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Anonymus / Das Buch ohne Gnade

Ein Hotel irgendwo in der Wüste. Etwas Großes steht bevor: Abgehalfterte Barkeeper, schizophrene Musiker und eine Handvoll Zombies machen sich auf den Weg zu dem Rock-Festival, das unter dem Motto „Zurück von den Toten“ steht. Die Teilnehmer sollen längst verstorbene Stars imitieren. Keiner von ihnen ahnt, dass sie dem Tod näher sind, als ihnen lieb ist. Denn ein weiterer Gast steht auf der Liste: ein wahnsinniger Killer namens Bourbon Kid …

Quelle: Bastei Lübbe

Bourbon Kid ist also wieder da.
Aufmerksame Blogleser wissen, dass ich an „Das Buch ohne Namen“ und „Das Buch ohne Staben“, den ersten beiden Bänden dieser Bourbon Kid- Reihe, riesigen Spaß hatte und das, obwohl das ja nicht wirklich mein bevorzugtes Genre ist ;-).
Umso enttäuschender fand ich nun den dritten Band.
Dieser spielt zehn Jahre vor Band eins und zehn Jahre nach den Geschehnissen, die Bourbon Kid zum Killer werden ließen.

Bourbon Kid ist noch im Killerbusiness unterwegs (das will er ja am Ende des zweiten Bandes ändern), Sanchez hat bereits seine Bar, Elvis lebt noch und sie treffen sich alle drei in einem Hotel in der Wüste, an einem Ort namens Devils Graveyard (so lautet übrigens auch der Titel des Buches im Original – man muss wohl kaum darüber diskutieren, wie wahnsinnig bescheuert der deutsche Titel ist …).
Dort sind natürlich wieder einige andere Killer unterwegs und die Untoten dürfen auch nicht fehlen.

Doch im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern fehlt irgendwie der … Esprit? Der überspringende Funke? Der Tarantino-in-Buchform-Effekt?
Es wird gelabert und ein klein wenig gemetzelt (aber deutlich unkreativer als früher) – und mehr nicht. Die eigentliche Handlung ist dröge wie die Wüste Gobi, nichts zu finden von dem bösen schwarzen Humor, der kennzeichnend für die ersten beiden Bände war.
Bourbon Kid verhält sich nicht wie der Bourbon Kid, den man in den beiden ersten Büchern kennengelernt hat, es menschelt alles viel zu sehr und dadurch leidet die Action.
Der Handlungsbogen ist durchzogen von Anspielungen auf die Jetzt-Zeit (Michael Jacksons Tod, die allgegenwärtigen Castingshows usw.) und auch das unterscheidet sich von den ersten beiden Büchern, deren Handlungszeit man bislang nicht wirklich einordnen, lediglich wage erahnen konnte.
Auch leidet das Buch schwer unter dem Wechsel des Handlungsortes – Santa Mondega kennt man und ebenso sein Untotenproblem; das nun auf den Rest der Welt auszuweiten, das ist einfach doof und dann tauchen auch nur Zombies auf, keine Vampire, keine sonstigen Untoten. Laaaaaaaangweilig.
Am meisten aber hat mich wirklich die Darstellung des Bourbon Kid gestört, der in diesem Band zu einem stinknormalen 08/15-Killer verkommt, dessen geheimnisvolle Aura völlig flöten geht, der einfach viel zu viel QUATSCHT.

Alles in allem kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass dieses Buch nicht vom selben Autor stammt wie die ersten beiden. Und wenn doch, dann muss er wohl unter enormem Druck gestanden oder einfach eine schlechte Phase gehabt haben, denn „Das Buch ohne Gnade“ kann nicht einmal im Ansatz mit den ersten beiden Bänden mithalten.

Das Buch bekommt überhaupt nur zwei Sterne von mir, weil mich das Wiederlesen mit Elvis gefreut hat und weil der dumme Sanchez immer noch derselbe dumme Sanchez ist, über dessen Idiotie man ordentlich schmunzeln kann.

