Bücher, die man gelesen haben sollte, die Fortsetzung: Eure Lieblingsbücher

Seit Herbst 2010 habe ich hier im Blog den Beitrag “100 Bücher, die man angeblich gelesen haben sollte” und es ist bis heute der am meisten aufgerufene und auch der am häufigsten kommentierte Beitrag. Bevor es auch hier noch mal losgeht, denn die Frage taucht immer wieder auf: Nein, NICHT ICH habe mir diese Liste ausgedacht, sie ist im Rahmen der ZDF-Sendung “Unsere Besten – die Lieblingsbücher der Deutschen” vom Oktober 2004 entstanden.

Das ist jetzt als über 11 Jahre her und auch wenn ich hier und da immer mal wieder solche Listen gesehen habe, so wirklich repräsentativ erschienen sie mir nicht. Warum also nicht selbst mal einen Versuch wagen?

So dann und wann habe ich ja schon mal über eins meiner Lieblingsbücher geschrieben, hier zum Beispiel über den Zauberer der Smaragdenstadt, hier über Das Buch der verlorenen Dinge oder hier über Schuld und Sühne.

Die Top 100 sind mir, um selbst eine Hitliste zu erstellen, etwas zu hoch gegriffen, aber die Top 20 oder Top 50 der beliebtesten Bücher in Bloggerkreisen könnte man doch mal versuchen. Oder was meint ihr?

Darum meine Bitte:

Nennt mir eure all-time-favorites! Eure liebsten 20 bis 50 Bücher aller Zeiten, Bücher, die euer Leben berührt haben und die ihr nicht mehr missen möchtet.
Bitte nicht einfach nur die zuletzt gelesenen Titel, denkt auch an das, was ihr vielleicht als Kind geliebt, was euch Oma oder Opa vorgelesen haben, denkt an die Bücher, die schon total zerfleddert und abgeliebt im Regal stehen.

Schreibt mir entweder an buchjunkie@alpenjodel.de oder kommentiert einfach hier unter dem Beitrag oder auch bei Facebook, natürlich könnt ihr auch gerne dazu schreiben, warum euch ausgerechnet das Buch so beeindruckt und geprägt hat. Ihr müsst allerdings nicht zwingend nach Wertung listen, das ist ja manchmal doch sehr schwierig.
Es könnte natürlich sein, dass der eine oder andere Kommentar danach mit einer Überraschung rechnen darf, aber dazu später, denn das hier soll kein Gewinnspiel oder dergleichen sein, es geht um EURE TOP-BÜCHER.

Ich werde dann nach Ablauf des Stichtags auch einen Beitrag zu meinen persönlichen Lieblings-50 machen, vorab mal eine kleine Auswahl auf dem Foto unten (und ausgerechnet meine zwei Lieblingsbücher ever sind gerade verliehen, nun ja …)

Lieblinge (und eine Katze)

Teilen und Retweeten ausdrücklich erwünscht!

Ich sammle eure Antworten bis zum 15.09.2015, werde sie dann auswerten und das Ergebnis hier veröffentlichen.

, , , , ,

13 Kommentare

[KapitelLiebe♡] Jennifer Wolf/ Morgentau – die Auserwählte der Jahreszeiten (Buch 1)

Heute erwartet auch an dieser Stelle wieder eine Gastrezension aus dem Bereich Young Adult/Fantasy von der lieben Lisa aka KapitelLiebe ♡


Klappentext:
Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?

“Der Frühling bringt Blumen,
der Sommer den Klee.
Der Herbst bringt die Trauben,
der Winter den Schnee.”

Quelle: Carlsen

Jennifer Wolf: Morgentau (Buch 1)

Inhalt:
Die Welt liegt in Trümmern und Eis. So, wie wir sie kennen, existiert sie nicht mehr. Dennoch gibt es noch Leben auf einem Fleckchen Erde, was die Menschen nur der Göttin Gaia zu verdanken haben. Sie schuf eine Stadt, abgekapselt von all den todbringenden Krankheiten und Gifte, die sich die Menschen selbst zuzuschreiben haben.
Und dort lebt auch Maya. Alle 100 Jahre wird dort, von der Göttin Gaia höchstpersönlich, eine Hüterin auserkoren, die sich als Gefährtin für ein Jahrhundert an einen von Gaias Söhnen zu binden hat, den Frühling, den Sommer, den Herbst oder den Winter. Ein ganzes Jahrhundert mit einem Mann?
Maya, die neue Auserwählte der Jahreszeiten hat eine schwierige Wahl zu treffen, nämlich die für den richtigen Halbgott …

Schreibstil:
Der Schreibstil von Jennifer Wolf ist locker, aber auch gehoben, nicht zu umgangssprachlich. Ich konnte es dennoch flüssig und – vor allem – schnell lesen.

