Schlagwort-Archive: 1 Stern

Lothar Koopman/ Mission Marathon. Wie ich kein Superläufer wurde.

Klappentext:
Lothar Koopmann, einst korpulentes Kind einer rheinischen Arbeiterfamilie, wird in späten Jahren sportlich: Mit seiner angetrauten Ehefrau Christa schließt sich der gelegentliche Jogger einem Lauftreff an und schnauft erhitzt auf immer längeren Strecken durch Feld, Wald und Flur. Er verwirklicht schließlich den großen Traum, Marathon zu laufen. Seine vergnüglichen Erinnerungen sind durchsetzt mit vielen kuriosen Ereignissen und heiteren Begegnungen am Rande der Wege und erzählen mit einem geistreichen Augenzwinkern von der Lust am Laufen und der Last des Trainings. Der Essener Karikaturist Thomas Plaßmann setzte die „Mission Marathon“ in humorvolle Zeichnungen um, die den Weg des Autors bis zum Ziel begleiten.

Meinung:
Ich lese sehr gerne Erlebnisberichte von Läufern, denn diese halten oft Inspiration und Anregung parat oder man findet sich mit seinen eigenen Lauferfahrungen in ihnen wieder.
Bei diesem Buch habe ich leider weder eigene Erfahrungen wiedererkennen können noch hat es mich inspiriert; es hat mich ehrlich gesagt nicht einmal besonders gut unterhalten.
Es ist zu gewollt lustig, das beginnt schon mit den diversen Einleitungen (Widmung, Danksagung, Grußwort, Vorlauf und Anlauf), die man zu Beginn des Buches findet und das setzt sich leider durchs gesamte Buch hinweg fort. Was bei Achim Achilles lockerflockig und witzig wirkt, wirkt hier leider sehr gezwungen, aufgesetzt, zu gewollt, die Sätze zu überladen. Der Leser soll offenbar unbedingt lachen – hat bei mir so ganz und gar nicht geklappt.
Aber, um auch etwas Positives festzuhalten: Die Karikaturen sind tatsächlich sehr gut.

Bewertung:
Ein Stern.

Titel: Mission Marathon. Wie ich kein Superläufer wurde.
Autor: Lothar Koopmann.
Broschiert: 251 Seiten
Verlag: Sportwelt Verlag
ISBN-13: 978-3941297043

Advertisements

Faye Kellerman / Arglist

Faye Kellerman: ArglistInhalt:
Genoa Greeves ist steinreich und beruflich erfolgreich. Beides wäre sie nie geworden, wäre sie in der Schule nicht von ihrem Lehrer unterstützt und gefördert worden. Tragischerweise wurde dieser vor 15 Jahren grausam ermordet und Genoa hat seinen Tod nie überwunden. Als nun ein Musikproduzent auf ähnliche Weise wie damals der Lehrer ermordet wird, ergreift Genoa die Chance und bietet dem Los Angeles Police Department eine millionenschwere Geldspende an, vorausgesetzt, der alte Fall wird noch einmal aufgenommen und der Mörder gefasst.
Peter Decker soll den Fall neu aufrollen und glaubt zunächst nicht an einen Zusammenhang der Morde, bis sich der damalige Ermittler überraschend das Leben nimmt- unmittelbar, nachdem Decker ihn zu dem alten Mordfall befragt hatte…

Meinung:
Ich habe dieses Buch direkt nach Uta Treders „Alchemistin“ gelesen. Mein Hirn wollte Entspannung und ich dachte, mit einem Krimi kann ich da nicht viel falsch machen. Dieses Buch hat dann doch etwas mehr Entspannung geliefert als ich gehofft hatte.

Zunächst einmal hatte ich wieder so viel Glück wie bei Beate Baums „Ruchlos“, ich habe nämlich einen Band aus einer Serie erwischt. Das konnte ich nicht wissen, da „Arglist“ ein Geschenk war und ich es mir nicht selbst gekauft habe, ansonsten wäre ich wohl über diese nicht ganz unwesentliche Tatsache gestolpert.
Kellerman schreibt offenbar seit nun schon Jahrzehnten Krimis rund um Peter Decker und seine Frau Rina und gestandene Fans kennen die beiden demnach in- und auswendig.
Nun ist es nicht so, dass man das Buch nicht lesen kann, wenn man die anderen Bände nicht kennt, aber ich persönlich mag einfach nicht mittendrin in eine Serie einsteigen, denn dann gibt es immer Andeutungen betreffend früherer Fälle, Geschehnisse, Entwicklungen und ich sitze ahnungslos da und weiß nicht, wovon die Rede ist. Das mag ich nicht besonders. Aber nun gut.

Wie ich den Rezensionen auf anderen Buchseiten entnehmen kann, ist dies wohl auch noch Kellermans schlechtester Roman. Noch so ein Volltreffer, der mich allerdings hoffen lässt und ich möchte nicht ausschließen, vielleicht noch ein anderes Buch aus der Decker-Reihe zu lesen, denn ich würde nun schon gerne wissen, wie Faye Kellerman so richtig gut schreibt.
Bei diesem Buch ist mir das eindeutig verwehrt worden. Es ist nun mit Abstand nicht das schlechteste, was ich je gelesen habe. Es war ganz ok und barst wenigstens nicht vor Rechtschreibfehlern ;-). Aber es war jetzt auch nicht der Brüller, nicht wahnsinnig packend und unglaublich kreativ.