Autor: Anonymus
Titel: Das Buch ohne Gnade
Originaltitel: The Devil’s Graveyard
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3785760482

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Jane Eagland / Mein Herz so wild

Inhalt:
Ein junges Mädchen wird um 1870 herum in die englische Irrenanstalt Wildthorn Hall eingeliefert. Auf ihren Einlieferungspapieren steht der Name Lucy Childs, doch sie selbst behauptet, Louisa Cosgrove zu sein und sich zu Unrecht in der Klinik zu befinden. Niemand glaubt ihr und so muss sie sich in den Anstaltsalltag einfügen, der brutale Wärterinnen und unzumutbare Zustände bereit hält. Doch ist sie wirklich nervenkrank oder handelt es sich vielleicht um eine Verschwörung? Vielleicht, weil sie einfach nicht so sein will, wie eine Frau sein soll …?

Meinung:
Zu Beginn des Buches weiß man nicht:
Handelt es sich nun um Lucy oder um Louisa? Ist die junge Frau wirklich verwirrt und zu Recht in der Anstalt oder etwa doch nicht?
Leider hält diese spannende Fragestellung nicht allzu lange an, denn schon anhand der Einschübe aus der Vergangenheit erkennt man bald, um wen es sich bei der jungen Frau handelt und es lässt sich auch schnell die Ursache ihres Dilemmas erahnen.
Die Geschichte plätschert vor sich hin. Die Stellen, die eigentlich als Spannungsgipfel hätten enden sollen, kamen so kaum zur Geltung, die Erzählweise wirkte auf mich recht eintönig.

Im Interesse all jener, die das Buch noch lesen möchten, setze ich heute erstmals einen Spoiler, denn es ist mir ausnahmsweise nicht möglich, meine Meinung zu formulieren, ohne auf die Handlung einzugehen. Wer also weiter lesen möchte, braucht nur den folgenden weißen Abschnitt markieren und schon wird der Text lesbar ;-).

Mir fiel es insgesamt sehr schwer, mich auf diese Geschichte einzulassen.
Zum einen lag das an der Erzählweise; ich bin kein Fan von Präsensschilderungen.
Zum anderen aber wurde ich auch inhaltlich nicht warm mit diesem Buch. Möglicherweise liegt das auch daran, dass mein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt die Psychiatriegeschichte ist und das, was ich über Nervenheilanstalten im 19. Jahrhundert weiß, mit diesem Buch nur mäßig konform geht. Grade unter dem Aspekt, dass sich das Buch an jugendliche LeserInnen wendet, werde ich mit der Schilderung der Geschehnisse in der Anstalt nicht glücklich.

Die Hauptfigur ist für mich in jeder Hinsicht „too much“:
Sie ist klug, sie ist emanzipiert, sie ist entschlossen. So weit so gut. Doch diese ganze Anstaltsschilderung (de wirklich so ziemlich jedes Psychiatrieklischee bedient, das sich bis heute in den Köpfen der Menschen gehalten hat…), die Tatsache, dass sich die Protagonistin immer wieder von allen anderen abhebt, immer wieder besonderer als besonders ist, sich mit Gewalt befreit und schlussendlich sämtliche Konventionen sprengt, indem sie nicht nur Medizin studiert, sondern auch noch die gleichgeschlechtliche Liebe auslebt, das war mir einfach zu viel und dadurch wirkte das Buch auf mich sehr unrealistisch. Etwas weniger dick aufgetragen, ein paar weniger bediente Klischees oder auf weniger Punkte fokussiert, wäre die Geschichte runder und zu Herzen gehender geworden. Manchmal ist weniger eben wirklich mehr.

Der erste Satz:

Die Kutsche holpert in den ausgefahrenen, vom strömenden Novemberregen überfluteten Spurrinnen dahin.