Cover:
Das Cover ist ja wirklich mal ein Hingucker. Sehr mädchenhaft und frisch, es lässt sofort auf eine fantasievolle Geschichte schließen.
Meinung:
Jennifer Wolf hat mich mit Mayas Geschichte ab der ersten Seite in ihr Bann gezogen!
Auf Anhieb wüsste ich nicht, je etwas Vergleichbares gelesen zu haben. Die Autorin besitzt für mich eine unglaublich ausgeprägte Fantasie, weshalb ich diese leicht dystopische und wahnsinnig fantastische Geschichte in null Komma nichts verschlungen habe. :)
Sie hat für mich eine vollkommen neue und einzigartige Welt erschaffen.
Und Nevis … hach, Nevis, der Winter, mit seinen unglaublichen traurigen Eisaugen! Ich gestehe, ich hab mich sofort in ihn und seine verschlossene Art verliebt! Bedingungslos und unwiderruflich! :D
Die Protagonistin Maya habe ich ebenfalls ins Herz geschlossen. Oft tat sie mir leid, hier und da musste ich sogar mit den Tränen kämpfen, bis der Damm dann doch am Ende endgültig gerissen ist und ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Ich kleine Heulsuse ;).

Auch die anderen Charaktere fand ich sehr gut dargestellt.
Die Erdgöttin Gaia war die Güte in Person und dennoch ehrfurchterregend. Sie war wie eine Mutter: Liebevoll und tadelnd zugleich.

Fazit:
Ich kann die Autorin nicht genug loben für ihr unglaubliches Buch!
Wer Fantasy mag, wird “Morgentau” lieben, und es, genauso wie ich, in die Glasvitrine für besondere Bücher einschließen und es jedes Mal beim vorbeigehen verträumt lächeln!
Kauft es! Mit aktuell 4,99€ ist der Preis kaum zu toppen.
Ich liebe es. ♡

5 von 5 Sternen ☆☆☆☆☆
(Aber im Herzen 100 Sterne!)
Lisa, Eure KapitelLiebe ♡


Autorin: Jennifer Wolf
Titel: Morgentau – die Auserwählte der Jahreszeiten (Buch 1)
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3551314963
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren


Alle weiteren Gastrezensionen von Lisa findet ihre hier: >>KapitelLiebe ♡<<

, , , , , , , ,

Ein Kommentar

Sara Crowe/ In ziemlich bester Gesellschaft

Wenn die Mutter sich umgebracht hat und der Vater ratzfatz eine Neue hat, dann ist es gut, wenn man exzentrische Tanten hat, zu denen man flüchten kann. Tante Coral lebt auf Schloss Egham, gemeinsam mit einem schönen Admiral und der frechen Delia, meist sitzen sie im Wintergarten, futtern Häppchen, schlürfen Cocktails. Drei Bohemiens – die für Sue, das unglückliche Halbwaisenkind, jetzt genau die richtigen Freunde sind.
Sue will Schriftstellerin werden, wäre da nicht das kleine, wenn auch charmante Problem mit den Wortverwechslungen. Manchmal kommen eben einfach nicht die richtigen Worte, aber das wird sie nicht an ihrem Traum hindern, und dieses dämliche unglücklich Verliebtsein, dieses dämliche Erwachsenwerden und schon gar nicht diese dämlichen Lebenslügen, die Sue nach und nach im Leben ihrer Eltern und ihrer drei Bohemiens aufdeckt.

“In ziemlich bester Gesellschaft” ist einerseits eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, bisweilen seicht, heimelig, wohlig, unaufgeregt. Bisweilen dann allerdings auch aufregend und überraschend. Der Tagebuchstil, wobei im Buch selbst viel vom Commonplace Book* gesprochen wird, gefällt mir sehr gut.

* Commonplace Book: eine Art Tagebuch, ähnlich einem Scrapbook. Es sollten nicht nur Erinnerungen, sondern auch Bilder und Sprüche gesammelt werden.

“Der italienische Dichter Giovanni Rucellai, der mit dem Zibaldone eines der ersten Tagebücher dieser Art erstellte, beschrieb es als ‘Salat aus verschiedensten Kräutern’.
Im Commonplace Book versammelten sich Zitate und Kommentare, dazu Lieblingsgedichte, Sprichwörter, Briefe, ja sogar Kochrezepte.
Ein ganz persönliches Buch des Lebens.”

Mir gings zunächst ein wenig so wie Madame Miez. Ich beäugte das schrill rote, mit rosa Seitenberandungen verzierte Buch skeptisch.

Sara Crowe/ In ziemlich bester Gesellschaft ©buchjunkie.wordpress.com

Doch einmal begonnen, war es schwer, es wieder aus der Hand zu legen …

Sara Crowe: In ziemlich bester Gesellschaft ©buchjunkie.wordpress.com

… und so lasen wir und lasen und freuten uns, weil das Buch irgendwie einen beruhigenden, wärmeligen Touch hat, der sich beim Lesen übertrug.

Sara Crowe: In ziemlich bester Gesellschaft ©buchjunkie.wordpress.com

An einigen Stellen im Buch musste ich noch erst die Seiten auftrennen – eine Sache, die ich über alles liebe, die ich damit verbinde, dass sich mir nun ein Text zeigen wird, den so noch niemand gelesen hat. Ja, stimmt bei diesem Buch nur bedingt, aber bei den Büchern in den Bibliotheken, in denen ich gearbeitet habe, war es tatsächlich so, dass sich mit dem Aufschneiden der Seiten ein Geheimnis lüftete. So empfand ich es irgendwie auch bei diesem Buch.

Dieser Text in einer anderen Gestaltung, Bindung, Cover hätte mich nie so erreicht, das geb ich zu.