Der Spannungsbogen baut sich parallel zur Handlung sehr langsam auf. Man lernt erst einmal einige Leute kennen, die Umstände, erfährt eine ganze Menge über Deckers jüdisches Familienleben und seine Frau Rina, die offenbar fantastisch kochen kann (ja, einige Male hab ich bei den Menubeschreibungen Magenknurren bekommen :-D). So weit, so gut.
Das mit der sich langsam aufbauenden Spannung könnte ich verschmerzen, aber was mich wirklich genervt hat, war die Fülle an auftretenden Personen. Ich musste einige Male zurückblättern, weil ich nicht mehr wusste, wer wer ist und wieso der nun was tut. Das hat der Spannung keinen positiven Schub geleistet.
Die Handlung an sich war solide aufgebaut und bot eine nicht uninteressante Entwicklung, obwohl mir schon recht früh klar war, wer der Mörder ist. Einige der Charaktere waren für meinen Geschmack sehr interessant geschildert und das hat dem Buch letztlich dann doch die Bewertung gerettet.
Weniger erfreulich war dann wieder das Ende, das irgendwie im Zeitraffer daher kam – zuerst dachte ich, meinem Buch würden einige Seiten fehlen, aber nein, das sollte so.
Ob das nun ein stilistisches Mittel darstellen sollte oder ob der Autorin am Ende die Lust an der eigenen Geschichte vergangen ist: Man weiß es nicht.

Der erste Satz:

Vor fünfundzwanzig Jahren belächelte man sie als Nerds.

 

Bewertung:
Ich habe das Buch zu Ende gelesen und es war nicht durchgehend langweilig, langatmig und öde. Zuerst wollte ich noch zwei Sterne geben, weil ich prinzipiell denke, dass die Autorin ihr Handwerk beherrscht, aber das Buch war dann einfach doch zu lahm und verdient nur einen Stern.

 

Titel: Arglist
Originaltitel: The Mercedes Coffin
Autorin: Faye Kellerman
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erscheinungsjahr: 2009
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3442738939

Genevieve Hill / Das verschwundene Mädchen

Genevieve Hill: Das verschwundene Mädchen. Die Aufzeichnungen der Idilia Dubb.Inhalt:
1851 geht die 17jährige Schottin Idilia Dubb mit ihrer Familie auf eine Reise entlang des deutschen Rheins. Die Eltern haben gravierende Eheprobleme und Idilia selbst ist frisch entlobt, nachdem ihr Verlobter sie betrogen hat. Idilia zeichnet für ihr Leben gern und so hält sie die meisten Stationen ihrer Reise auch in Bildern fest, wichtiger ist ihr jedoch ihr Tagebuch, in das sie akribisch alles Erlebte einträgt. Eines Morgens verschwindet sie spurlos. Ein Jahrzehnt später werden ihre Gebeine auf der Burg Lahneck entdeckt, zusammen mit ihrem Tagebuch, das Aufschluss darüber gibt, was mit Idilia geschehen ist…

Meinung:
Angeblich soll dies also ein authentisches Tagebuch sein. Das wahre Tagebuch der tatsächlich 1851 verschollenen Idilia Dubb. Das Tagebuch, dass die Familie erst nach dem Tod der Eltern herausgegeben hat.

Ich möchte hiermit meine starken Zweifel an der Echtheit äußern und mich damit der Meinung Wikipedias anschließen:

In den bisher durchgeführten Recherchen ließen sich wenige Beweise für die Authentizität ermitteln. Somit sprechen die oben aufgeführten Fakten momentan für eine moderne Sage, die erst 1863 durch die Artikel des Adenauer Kreis- und Wochenblattes in Umlauf gebracht wurde.

Das Buch ist geschrieben wie ein konzipierter Roman. Was Idilia in wenigen Tagen an Abenteuern erlebt (oder erlebt haben will), lässt einem die Haare vor lauter Ungläubigkeit zu Berge stehen und es tauchen auch immer wieder Ungereimtheiten auf, wie beispielsweise eine Bahnstrecke, die erst 7 Jahre nach Idilias Verschwinden gebaut wurde oder fehlerhafte Namen und Ortsbeschreibungen. Das fällt einem selbst mit nur rudimentären Kenntnissen der Rheingegenden auf und man muss auch nicht erst den doch sehr skeptischen Wikipedia-Artikel oder die Rezension in der ZEIT lesen, um selbst Zweifel zu bekommen.

Der erste Satz:

Meine liebste Gwendolyn, du mein Ein und Alles, meine Seelenfreundin (ich will dich so nennen, da die Seele, wie unsere Freundschaft, ewig ist)!

Bewertung:
Das Buch bekommt von mir einen Stern, und den auch nur, weil mir die Beschreibungen des Rheins gefallen haben.

Titel: Das verschwundene Mädchen. Die Aufzeichnungen der Idilia Dubb.
Originaltitel: The Diary of Miss Idilia
Autor: Genevieve Hill (Hg.)
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: cbt
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3570302743