Bewertung:
Von mir gibt es für „Mein Herz so wild“ leider nur zwei Sterne.

 

Autorin: Jane Eagland
Titel: Mein Herz so wild
Originaltitel: Wildthorn
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3423248396 Pick It!
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre

Herzlichen Dank an DTV für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

John Katzenbach / Der Professor

Kurzbeschreibung:
Der pensionierte Psychologieprofessor Adrian Thomas bekommt von seinem Arzt eine niederschmetternde Diagnose: Demenz. Damit haben sich seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Vor seinem inneren Auge erscheint die Schreckensvision seines unaufhaltsamen, unheilbaren Abgleitens in die Dunkelheit. Verstört blickt der alte Mann auf die Straße hinaus und sieht in der anbrechenden Dämmerung ein vielleicht sechzehnjähriges Mädchen vorübereilen. Gleichzeitig rollt ein Lieferwagen heran, bremst ab und beschleunigt wieder: Das Mädchen ist verschwunden. Der alte Professor ist verwirrt. Hat er gerade eine Entführung beobachtet? Wenn es tatsächlich ein Verbrechen war, muss er handeln. Die Frage ist nur, wie. Kann er noch klar genug denken, um das Mädchen zu finden?

Quelle: Droemer Verlag

Meinung:
Dies war jetzt mein viertes Buch von John Katzenbach und ich stehe etwas ratlos da.
Zwei seiner Bücher fand ich fantastisch, eins habe ich nicht einmal vollendet, weil es mich doch eher gelangweilt hat.
Nun kommt „Der Professor“ mit einer sehr zeitgemäßen Story über Sensationsgier und den ungesunden weltweiten Medienkonsum, über Brutalität, Psychoterror und die geistige Gesundheit, die so fragil und früher oder später dem Verfall preisgegeben ist. Eine solide Story. Eigentlich. Von einem Autoren, der sein Handwerk beherrscht. Eigentlich.

Und dennoch hat mich das Buch nicht überzeugt.
Ich habe nicht, wie z.B. bei „Die Anstalt“, das Buch kaum aus der Hand legen können und vollkommen gefesselt bis in die tiefe Nacht hinein gelesen. Es war eher so ein „na dann les ich eben noch ein paar Seiten…“ und deswegen habe ich für das Buch auch außergewöhnlich lange gebraucht (für meine Verhältnisse).
Andererseits habe ich es aber auch nicht wie bei „Der Fotograf“ irgendwann genervt zur Seite gelegt.
Das Buch hat mich einfach nicht gepackt, die Lektüre verlief eher schleppend und schon lange, bevor im Buch die „Hostel“-Filme erwähnt wurden, hatte ich den Gedanken, ob Katzenbach sich nicht vielleicht ein bisschen zu sehr von genau solchen Filmen hat inspirieren lassen; vieles kommt einem Fan dieses Filmgenre einfach bekannt vor.

Die Handlung des Buches bietet wenig Überraschungseffekte, den Spannungsbogen empfinde ich auch nicht als so richtig gelungen, insgesamt ist alles einfach zu gradlinig und auch ein Stück weit zu vorhersehbar. Zudem fehlt mir am Ende etwas, denn auf das weitere Schicksal einer der zwiespältigeren Hauptfiguren wird nun so gar nicht eingegangen, obwohl mich das sehr interessiert hätte – schade.

Sicherlich ist die Story -junges Mädchen wird entführt, gequält, missbraucht, alter Mann wird parallel dazu allmählich vom Wahnsinn heimgesucht und von der Demenz zerfressen – an sich erschütternd, doch leider ist es John Katzenbach in meinen Augen nicht gelungen, das vollständig rüber zu bringen und mich als Leser an die Geschichte zu binden.

