Archiv der Kategorie: just me

Der Blog als Litfaßsäule und der Blogger als dummes Schaf

Meine Lieben,

langsam platzt mir der Kragen.

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine Anfrage kommt, ob ich dieses oder jenes Manuskript lesen möchte, als Allererste, das sei doch eine Ehre – gerne dürfte ich auch Fehler, die ich entdecke, korrigieren. Kostenlos, versteht sich. Es handelt sich ja schließlich um ein Privileg, den aufstrebenden Möchtegernbestsellerautor vorab und GRATIS lesen zu dürfen!

Auch immer wieder gern gelesen: Mails von Schülern, die zu faul sind, ihre Buchbesprechungen selbst zu machen und sich doch tatsächlich erdreisten, mich und andere Buchblogger darum zu bitten, dies für sie zu tun.

Dazu jede Menge Firmen, darunter Verlage, aber auch vollkommen literaturunabhängige Unternehmen, die gerne ihre Logos auf dem Blog platzieren würden.

Der letzte Tropfen auf dem übervollen Fass war heute diese Mailanfrage, die sicher auch Dutzende anderer Blogs erreicht hat:

Einer unserer Kunden möchte zur Bewerbung eines neuen Fantasyromans gerne Advertorials / Sponsored Posts auf Bücherblogs schalten.
Können Sie mir sagen, ob dies auf Ihrem Blog möglich ist, und wenn ja, zu welchem Preis? Weitere Details wären dann zu erfahren oder könnten noch geklärt werden, wenn Sie Interesse hätten mitzumachen. Im Zuge dessen wäre es gut zu wissen, welche Reichweite ihre Webseite hat (monatliche Besucherzahlen).

Den Absender nenne ich jetzt mal nicht, er behauptet von sich selbst allerdings, eines der größten deutschsprachigen Blog-Netzwerke zu sein. Ich hab den Namen heute das erste Mal gehört …

Nein, mein Blog ist keine Litfaßsäule!
Posts auf meinem Blog sind nicht zu erkaufen, meine Gunst ebenfalls nicht und positive Bewertungen oder Werbeposts schon mal gar nicht! Meine Besucherzahlen und meine Blogreichweite gehen euch einen Scheiß an!
Dieser Blog ist nicht kommerziell und wird das auch in Zukunft nicht sein!

Wenn ihr aufstrebenden Autoren eure Manuskripte korrigiert und lektoriert haben wollt – gerne! Ich lasse euch liebend gerne meine Preisliste zukommen, denn als hauptberufliche Lektorin werde ich den Teufel tun und in meiner Freizeit(!) umsonst für euch arbeiten. Es sei denn, ihr könnt es bewerkstelligen, dass ich in Zukunft auch umsonst wohnen und einkaufen kann und meine Rechnungen sich wie von Zauberhand in Luft auflösen. Eure Dreistigkeit macht mich oft genug einfach nur sprachlos.

Liebe Schüler – setzt euch gefälligst auf euren Arsch und macht eure Hausaufgaben selbst!

Und liebe Verlage und sogenannte Blog-Netzwerke:
Es hat ja lange genug gedauert, bis ihr die Nützlichkeit der Literaturblogs entdeckt hab – dass ihr jetzt aber glaubt, euch so einfach „einkaufen“ zu können, das macht mich sprachlos. Dass ihr schon lange Agenturen beauftragt, die Amazon-Bewertungen zu „pushen“ und zu verfälschen, das ist nichts Neues, in anderen Branchen ist das auch bei den Blogs schon lange traurige Realität, aber dass es nun auch die Literaturblogs erreicht, ist ein absolutes Armutszeugnis.
Statt hier sinnlos Geld zu verpulvern, solltet ihr vielleicht mal lieber in ein anständiges Lektorat und herausragende Manuskripte investieren oder aber in außergewöhnliche PR-Kampagnen, anstatt immer wieder denselben langweiligen, öden Mist zu publizieren, der vor Übersetzungsfehlern nur so strotzt.
Investiert lieber in Qualität als in Fake-Blogposts!

Ich hoffe sehr, dass die meisten Literaturblogger genügend Rückgrat beweisen und für sich, ihre Unabhängigkeit und die Qualität ihres Blogs einstehen, aber sicherlich werden sich etliche sogar noch geschmeichelt fühlen, weil jemand ihren Blog für so attraktiv hält, dass er dort Werbung platzieren will.
In den seltensten Fällen werden besagte Agenturen mehr als die Kontakt-Seite gelesen haben, dieses Werbeangebot wird also wohl kaum Rückschlüsse auf die Qualität des Blogs zulassen.


Verschont mich in Zukunft von diesen Anfragen, mein Blog und meine Meinung sind nicht käuflich!