Aber das Cover sprang mich an, das Seitenaufschneiden weckte wunderbare Erwartungen und Erinnerungen, und in all dem dann der Text, dieser wärmende, leicht verdauliche, dennoch zu Herzen gehende Text mit seinen oft sehr leisen Tönen – all das schuf ein wunderbar harmonisches Leseerlebnis, und noch jetzt, wenn ich auf das Buch im Regal gucke, breitet sich so eine angenehme Ruhe in mir aus.

Dieses Gesamtpaket bekommt von mir fünf Sterne.

5sterne

Autorin: Sara Crowe
Titel: In ziemlich bester Gesellschaft
Originaltitel: Campari For Breakfast
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3453580503

, , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

[KapitelLiebe♡] Colleen Hoover/ Weil ich Will liebe

Gastrezension von Lisa [KapitelLiebe♡]

*** Ich möchte euch darauf hinweisen, dass ihr diese Rezension erst lesen solltet, wenn euch Band 1 “Weil ich Layken liebe” schon bekannt ist, da Spoiler vorhanden sind. ***

Colleen Hoover: Weil ich Will liebe

Klappentext:
Es ist jetzt über ein Jahr her, dass Will Layken zum ersten Mal begegnet ist. Und ihre Liebe scheint täglich stärker zu werden. Doch als Will im neuen Studienjahr auf seine Ex-Freundin Vaughn trifft, beschließt er, Layken nichts davon zu erzählen. Ein fataler Fehler, denn als Layken die beiden zufällig sieht, missversteht sie die Situation.

Quelle: DTV



*** Ich möchte euch darauf hinweisen, dass ihr diese Rezension erst lesen solltet, wenn euch Band 1 “Weil ich Layken liebe” schon bekannt ist, da Spoiler vorhanden sind. ***



Über ein Jahr ist vergangen, seit Laykens Mutter an Lungenkrebs verstorben ist. Will und Layken ziehen ihre kleinen Brüder gemeinsam auf und spielen ihre Elternrolle großartig.
Dennoch erleben sie angesichts dieser Verantwortung auch ihre Nachteile. Die Erziehung von fast 11-jährigen Jungs kann nicht einfach sein …
Will geht wieder zur Uni, wo er überraschend auf seine Ex-Freundin Vaughn trifft, die ihn kurz nach dem Tod seiner Eltern verlassen hat.
Da er Layken nicht unnötige Probleme machen will, verschweigt er es ihr.
Doch sie bekommt es kurz vor einem romantischen Date mit Will heraus, und stellt sofort die Beziehung und Wills Gefühle infrage.
Das bitterschmeckende Leben stellt sich ihnen wieder mit aller Kraft entgegen.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Colleen Hoover ist wie gewohnt sehr locker und jugendlich. Das Buch liest sich flüssig, weshalb man auch nicht allzu lange braucht, um es durchzulesen.

Meinung:
Zu Beginn ertappte ich mich oft dabei, dass ich dachte, ich würde aus Laykens Sicht lesen. Der Wechsel der Sichtweise war eine ganz schöne Umstellung. Immer wieder musste ich mich daran erinnern, dass es Will ist, der hier die Liebesgeschichte erzählt.
Trotzdem hat es mich sehr gefreut, in Wills Kopf sehen zu dürfen, denn seine Gedanken waren oft amüsant und brachten mich zum Lachen.
Die Nebencharaktere sind ein Traum, allen voran Kiersten. Sie ist das neue Nachbarsmädchen, mit dem sich Kel und Coulder angefreundet haben, Kel noch ein bisschen mehr als Coulder.
Und “verschmetterlingt” nochmal, musste ich über dieses Mädchen lachen! (“Schmetterling” ist übrigens ein Insider in dieser wundervollen Familie.)
Auch Kirstens Mutter Sherry hat sich still und heimlich in mein Herz geschlichen, da ihre Art so mütterlich und fürsorglich ist.

Es gab allerdings auch Nebencharaktere, die ich am liebsten eigenhändig verprügelt hätte.
Zum Beispiel Vaughn und Reese. Ganz besonders Vaughn.
Bei ihr stellen sich immer noch meine Nackenhaare zu auf!
Warum? Lest es selbst! :)

Poetry Slam ist erneut ein wichtiger Bestandteil des Buches, worüber ich mich sehr gefreut habe, da mich die Texte so berührt haben.
Jedes Kapitel fängt mit einem Eintrag aus Wills Tagebuch an, was ich einfach wunderschön fand!

Das Cover lädt wieder zum Kaufen ein, da es schön knallig und jugendlich gestaltet ist.

Fazit:
Colleen Hoover versteht es wirklich, die Gefühle ihrer Leser auf Achterbahnfahrt zu schicken.

Kauft das Buch und lest es!!! :)

“Weil ich Will liebe” ist eine wundervolle, gleichzeitig auch ein wenig traurige Fortsetzung von “Weil ich Layken liebe”.