Was ich jedoch als sehr positiv herausheben möchte, ist zum einen der sehr schöne Schutzumschlag, der nicht nur gut zum Inhalt passt, sondern auf der Innenseite auch ein Katzenbach-Interview enthält. Zum anderen habe ich es als sehr angenehm empfunden, dass bei den wirklich harten Geschehnissen quasi ausgeblendet wurde. Das wirkliche Grauen wird nicht plastisch bis ins kleinste Detail geschildert, wie es leider bei vielen Thrillern mittlerweile an der Tagesordnung ist. Katzenbach überlässt es dem Leser, ob und wie er sich Gedanken zu manchem Ereignis im Buch machen möchte, er behandelt den Leser, aber auch das Geschehen selbst mit Respekt und Zurückhaltung und das hat heute fast schon Seltenheitswert.

Der erste Satz:

„Als die Tür aufging, wusste Adrian, dass er tot war.“

Bewertung:
Ich habe mich lange auf das neue Katzenbach-Buch gefreut und bin vielleicht auch wegen der Vorfreude vom Buch selbst nun ein wenig enttäuscht. Von mir gibt es für „Der Professor“ leider nur zwei Sterne.

Herzlichen Dank an den Droemer Verlag für dieses Leseexemplar.

 

Autor: John Katzenbach
Titel: Der Professor
Originaltitel: What Comes Next
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Droemer
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3426198247

Klaus Uhlenbrock / Der Lingwurm

Klaus Uhlenbrock: Der Lingwurm.Inhalt:
Geköpfte Schafe und ein Frauenmord: ein rätselhafter Mörder gibt der Schweizer Kriminalpolizei Rätsel auf. Er zieht von Kanton zu Kanton, reißt den Schafen auf mysteriöse und brutale Weise den Kopf ab und tötet anschließend auf einer der Weiden eine junge Frau. Schon mehrfach ist er auf diese Weise vorgegangen, doch fehlt der Polizei bislang jede Spur.

Dann wird im Wallis das erste geköpfte Schaf gefunden und der junge Oberwalliser Polizist Philip Stoffel sieht sich vor der schwierigen Aufgabe, gemeinsam mit dem nicht unbedingt sympathischen und definitiv besessenen Berner Kommissar Mangold  den nächsten Frauenmord zu verhindern…


Meinung:
Ein Krimi, dessen Handlungsort nahe des eigenen Wohnorts liegt: da liest man natürlich noch mal mit anderen Augen.
Mein Fazit: Das Oberwallis unterscheidet sich doch sehr vom Unterwallis ;-). Da der Autor selbst eine zeitlang im Oberwallis gelebt hat, gehe ich davon aus, dass er das Leben dort recht gut kennt und so, wie die Menschen dort im Buch geschildert werden, sind sie hier bei uns ganz und gar nicht. Fast möchte ich sagen „zum Glück“, denn sie wirken doch oft sehr hinterwäldlerisch. Die Oberwalliser, die ich kenne, sind alles andere als das, sagen aber selbst, dass man ihnen genau diese Eigenschaft oft nachsagt und eine Oberwalliser Zeitung bestätigte in einem Artikel, dass Klaus Uhlenbrock die Figuren sehr authentisch schildern würde. Na dann ;-).
Die Handlung ist an sich recht spannend und kreativ, wird für meinen Geschmack zum Ende hin dann aber doch zu hanebüchen.
De Schreibstil ist manchmal etwas holperig und hat mir an einigen Stellen nicht wirklich gefallen, insgesamt liest sich das Buch aber flüssig. Ich glaube, der Autor kann das besser.
Trotzdem fand ich es schön, mal wieder einen Regio-Krimi mit Schauplatz Schweiz zu lesen.

Der erste Satz:

Philip Stoffel sah auf die fremdländischen Kennzeichen hunderter von Autos, die seit den frühen Morgenstunden das Oberwallis durchquerten.