Bonny und Ann sagen Hallo

Neben den beiden puschelschwänzigen Fellnasen bekomme ich in Zukunft noch zwei weitere Assistentinnen, die mir bei der einen oder anderen Rezension zur Seite stehen und auch mal einen Kommentar abgeben werden.
Darf ich vorstellen: meine beiden neuen Bürohühner Bonny (rechts) und Ann Oyed.
Bonny ist eher friedlicher Natur, ihre Harmonie- und Flauschsucht kompensiert ihre Schwester Ann Oyed dafür ganz fabelhaft mit Dauergrummelfresseziehen.

Bonny und Ann Oyed

Ihre Namen haben sie, wie sich das gehört, von ihrer Puppenmama bekommen, der lieben, überaus kreativen, selbst hochschwanger noch bei Knorkator mitheadbangenden Lieblings-Sandy von Hazel Nuts -upcycled goods (auch auf Facebook). Ihre Puppen werden aus alten Stoffen quasi zurück ins Leben upcycled und ich find das total knorke und hab Bonny und Ann schon sehr ins Herz geschlossen <3.

 

Ich gestehe reumütig …

… dass auch bei mir inzwischen ein Kindle eBook-Reader eingezogen ist, und das, obwohl ich doch immer eine Verfechterin der unvergleichlichen Haptik „echter“ Bücher war.

Mein neues Baby

Daran wird sich freilich nichts ändern, richtige Bücher werde ich immer bevorzugen.
Nur muss ich doch zugeben: Praktisch ist er schon, der Kindle.
Keine überschweren Handtaschen mehr, keine schmerzenden Handgelenke durch schwere und unergonomische Buchformate, etliche Nachschlagewerke jederzeit mit dabei, ebenso wie eine Vielzahl von Büchern zur Auswahl – und augenfreundlich ist das Ganze auch noch.
Außerdem gefallen mir die %-Anzeige, die Möglichkeit, Textstellen zu markieren und per Mail zu versenden und das automatische Speichern des Lesezeichens, sodass ich, falls ich den Reader doch mal nicht unterwegs dabei habe, auch einfach über die Kindle-App vom Smartphone an genau der Stelle weiterlesen kann, an der ich aufgehört habe.
Alles in allem habe ich so das Gefühl, das mit dem Kindle und mir könnte eine ernste Sache werden ;-).

Advent, Advent

Ihr Lieben,

nun ist dieses Jahr fast schon wieder vorbei und bei all dem Lebensveränderungsstress habe ich sowohl den Bloggeburtstag als auch den 100’000. Besucher glatt verschwitzt.

Jetzt feiert der Blog bald seinen dritten Geburtstag und obwohl es im vergangenen Jahr doch sehr ruhig hier geworden ist, kommen immer noch jeden Tag viele Besucher vorbei und ich erhalte oft nette Kommentare und Mails. Genug Gründe also, um mich herzlich bei euch zu bedanken!
Und um jemandem von euch eine kleine Freude zu bereiten 😉

Ho ho ho!

Zu gewinnen gibt es das wunderbare Buch „Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen“ von Mitch Albom und gegen den Winterblues zwei VIP-Eintrittskarten für das Tropical Islands.

Ich möchte euch darauf hinweisen, dass die Eintrittskarten nur bis 30.12.2012 gültig sind – wenn ihr also wisst, dass ihr in diesem Jahr keine Zeit für so einen Ausflug habt, möchte ich euch bitten, nicht an der Verlosung teilzunehmen.

… und nein, die Katze wird nicht verlost, die bleibt bei mir.

Ho ho ho!

Ho ho ho!

Diese Freikarte berechtigt eine Person einmalig zum freien Eintritt in die tropische Erlebnis- und Saunalandschaft im Tropical Islands. Gilt nicht in Verbindung mit anderen Vergünstigungen. Den Besuchern ist der Verkauf von Gutscheinen jeglicher Art im Tropical Islands nicht gestattet. Bitte geben Sie diese Freikarte zu Beginn Ihres Aufenthaltes zur Gutschrift an der Kasse ab. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Tropical Islands. Gültig bis: 30.12.2012

Was müsst ihr tun?
Nichts!
Naja, fast nichts.
Ihr müsst lediglich einen Kommentar unter diesem Posting hinterlassen und dabei bitte eine gültige eMail-Adresse angeben, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen kann.
Teilnahmeschluss ist Montag, der 10.12.2012, 20 Uhr.
Direkt im Anschluss werde ich, falls es mehr als einen Teilnehmer gibt ;), den Gewinner per Random.org auslosen.

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Das Los resp. Random.org hat entschieden und gewonnen hat Charlene.
Herzlichen Glückwunsch!