Noch Ende Juli kommt der dritte Teil der romantischen Liebesgeschichte von Layken und Will raus und heißt “Weil wir uns lieben”. Auch diesen Teil werde ich mit Freuden inhalieren! :)

5 von 5 Sternen ★★★★★

Eure KapitelLiebe♡ :)

, , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Camilla Grebe/ Åsa Träf: Die Therapeutin

Siri Bergmann ist Psychotherapeutin und arbeitet gemeinsam mit ihrer besten Freundin in einer Gemeinschaftspraxis in Stockholm. Täglich befasst sie sich mit den teils grauenerregenden Schicksalen und Geschichten ihrer Patienten und hilft ihnen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Doch sich selbst hat Siri längst nicht mehr im Griff. Erst musste sie den Verlust ihres Babys verkraften, kurz danach kam ihr Mann bei einem Tauchgang in vertrautem Revier ums Leben.
Siri hat panische Angst vor der Dunkelheit, trinkt zu viel, versucht, sich mit Arbeit von ihren eigenen traumatischen Erlebnissen abzulenken, und sie lebt einsam und abgeschieden in dem kleinen Haus am Meer, das sie mit ihrem Mann zusammen renoviert hat. Sie liebt das Haus, es erinnert sie an Stefan, sie will es nicht verlassen, obwohl es einen weiten Weg zur Arbeit bedeutet und obwohl es sie nachts schutzlos und einsam macht. Ihr einziger Gefährte ist ihr Kater, der ihr nachts Sicherheit gibt, während tagsüber ihre Kollegin und beste Freundin Aina versucht, Siri von ihrem tristen Leben abzulenken.Ihre Patienten vertrauen Siri – bis eine von ihnen plötzlich einen Warnbrief erhält und die Therapie abbricht. Dann verschwindet der Kater, und die Leiche eben jener Patientin taucht in der abgelegenen Bucht vor Siris Haus auf …

Vorweg: Normalerweise bekommen Rezensionen bei mir ja auch ein Bildchen vom Cover verpasst, sieht einfach netter aus und ganz ehrlich, so eine Rezension ohne Bild ist schon irgendwie nackt – in diesem Fall müsst ihr leider darauf verzichten, denn seitdem ich das Buch ausgelesen und allen davon vorgeschwärmt habe, ist es im Umlauf. Nach meiner Mutter und meiner Schwester hat es zwei Freundinnen besucht und ist nun aktuell bei der Mutter einer dritten Freundin zu Gast. Wir haben nun alle ein wenig Probleme mit der Dunkelheit, aber hey, für gute Bücher nimmt man das mal in Kauf. Und ihr bekommt dafür den scary Blick meiner Neugierkatze (die mich demletzt so manche Nacht wegen gruseliger Dinge um den Schlaf brachte)

alleswissenwollenCat ©buchjunkie.wordpress.com

Zuallererst mal: Puh. Nein, das reicht nicht: PUH.
Ich habe wirklich seit sehr langer Zeit keinen Spannungsroman mehr gelesen, der mir den Schlaf geraubt hat und der mich am Abend noch dreimal durch die Wohnung tigern ließ, um nachzusehen, ob auch wirklich alle Türen und Fenster verschlossen sind.

Die Autorinnen Camilla Grebe und Åsa Träf sind Schwestern, eine Psychologin, die andere in der Buchbranche tätig – und die beiden verstehen wirklich ihr Handwerk.
In manchen Rezensionen las ich, im Vergleich zu anderen Skandinavien-Thrillern seien diese Bücher lahm, das kann ich so nicht bestätigen. Camilla Grebe und Åsa Träf haben es geschafft, mich nicht nur emotional wirklich zu packen, sondern meine Urängste zutage zu holen; so etwas habe ich schon lange nicht mehr bei einem Buch erlebt.
Ich hab mit Siri so sehr mitgefühlt, mitgebangt, wollte nicht wahrhaben, was offensichtlich war … rundum ein nahezu perfektes Leseerlebnis.

Noch dazu bei einem Buch, das eigentlich gar nicht eingeplant war!
Ich reise ja seit einiger Zeit öfter mal durchs Land, stand an einem Bahnhof, wartete auf meinen viel zu verspäteten Zug, hatte die geplante Reiselektüre beendet –  und da lachte mich das Cover mit dem heimeligen Häuschen geradezu an (ja, ok, der 5€-Superrabatt half auch ;) ), also kam das Buch mit, und noch im Zug war ich gefesselt. Der Weg durchs dunkle Berlin in meine leere Wohnung war dann eher weniger lustig, zu sehr war ich schon gefangen in dieser Geschichte der Verluste und Ängste, in der die Gefahren aus den unangeahnten Ecken kommen und stets im Dunkeln hervortreten. Ja, ich gebe sogar zu, meine allererste Tat nach dem nach Hause kommen war, die Katzen zu zählen. Man weiß ja nie. Und danach musste ich das Buch noch in derselben Nacht zuende lesen, denn ich hätte ohnehin kein Auge zubekommen.

Ich steh auf Thriller, auf Horror, auf Splatter – aber dieser kleine, unerhoffte schwedische Krimi, der doch eher seichter Natur ist und ohne überzogene Gewalt auskommt, dieser kleine Krimi hat mich wieder das Fürchten gelehrt. Ich ziehe meinen Hut vor den Autorinnen und diesem Erstlingswerk, das ich rundum gelungen finde.