Bewertung:
Die Handlung hat mich zum Ende hin nicht mehr überzeugt und was mich wirklich stellenweise gestört hat, waren die Schreibfehler ( vor allem fehlende oder falsch gesetzte Kommas – da mag ich kleinlich sein, aber es stört mich eben, auch wenn es sich hier noch im Rahmen hielt).
Zwei Sterne.

 

Autor: Klaus Uhlenbrock
Titel: Der Lingwurm
Broschiert: 292 Seiten
Verlag: Tecklenborg
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3939172291

[Hörbuch] Cordula Stratmann / Sie da oben, er da unten

Kurzbeschreibung:
Totsein hatte sie sich immer anders vorgestellt. Das ist ja doch etwas ganz Spezielles. Und der Weg dahin: Ausgerechnet Dieter, ihr Dieter, der nie in die Puschen kommt, ist ihr nach zig Jahren Ehe so mir nichts dir nichts an die Gurgel gesprungen! Dann liegt man plötzlich erwürgt im Flur – und gerät natürlich ins Grübeln: Wie ist das überhaupt geregelt da oben im Himmel, mit dem Sein, ähm Nichtsein? – Bestens, darf Sabine nach unappetitlicher Zwischenlagerung bei der Gerichtsmedizin feststellen. Sogar so gut, dass man bald seine Rachegelüste gegenüber mörderischen Gatten vergisst. Und wen man hier so alles kennenlernt…
Da unten realisiert Dieter in der Zwischenzeit: Wer keine echten Steherqualitäten hat, der sollte die Finger vom Töten lassen! Man hat in der Zeit danach so viel Hudelei, das sollte man sich vorher wirklich ganz genau überlegen …
Zu den Klängen der „Never Comebacks“ und „Forever Gones“ jagt da oben währenddessen ein Fest das nächste. Nur mit der Liebe scheint es im Himmel auch nicht einfacher zu sein als auf der Erde: Da vergeigt einem Mozart schon mal persönlich die Stimmung und bei ihrem alten Schwarm Jens kommt Sabine auch nicht so richtig zum Zuge…

Quelle: Amazon

Meinung:
Cordula Stratmann kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen und fand sie dort immer sehr lustig und unterhaltsam.
Durch die Werbekampagne bin ich auch auf ihr Buch aufmerksam geworden, der Inhalt klang witzig und als ich las, dass die Autorin das Hörbuch selbst liest, habe ich es mir kurzentschlossen gekauft.
Vielleicht wäre ich mit dem klassischen Buch besser beraten gewesen.
Die Geschichte ist m Grunde ganz witzig, zwischendurch immer mal wieder etwas flach, nicht besonders anspruchsvoll, aber doch alles in allem sehr unterhaltsam. Das Ende hat mir allerdings nicht besonders gut gefallen. Noch weniger hat mir indes Frau Stratmann als Vorleserin gefallen. Im Gegensatz zu ihren Fernsehauftritten klingt sie beim Hörbuch sehr bemüht und das nimmt dem ganzen irgendwie die Lockerheit und dämpft die Geschichte doch sehr.

Bewertung:
Leider nur zwei Sterne.

 

Autorin: Cordula Stratmann
Titel: Sie da oben, er da unten
Typ: Audio CD
Verlag: Roof Music
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3941168435 Pick It!

[die historische Challenge] Kai Meyer / Das Gelübde

Wie zu erwarten war, habe ich mich bereits jetzt nicht an meinen Plan für die historische Challenge gehalten :-D.
Macht nichts, denn hätte ich gewusst, dass dieses Buch bei meinen Eltern auf mich wartet, hätte ich es von Anfang an eingeplant und im Leben kommt ja sowieso nichts so, wie man es geplant hat. 😉