Kein gutes Lesejahr

read the unread ... ©sugakusha / Flickr unter CC BY-NC-SA 2.0-LizenzWie der Titel schon sagt, ist 2012 bislang kein gutes Lesejahr für mich. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, wann ich (seit ich des Lesens mächtig bin) jemals so wenig gelesen habe. Allerdings kann ich mich auch nicht erinnern, je so viel gearbeitet zu haben, womit wir auch bei der Erklärung des Übels wären. Mein derzeitiges Pensum liegt bei rund 60 Arbeitsstunden die Woche, Wochenenden sind inzwischen auch reguläre Arbeitstage geworden und abends warten dann noch private Verpflichtungen, sodass ich im Grunde nur noch in der Tram zum Lesen komme und selbst dort ziehe ich es ab und an vor, mich einfach von Musik berieseln zu lassen.  Für mich ist das eine neue Erfahrung, denn sonst waren Bücher Erholung, Auszeit, Feierabend – und nun bin ich meist zu müde und jeder Versuch, im Bett noch ein paar Seiten zu lesen, endet damit, dass ich über dem Buch einschlafe. Vielleicht wäre das anders, wenn ich nicht arbeitstechnisch so viel lesen müsste (ich unterscheide da sehr strikt zwischen beruflichem und privaten Lesen, alles andere wäre Käse). Diese Leseflaute hält nun seit meinem persönlichen Waterloo schon 7 Monate an und ich hab ein arg schlechtes Gewissen, denn einige Bücher warten nun also seit 7 Monaten darauf, endlich rezensiert zu werden.

Kennt ihr so etwas auch? Habt ihr das vielleicht auch schon mal erlebt, dass sich die Lebensumstände so gravierend verändern, dass euer bis dahin liebstes Hobby darunter leidet? Und, was für mich eigentlich relevanter ist: Hat sich das irgendwann wieder gelegt?

Es lebt noch

Heute sind es auf den Tag genau drei Monate, dass sich mein Leben schlagartig verändert hat und ich wollte nun doch mal wenigstens ein kurzes Lebenszeichen hierlassen. Ich lebe noch, allerdings lese ich aktuell wenig bis gar nicht. Es fehlt dafür die Zeit, aber vor allem die innere Ruhe. Nehme ich doch ein Buch zur Hand, merke ich meist recht schnell, dass einfach die Konzentration fehlt. Das ist eine Premiere in meinem Leben, bislang waren Bücher in nahezu allen Lebenslagen meine Stütze und meine Zuflucht, aber dieses Mal klappt es einfach nicht, zu gravierend sind der Einschnitt und die Veränderungen.
Ich lebe inzwischen leider nicht mehr in der Schweiz, sondern bin -unfreiwillig- nach Berlin zurückgekehrt und der Weg in mein neues Leben ist steinig und hält viele Hindernisse parat, aber es geht langsam voran. Ich hoffe, dass ich bald auch wieder meine Katzen bei mir habe und vielleicht kehrt mit ihnen dann auch wieder ein wenig innerer Frieden zurück.

Wie es Umzüge, vor allem solch ungeplante, mit sich bringen, muss man sich auch von alten Dingen trennen. In diesem Zuge werde ich demnächst eine Reihe von Büchern hier einstellen, die ich gerne verkaufen, tauschen oder auch einfach gegen Porto verschenken würde. Es fehlt mir schlicht der Platz, all meine Lieblinge zu behalten, denn meine neue Wohnung ist nicht einmal halb so groß wie die alte. Ich würde mich freuen, wenn sie bei dem einen oder anderen von euch ein liebevolles neues Zuhause fänden :-).

In eigener Sache

Mein Leben steht Kopf, nichts ist mehr, wie es war.
Da jetzt viele Veränderungen bevorstehen, werde ich in naher Zukunft keine Zeit haben, hier regelmäßig Rezensionen zu veröffentlichen.
Ich hoffe, dass bald Ruhe in Kopf und Herz einkehrt und ich mich dann auch wieder hier betätigen kann. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir trotz der bevorstehenden Pause erhalten bleiben würdet.

Kurzes Lebenszeichen

Still ist es im Blog.
Nicht, weil ich keine Lust zum rezensieren oder bloggen habe, sondern eher, weil es im Moment einfach zu anstrengend ist. Ich habe es geschafft, mir neben einem hartnäckigen Virus auch noch eine ausgewachsene Lungenentzündung einzufangen und wer je eine Lungenentzündung hatte, wird wissen, dass damit selbst die einfachsten Dinge zur wahren Herausforderung werden. Bisschen surfen im Netz geht, bisschen lesen geht, fernsehen geht und das wars dann aber auch schon, selbst die kleinste Treppe scheint wie eine Bergbesteigung.
Es wird also auf jeden Fall hier im Blog weitergehen, aber es wird wohl noch etwas dauern.
Dafür wächst die Liste der 2011 gelesenen Bücher fleißig an, quasi prozentual zum Verbrauch der Papiertaschentücher (falls hier zufällig jemand aus der Taschentuchbranche liest – ich nehme Spenden dankbar entgegen 😉 ).