Und, Confession No. 2: Zum ersten Mal würde ich rasend gerne ein Autorinnen-Interview führen, denn dieses Schwesternpaar schreibt nicht nur spannend, sondern scheint auch sonst einiges auf dem Kasten zu haben.
Fünf Sterne:
5sterne

 

Autorinnen:Camilla Grebe/ Åsa Träf
Titel: Die Therapeutin
Originaltitel: Någon sorts frid
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: btb Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442746781

, , , , , , , , ,

2 Kommentare

[KapitelLiebe♡] Colleen Hoover/ Weil ich Layken liebe

Gastrezension von Lisa [KapitelLiebe♡]

 

 

Stell dir vor, du triffst die große Liebe – und dann kommt das Leben dazwischen …

Klappentext:

Nach dem Unfalltod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück – drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg …

Quelle: DTV

Colleen Hoover: Weil ich Layken liebe
WOW – das ist es, was ich über die Liebesgeschichte von Layken und Will auf Anhieb denke!

Ich habe schon viele Liebesromane gelesen, die unglaublich kitschig waren, aber “kitschig” umschreibt diese Geschichte in keiner Weise. Eher “unglaublich”, “ehrlich”, “traurig” und unfassbar “schön”.

Es gibt ja immer diese Bücher, die du einfach liest, und es gibt diese Bücher, die dich im Innersten deines Herzens treffen, die dich all deine Gefühle durchleben lassen.
Bei diesem Buch ging es mir so! Ich musste weinen und lachen, meine Emotionen gingen bei dieser wundervollen Geschichte vollends mit mir durch!

Colleen Hoovers Schreibstil ist fesselnd und liest sich sehr flüssig, da die Sprache zwar jugendlich, aber nicht übertrieben ist. Ihre Charaktere sind sehr authentisch und liebevoll dargestellt, vor allem sind sie dem Leser greifbar. Ich konnte mich sofort mit Will und Layken identifizieren. Schon nach den ersten paar Zeilen war ich gefesselt. Es fiel mir ziemlich schwer, das Buch aus der Hand zu legen, um schlafen zu gehen, und selbst dann musste ich noch an Layken und Will denken.
Das Cover des Buches ist jugendlich und bunt gestaltet, es fällt sofort ins Auge und lässt an eine Liebesgeschichte denken.

Die im Mittelpunkt stehende Protagonistin Layken ist mit ihrer Familie von Texas nach Yipsilanti in Michigan gezogen.
Kürzlich ist ihr Vater unerwartet verstorben, weshalb ihre Mutter aus finanziellen Gründen gezwungen ist, mit Layken und ihrem Bruder wegzuziehen. Ausgerechnet am ersten Tag verliebt Layken sich in den gut aussehenden Nachbarsjungen Will Cooper. Nach langer Zeit der Trauer ist dieses vergessene, warme Gefühl im Bauch für sie überwältigend. Doch das Leben macht Layken den berühmten Strich durch die Rechnung. Ihre Liebe währt nur kurze drei Tage lang, bis das schlimmste Trennungsgespräch aller Zeiten stattfindet.
Leider kann ich hier nicht mehr verraten, ohne zu spoilern, deshalb müsst ihr selbst herausfinden, was geschieht. :)

Emotional betrachtet ist es eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle. Lahme Chuck-Norris-Witze und Freundin Eddie brachten mich dazu, lauthals zu lachen.Laykens kleiner Bruder Kel hat mich desöfteren zum Schmunzeln gebracht. Ich musste jedoch auch zwischendurch weinen, wenn das Leben mit voller Wucht zugeschlagen hat.

Die zärtliche und aufrichtige Liebe zwischen den Hauptcharakteren erweicht einem das Herz, auf der anderen Seite stimmen die fatalen Wendungen so unfassbar traurig. Einige traurige Szenen regen zum Nachdenken über Prioritäten und das, was wirklich im Leben zählt, an.

Wer Gedichte mag, dem wird dieses Buch besonders gefallen! Es geht viel um “Poetry Slam”, eine moderne Form des Dichtens.
Die Autorin hat die “Slam-Abende” so unterhaltsam und liebevoll beschrieben, dass ich davon nicht genug kriegen konnte.

♡ Mein Fazit ♡:
“Weil ich Layken liebe” feiert große Erfolge in den USA und in Deutschland, meiner Meinung nach zurecht, denn Colleen Hoover schreibt so herzergreifend wie kaum eine andere Autorin. Ihr Buch ist mir sehr zu Herzen gegangen, mehr als jedes andere Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Die romantische und dennoch ernstzunehmende Handlung der Geschichte lässt einen nicht mehr los, auch wenn man sie längst beendet hat.
Jeden Moment habe ich beim Lesen genossen, und ich würde ohne zu zögern auch jedes andere Werk der Autorin lesen.

Ich gebe 5 von 5 möglichen Sternen
★★★★★

Eure Lisa (KapitelLiebe♡)

————
Autorin: Colleen Hoover
Titel: Weil ich Layken liebe
Originaltitel: Slammed
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3423715621
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

, , , , , , ,

7 Kommentare

Gastrezensentin [KapitelLiebe] stellt sich vor

Wenn ein Genre generell auf meinem Blog zu kurz kommt, dann sind es wohl die Jugendromane. Ab und an lese ich zwar mal ganz gerne einen, aber die Zeit fehlt momentan einfach an allen Ecken (man merkt es ja an meiner Blogfrequenz).
Aus diesem Grund freue ich mich sehr, euch heute eine neue Gastrezensentin vorstellen zu können, die sich voll und ganz diesem Genre verschrieben hat und die Bücher in einem Tempo verschlingt, das mich regelmäßig nur staunen lässt ;).
Ich wünsche euch viel Spaß bei ihren Besprechungen!