Inhalt:
Es ist der Herbst des Jahres 1818, als der Dichter Clemens Brentano in Dülmen im Münsterland eintrifft. Die kleine Stadt ist vom Herbstlaub regelrecht überflutet, weit mehr Laub türmt sich in den Gassen, als es eigentlich möglich sein kann und erschwert den Alltag.
Brentano,  ein bekennender Atheist, ist auf Drängen seines Bruders nach Dülmen gekommen, um sich hier mit der Nonne Anna Katharina Emmerick zu treffen. Diese ist seit über fünf Jahren bettlägerig und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für ihre Stigmata und Marienvisionen. Brentano, der die Echtheit der Visionen und Stigmata anzweifelt, will sich selbst ein Bild machen und wird auch zu Anna vorgelassen. Diese erkennt in ihm auf Anhieb einen Seelenverwandten, einen „Pilger“, der auf der Suche nach der Wahrheit ist, und vertraut ihm schließlich das ganze Ausmaß ihrer Visionen und deren tatsächliche Inhalte an…

 

Meinung:
Ich lese die Bücher von Kai Meyer sehr sehr gerne und bin seit Jahren ein großer Fan.
Bislang hat mir nur eins seiner Bücher nicht besonders gut gefallen – nun sind es zwei.
„Das Gelübde“ hat mich nicht wirklich überzeugt.
Grundsätzlich ist die Geschichte spannend, ich wusste bislang nicht viel über Clemens Brentano und schon gar nicht, dass er jahrelang am Bett einer Nonne gesessen und Visionen aufgezeichnet hat.
Was mir einfach nicht gefallen hat, war der Schwerpunkt in diesem Buch, der auf den fast schon pornographischen Schilderungen der Marienvisionen lag. Irgendwie hat mich das unangenehm berührt, obwohl ich eigentlich nicht sonderlich prüde veranlagt bin. Mich hätten an der Geschichte andere Aspekte mehr interessiert und ich hab einfach auch nicht mit einem solchen Inhalt gerechnet, auch wenn auf dem Buch „unheimlich und erotisch“ drauf steht.
Die Erzählweise ist wie gewohnt flüssig und bildhaft, man kann sich der Geschichte beim Lesen nur bedingt entziehen und auch wenn mir der Inhalt nun nicht so sonderlich gefallen hat, beweist Meyer doch nur einmal mehr, wie variantenreich seine Ideen und sein Schreiben sind.

Der erste Satz:

Er geht in die Knie, gleich neben dem Bett der Toten.

Bewertung:
Bei all meiner Begeisterung für Kai Meyer gebe ich diesem Buch dennoch nur 2 Sterne.

 

Autor: Kai Meyer
Titel: Das Gelübde
Taschenbuch: 250 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3404155040

Esmahan Aykol / Hotel Bosporus


Kurzbeschreibung/ Klappentext:
Deutsche trinken Bier.
Und Türken essen Kebap.
Kati Hirschel kämpft jeden Tag gegen solche Klischees.
Seit 13 Jahren betreibt sie in Istanbul ihren Krimibuchladen, und noch immer fallen die Türken in Ohnmacht, wenn sie lacht – Deutsche lachen nicht.
Kati Hirschel lässt sich aber nicht festnageln.
Kein Wunder, wächst sie auch über ihre Rolle als Krimibuchhändlerin hinaus und wird zu einer charmanten Detektivin.
Hotel Bosporus ist ein Roman, in dem deutsch-türkische Vorurteile mit voller Wucht aufeinanderprallen und mit Leichtigkeit und Humor vom Tisch gefegt werden; ein Roman, in dem es um internationale Verbrechen, aber auch grenzüberschreitende Freundschaft geht.

Quelle: Amazon

Meinung:
Auf die Autorin und ihre Kati-Hirschel-Reihe aufmerksam gemacht hat mich Manu von Lesefieber.ch, die mir netterweise auch das 3. Buch aus der Reihe geschenkt hat.
Um so schwerer fällt es mir, nach diesem Buch erstmal zu sagen: Kati Hirschel und ich sind bis jetzt keine Freunde geworden.

