arthur und ich haben ein Problem.
Nicht, dass ich ihn nicht nett, mutig und sympathisch fände!
Nein, für sein Alter ist Arthur schon ganz ok und auch seine Geschichte ist nicht unbedingt langweilig.  Ok, ultraspannend fand ich die Handlung nun auch nicht und ab und an kam mir die Rahmenhandlung auch sehr fragwürdig vor (jetzt mal ehrlich, wo gibt es denn bitte solche Zugbegleiter?).
Grade, wenn man Bücher sehr liebt und in ihnen mehr sieht als eine Blattsammlung mit Buchstaben drauf, dann wird man sicher seine Freude an der Geschichte und der Magie der Bücher haben.

Mein persönliches Problem mit Arthur bestand eigentlich ab dem Zeitpunkt, an dem „Madame Slivitsky“ ins Spiel kam.
Nun habe ich mich während meines Studiums recht intensiv mit der Geschichte der Theosophie befasst und wenn ich so einen Namen lese, denke ich automatisch an deren Mitbegründerin, die sich Madame Blavatsky nannte und dem Okkultismus sehr zugeneigt war. Das ist schon ein Reflex und grenzt ans zwanghafte, tut mir sehr leid, aber in der Hinsicht bin ich wie der Pawlowsche Hund: einmal eine Assoziation geweckt, kann ich sie nur schwer wieder abschalten.
Wenn man nun also mit einem gewissen Vorwissen dieses Buch liest, findet man immer wieder Schnittstellen zur Theosophie, so ist es mir zumindest gegangen.
Das hat mich ein wenig aus dem Lesefluss gebracht und immer wieder abgelenkt.

Aber: da das Buch als Jugendbuch konzipiert ist und selbst die meisten Erwachsenen wohl kaum etwas mit der Theosophie anfangen können, sind meine persönlichen Probleme mit dem Buch wohl kaum relevant 😀
Ich habe von daher versucht, bei der Bewertung einen neutralen Blick zu bewahren und im Vergleich mit anderen (Jugend)Büchern fehlt mir beim Arthur einfach das gewisse Etwas.

Der erste Satz:

Ein käsiger Mond tauchte das winzige Pyrenäendorf inmitten der zerklüfteten Felslandschaft in ein fahles Licht, als sich zwei dunkle Gestalten aus der Tür des Dorfgasthauses stahlen.

Wertung:
Fünf Sterne gebe ich nur Büchern, die mich absolut vom Hocker reißen. Das hat Arthur leider nicht geschafft.
Vier Sterne gebe ich Büchern, die mir sehr gut gefallen haben und die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sorry Arthur, auch dazu hat es leider nicht gereicht.
Aber drei Sterne sind in meiner persönlichen Rangliste auch nicht schlecht (schlechte Bücher bekommen gnadenlose null und maximal einen Stern). Drei Sterne bedeuten also nicht, dass es sich hierbei um ein schlechtes Buch handelt, sondern meiner subjektiven Meinung nach fehlt eben einfach etwas. Aber ich werde sicherlich auch die Fortsetzung lesen und allein das beweist, dass ich Arthur wirklich nicht so schlecht fand. Aber eben auch nicht überragend.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch das wirklich schöne Cover und der Einband!

(Original)Titel: Arthur und die vergessenen Bücher
Autor: Gerd Ruebenstrunk
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: arsEdition
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3760736280

John Connolly / Das Buch der verlorenen Dinge

John Connolly: Das Buch der verlorenen DingeInhalt:
David ist 12 Jahre alt, als seine Mutter krank wird und stirbt. Von ihr hat er die Liebe zu den Büchern geerbt und diese Liebe ist es, die ihn aufrecht hält, als sein Vater sich verliebt, heiratet und ein weiteres Kind bekommt. Zu allem Überfluss steht auch noch der Krieg vor der Tür und der Vater, der für die Regierung arbeitet, ist kaum noch zuhause. Mit seiner Stiefmutter und dem kleinen Bruder will David nichts zu tun haben, viel zu sehr hängt er noch an seiner Mutter. Er verkriecht sich mehr und mehr in seine geliebten Bücher, die zu ihm sprechen, Dinge raunen und lebendig sind. Und schließlich tritt der „Krumme Mann“ in sein Leben, Realität und Phantasie vermischen sich und David tritt die nicht immer ungefährliche Reise in ein Land jenseits der Wirklichkeit an, in dem die Märchen lebendig sind – aber nicht immer so, wie man sie bislang kannte. Dort will er seine Mutter retten und rettet letztlich doch vor allem sich selbst…

Erster Satz:

Es war einmal – denn so sollten alle Geschichten beginnen – ein Junge, der seine Mutter verlor.

Meinung:
Zunächst war ich etwas verwundert, als ich das Buch bekam, wirkte es doch auf den 1. Blick wie ein Kinder- und Jugendbuch und das ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre. Doch ich habe mich geirrt – es war Liebe auf den ersten Satz. Dieses Buch hat mich von Anfang an verzaubert.
Ich habe mit David gelitten, als er seine Mutter verlor, habe seinen Schmerz gespürt und den unbändigen Wunsch, seine Wirklichkeit zu ändern, ich war gemeinsam mit David wütend auf den Vater und die Stiefmutter, hatte mit ihm Angst vor dem Krummen Mann und bin mit ihm auf die Reise durch die Märchen- und Traumwelt gegangen, habe mit ihm gekämpft, bin mit ihm in den Schoß der Familie zurückgekehrt und war bei ihm, als er ein letztes Mal die Augen schloss.
Die Liebe Davids zu den Geschichten hat mir aus dem Herzen gesprochen.
John Connolly kann nicht nur wunderbar mit Worten umgehen, man merkt auch in jedem Satz, wie sehr er selbst Bücher und Geschichten liebt.
Beim Lesen dieses Buches kann man vollkommen abtauchen, eintauchen in Davids Welt und findet doch immer wieder den Bezug zum eigenen Leben.

Wertung:
Absolute Höchstnote.
Unbedingt empfehlenswert!

Titel: Das Buch der verlorenen Dinge
Originaltitel: The Book of Lost Things
Autor: John Connolly
Taschenbuch: 329 Seiten
Verlag: List Tb.
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3548609225