——————

Hallo ihr Leseeulen, da mich die liebe Grete gefragt hat, ob ich nicht gerne mal auf ihrem Blog Jugendromane als Gastbloggerin rezensieren möchte, und ich ganz verzückt “JA” geschrien habe, möchte ich mich hier einmal kurz vorstellen:
Ich bin Lisa alias KapitelLiebe♡ und ich bin 20 Jahre alt.
Meine größte Leidenschaft ist das Lesen, und bestimmt auch bald das Rezensieren von Büchern. :) Mein Lieblingsgenre ist Romantasy für Jugendliche. Liebesromane und Dystopien werden aber auch noch sehr gerne in meinem allerliebsten Bücherregal gesehen.

Ich hoffe, ich werde allen Büchern, deren Rezension ich schreiben werde, gerecht werden (ich bin noch eine absolute Anfängerin). :)

Ich danke euch schon mal von ganzem ♥ für’s lesen!
Eure KapitelLiebe♡

, , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Stephen King/ Doctor Sleep

Aus dem kleinen Danny Torrance, der vor über 30 Jahren im Hotel Overlook gegen seinen wahnsinnig gewordenen Vater ums Überleben ankämpfen musste, ist ein erwachsener Mann geworden. Dan ist Krankenpfleger, und ihn verfolgt nicht nur die Vergangenheit, sondern auch der Dämon Alkohol. Ohne es zu wollen, ist er seinem Vater immer ähnlicher geworden.

Ruhelos zieht er von Ort zu Ort, immer auf der Flucht vor seinem “Shining”, das er mit Drogen und Alkohol zu betäuben versucht – aber vor sich selbst kann man nur schwer davonlaufen.
Schließlich landet er als Pfleger in einem kleinen Ort in New Hampshire und entdeckt sein besonderes Talent, Sterbenden den Übergang zu erleichtern, was ihm den Spitznamen “Doctor Sleep” einbringt. Er nimmt den Kampf gegen seine Sucht auf, findet Freunde, ein Zuhause – und jemanden, der ihm sehr ähnelt und seine Hilfe benötigt …

Stephen King/ Doctor Sleep

Ich kann mich kaum erinnern, schon mal so weit auseinanderklaffende Meinungen zu einem King-Buch gelesen zu haben. Die einen finden es so richtig scheiße, die anderen finden es fantastisch. Und ich siedel mich irgendwo dazwischen an.
Der größte Wurf von Stephen King ist es meines Erachtens nicht, auch wenn man wirklich beim Lesen gespürt hat, wie sehr ihm das Buch und die Geschichte am Herzen liegen und dass er unbedingt die Geschichte von Dan(ny) weitererzählen wollte. Die ersten 2/3 des Buches haben mir unheimlich gut gefallen, da stimmte alles, die Geschichte war gut strukturiert und fesselte mich. Und dann kam, was bei King ja leider öfter mal passiert: ein rapider Absacker.
Ich fand die letzten rund 150 Seiten einfach nur nervig.
Zu viele gewollt-spannungsgeladene Andeutungen, zerhackstückelte Kapitel und, auch das hat leider mittlerweile Tradition, eine immer schlechter werdende Übersetzung. Ich fand Dan nur noch nervig, ich fand Abra unerträglich und der zuvor doch ziemlich interessante “Wahre Knoten” … naja. Schade.
Ich bin wirklich ein riesiger King-Fan, das wird sich in diesem Leben auch ganz sicher nicht mehr ändern, und ich hatte mich wahnsinnig auf die Fortsetzung von “Shining” gefreut. Mich hat auch gar nicht gestört, was so viele andere Leser kritisieren, nämlich, dass der (christliche) Einfluss der Anonymen Alkoholiker sich mittlerweile zu stark in Kings Büchern widerspiegelt. Das finde ich im Grunde ok, die AA haben ihm geholfen, gesund zu werden und überhaupt noch am Leben zu sein, natürlich hat das Einfluss auf ihn.
Aber vielleicht sollte er sich wieder mehr Zeit beim Schreiben lassen. Die Bücher kommen in einem solchen Tempo heraus, dass es eigentlich nicht verwundern kann, dass das, was stark beginnt, zum Ende hin derart absackt. Offenbar versucht King, noch so viele Geschichten wie irgend möglich aufs Papier zu bekommen; und dafür sollten wir Leser eigentlich dankbar sein. Dennoch – ich würde bereitwillig auf einige Bücher verzichten, wenn sich dadurch die Qualität konstant hielte.

Autor: Stephen King
Titel: Doctor Sleep
Originaltitel: Doctor Sleep
Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-10: 3453268555

, , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Ben Aaronovitch/ Die Flüsse von London

“Alles begann an einem kalten Dienstag im Januar, morgens um halb zwei, als Martin Turner, Straßenkünstler und nach eigenen Worten Gigolo in Ausbildung, vor der Säulenhalle von St. Paul’s am Covent Garden über eine Leiche stolperte.”

Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London

Frisch ausgebildet wartet Police Constable Peter Grant auf eine glorreiche Zukunft bei der Londoner Polizei – und wird zu seinem Entsetzen den Schnarchnasen zugeteilt, die den Papierkram erledigen sollen. Zum Glück stolpert er über den Fall der kopflosen Leiche und er befragt den einzigen Zeugen am Tatort, Nicholas Wallpenny. Unglücklicherweise ist dieser schon geraume Zeit tot, weswegen ihm natürlich niemand die Zeugenaussage abnimmt, jedoch zieht Peter so die Aufmerksamkeit von Chief Inspector Thomas Nightingale auf sich. Nightingale leitet eine ominöse Ein-Mann-Einheit, die offiziell zum Bereich “Wirtschaftskriminalität und Spezialermittlungen” gehört, über die aber eigentlich niemand so recht Bescheid weiß.
Schlagartig ändert sich Peters Leben grundlegend, denn Nightingale beschäftigt sich tatsächlich mit allerlei Magischem und ist der letzte Zauberer Londons. Und schon findet sich Peter als Zauberlehrling wieder, der mit Flussgöttern, Vampiren und Geistern zu tun hat und mit ihrer Hilfe den Fall der kopflosen Leiche lösen muss …

Ben Aaronovitch ist ein Meister des Wortwitzes und der Urban Fantasy. Mit Peter Grant hat er eine Figur erschaffen, in die er viel autobiographisches einfließen lässt, zum Beispiel Erlebnisse mit seiner afrikanischen Mutter oder auch die Probleme, die er aufgrund seiner Hautfarbe schon zu meistern hatte. Was ihm noch mit der Figur Peter gemein ist, ist der trockene britische Humor, der jede noch so absurde Situation urkomisch werden lässt. Was sich auf den ersten Blick wie eine “Erwachsenenversion von Harry Potter” liest (so umschrieb es ein Amazon-Rezensent, leider finde ich die Rezension nicht mehr, um sie hier zu verlinken), ist tatsächlich viel mehr. In der Welt von Peter Grant laufen im realen London vollkommen unerkannt magische Gestalten und Spitzbuben herum, die sich perfekt in die normale Welt integriert haben. Im einen Moment beschreibt Peter noch die Londoner Architektur (und das kann er wirklich sehr vorzüglich), im nächsten spricht er mit Vater Themse über die Zeit von Londons Entstehung. Hier wird nicht einfach nur gezaubert oder der Böse gejagt, hier lernt man etwas über Londoner Stadtgeschichte und Architektur, über die Londoner selbst und darüber, wie es ist, als Kind mit Migrationshintergrund in einem sozialen Brennpunkt aufzuwachsen. Das alles ist in eine temporeiche und witzige Erzählung verpackt, nichts wirkt verbittert oder anklagend, es ist einfach, wie es ist.

Dies ist Ben Aaronovitchs erster veröffentlichter Roman, er war zuvor jedoch schon als Drehbuchautor tätig, unter anderem für die grandiose TV-Serie Doctor Who (wodurch ich überhaupt erst auf ihn aufmerksam wurde); vielleicht gelingt es ihm aufgrund dieser Erfahrungen, so wunderbar bildlich zu erzählen.

Mir hat der erste Band der Reihe um Peter Grant ausgezeichnet gefallen, er hat mich gut unterhalten und Lust auf mehr Peter Grant und mehr magisches London gemacht.

Fünf Sterne.
5sterne

Autor: Ben Aaronovitch
Titel: Die Flüsse von London
Originaltitel: Rivers of London
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
gelesen auf: Deutsch
ISBN-13: 978-3423213417

, , , , ,

4 Kommentare

Mein Lesejahr 2014: Ein Rückblick.

Mein Beitrag zur Blogparade soll noch nicht alles an Rückblick gewesen sein.
2014 war buchtechnisch ein mehr als erfreuliches Jahr, vielleicht auch, weil ich die Bestsellerlisten sehr ignoriert habe – das einzige Mal, dass ich mich von der Masse hab leiten lassen, war auch das einzige Buch, das mich ziemlich enttäuscht hat. Ich hab einfach nur frei Schnauze gelesen, getreu dem Lustprinzip, das 2013 wieder Einzug ihn mein Leseverhalten gefunden hat.

Ich schrieb es ja schon im letzten Jahresrückblick, aber für mich ist dieser Punkt immer noch so wichtig, dass ich mich selbst zitieren möchte:

Vor allem aber habe ich jedes “MUSS” im Zusammenhang mit meinem Hobby eliminiert. Ich muss nicht lesen, was ich nicht lesen will, ich muss nicht über das Lesen schreiben, ich muss ein Buch nicht beenden, wenn es mir nicht gefällt und selbes gilt auch für Hörbücher, und wenn ich keine Lust aufs Lesen habe, weil ich zu müde bin oder zu unkonzentriert, dann ist es auch vollkommen legitim, stattdessen Serien zu gucken. Das macht mich nicht zu einer schlechteren Leserin, das macht mich nicht ungebildeter oder unkultivierter – es macht mich einfach nur frei.
Wir müssen schon genug im Leben. In meiner Freizeit will ich ganz alleine regulieren, was ich tue, ungehindert und unblockiert von jedem “MUSS”.
Das liest sich jetzt so selbstverständlich, aber diese Erkenntnis war wichtig für mich und hat aus so manchem den Druck herausgenommen.