In einer Rezension bei Amazon schrieb eine Rezensentin, dass man das Buch besser nicht zur Hand nehmen solle, wenn man einen klassischen Krimi erwartet. Dem möchte ich mich anschließen.
Die Handlung ist zwar nicht uninteressant, aber Spannung sucht man vergebens.
Darum geht es vermutlich auch weniger, sondern um die kulturellen Unterschiede zwischen der Türkei und Deutschland, um die Atmosphäre in Istanbul und das Leben dort. Jener Teil scheint mir auch recht gut gelungen, ich bekam beim Lesen ein Bild von der Stadt. Aber als einen Krimi würde ich das Buch auch nicht unbedingt bezeichnen wollen.

Eine andere Rezensentin schrieb, dass sie sich frage, was Berlin der Autorin angetan habe, dass sie so ein Bild von der Stadt entwirft.
Auch in dem Punkt möchte ich mich anschließen.
Ich habe fast ein Jahrzehnt in Berlin gelebt und behaupte einfach mal, das Leben dort einigermaßen gut zu kennen.
Auch die Autorin, so steht es zumindest in ihrer Biographie, lebt zumindest teilweise in Berlin.
Bei mir kam beim Lesen die Frage auf, ob es sich dabei um ein anderes Berlin handelt, denn in meinem Berlin laufen nicht nur „hässliche Enten“ herum, sind die Menschen nicht allesamt ungepflegt und sind auch nicht die einzigen attraktiven Wesen der Stadt die Türkinnen der 3. Generation. In meinem Berlin gibt es verdammt viele Kosmetikstudios und die werden sicherlich nicht nur von Türkinnen aufgesucht ;-). Ich will Berlin jetzt gar nicht in den Himmel loben, die Stadt hat viele Macken und Probleme, aber was in „Hotel Bosporus“ vermittelt wird, entspricht einfach nicht meinem Berlin-Bild und stellt die Stadt in ein schlechtes Licht.
Im Buch sind noch weitere wenig schmeichelhafte Aussagen über Deutsche zu finden, die sicherlich ein guter Maßstab für die Außenansicht auf Deutschland sind (man könnte es auch Vorurteile nennen), die man aber, wenn sie einer deutschen Protagonistin in den Mund gelegt werden, doch eher mit einer hochgezogenen Augenbraue liest. Das ging zumindest mir so.

Eine türkische Rezensentin schreibt, Esmahan Aykol wolle provozieren, tue dabei aber gleichzeitig dem türkischen und dem deutschen Volk Unrecht.
Ich weiß nicht, ob ich es so krass ausdrücken würde, zumal ich die türkische Sichtweise nicht beurteilen kann.
Aus diesem Grund habe ich das Buch einer Freundin von mir geschickt, einer in Berlin lebenden Türkin, und bin schon sehr gespannt auf ihre Meinung (die ich dann sicherlich auch hier im Blog ergänzen werde).
Ob das Buch provokativ sein soll… auch da bin ich unentschlossen.
Für mich reihen sich stereotype Charaktere und Geschehen aneinander und ich bin einfach nicht sicher, ob das Provokation sein soll oder die Meinung der Autorin.
Ihre Schreibe gefällt mir, doch mit dem Inhalt hadere ich.
Diesbezüglich lässt mich das Buch sehr verwirrt zurück und ich sehe mich praktisch gezwungen, auch die nächsten beiden Kati-Hirschel-Romane (die ich eh hier liegen habe) zu lesen, um ein eindeutigeres Bild zu bekommen.

Der erste Satz:

Wie eine Irre fahre ich in der Gegend herum.

Bewertung:
Die Schreibe ist gut, der Inhalt wirft bei mir Fragen auf, einen Spannungsbogen habe ich vergeblich gesucht. Deswegen nur zwei Sterne.

Titel: Hotel Bosporus
Originaltitel: Kitapci Dükkani
Autorin: Esmahan Aykol
Taschenbuch: 287 Seiten
Verlag: Diogenes
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3257234435