Ich bin in diesem Punkt 2014 noch radikaler geworden – Bücher, die mir nicht zusagen, werden nicht beendet, die Zeit ist mir zu schade und jemand anderem macht das Buch vielleicht mehr Freude. Bei Neuanschaffungen bin ich noch kritischer geworden und das hat sich gelohnt, denn in diesem Jahr haben wirklich nicht viele Bücher meinen Weg gekreuzt, die mir so gar nicht zugesagt haben. Was diesen Punkt angeht, habe ich also meinen Vorsatz für 2014 sehr gut umsetzen können.

Ich habe 2014 insgesamt 52 Bücher gelesen, also jede Woche eins. Nicht mit einberechnet sind die vielen Fachbücher, Dissertationen und Manuskripte, die ich im Brotjob täglich lese – hier im Blog zählt nur, was ich in meiner Freizeit lese und höre.
Das ist noch lange nicht wieder so viel wie vor meinem Katastrophenjahr 2011, aber ich bin damit zufrieden, vor allem, weil mir nahezu jedes dieser Bücher auf die eine oder andere Weise gefallen hat. Qualität vor Quantität. Wenn ich in anderen Blogs lese, dass die Leute sich enormen Druck machen, pro Jahr mindestens 100, wenn nicht sogar 200 Bücher zu lesen, bricht mir schon der Schweiß aus und ich bekomme Schnappatmung.
Wozu dieser Stress? Wo bleibt da das Vergnügen?
Lieber lese ich eine solch überschaubare Anzahl an Büchern und kann mich dann auch hinterher an den Inhalt und die Feinheiten erinnern, als dass ich mich jemals wieder diesem “Ich MUSS aber”-Stress aussetze. Erst jetzt merke ich, dass mich das früher nicht nur unter Druck gesetzt hat, sondern dass es sich vor allem auch so ausgewirkt hat, dass ich mich kurz nach der Lektüre kaum noch an die Inhalte der Bücher erinnern konnte. Jetzt mache ich nach jedem Buch eine kleine Pause, lasse alles sacken und schreibe mir bereits während des Lesens meine Eindrücke in einem Lesetagebuch auf – auch eine ausgezeichnete Neuerung des Jahres 2014.
Und, mal ehrlich (dass ich das mal sagen würde …): Es gibt mehr im Leben als Bücher. Literatur wird sicher immer meine große Liebe bleiben, aber da ist noch so viel mehr, was es zu entdecken und zu (er)leben gibt, manchmal muss man einfach raus, Neues wagen, die Welt sehen. Das eröffnet einem dann auch wieder ganz neue Zugänge zu den Büchern, die man sich niemals hätte vorstellen können.

Da ich in diesem Jahr viel unterwegs war, hat sich die Zahl der gehörten Hörbücher rapide erhöht – es waren 25 Stück, und auch hier gab es wenige, die mir nicht wirklich zugesagt haben.

Mein zweites Vorhaben für dieses Jahr war es ja, meinen SuB abzubauen. Nun, was soll ich sagen …  Zwar hab ich wirklich viel vom SuB weggelesen, aber dann fand hier ein toller Buchflohmarkt statt, dann war dort ein Buchladenausverkauf, und ab und an hat es mich dann doch wider besseren Wissens ins Ocelot, die Chaiselongue oder auch zu Dussmann gezogen. Ich habe zwar nicht allzu viel gekauft, aber einiges kam eben doch dazu.
Da ich aber auch gezielt ausgemistet und sehr sehr viele Bücher verschenkt habe, ist der analoge SuB derzeit auf unter 200 geschrumpft, also gut 50 weniger als zu Jahresbeginn.
Über den digitalen SuB breite ich weiterhin den Mantel des Schweigens und der Scham.

Im letzten Jahr hatte ich unter meinen Jahresrückblick ein Foto mit dem Spruch “Do more of what makes you happy” gepostet.
Dieser Spruch begleitet mich seit diesem Jahr nun täglich und er ist das erste, was ich morgens nach dem Aufwachen sehe – eine sehr gute Anschaffung (zum Aufhängen aus Holz, gekauft bei Depot) und im Grunde ist er mein einziger Vorsatz für das kommende Jahr und er gilt für alle Aspekte des Lebens.

Was das Lesen angeht, möchte ich einfach diesen, meinen Weg weitergehen, ich brauche keine Challenges, keine Pläne, denn so, wie es in diesem Jahr gelaufen ist, hat es mir gut gefallen und so darf es gerne weitergehen.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in das neue Jahr, habt vielen Dank für eure Treue, auch wenn es hier recht still geworden ist, und habt noch mehr Dank für eure tollen Anregungen und eure unterhaltsamen Blogs.
Vielen Dank an die vielen Autoren da draußen für die unzähligen entspannten, manchmal auch aufwühlenden Stunden, die ihr uns mit euren Büchern beschert. Ich hoffe sehr, dass der eisige Wind, der bisweilen in der Buchbranche herrscht, euch nicht zu sehr entgegen weht und dass ihr auch im kommenden Jahr weiter für unseren Lesestoff sorgt.
Alles Gute!

Neujahrsvorsatz - Lebensvorsatz

, , , ,

Ein Kommentar

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 210 Followern an